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Vergleich kontaktloser Bezahlmethoden Sechs Möglichkeiten, kontaktlos und mobil zu bezahlen

Eine Frau bezahlt in einem Modegeschäft mit ihrem Smartphone. Quelle: imago images

Seit November kann bei der Drogerie Müller kontaktlos per App bezahlt werden. Damit steigen sie in einen Markt ein, in dem es schon viele Anbieter gibt, die das kontaktlose Bezahlen ermöglichen. Aber was sind die Unterschiede?

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Müller Pay mit Bluecode

Der Drogeriemarkt Müller hat seine eigene App schon länger, aber seit Anfang des Monats erscheint den Nutzern auf dem Startbildschirm etwas Neues: MüllerPay. Das ist die neue mobile Zahlungsmethode von Müller. Durch das Scannen der digitalen Kundenkarte werden nicht nur die Treuepunkte „Blüten“ gesammelt, sondern auch gleich bezahlt.
Möglich macht das Bluecode, ein Anbieter für mobiles Bezahlen. Dadurch soll anonym, schnell und sicher mit dem mobilen Endgerät bezahlt werden können. Das funktioniert folgendermaßen: Bei jedem Einkauf wird ein neuer Barcode erstellt, der einmalig für vier Minuten gültig ist. Dieser löst dann den direkten Bezahlvorgang vom Bankkonto aus. Das klappt komplett kontaktlos, da nicht mal ein PIN eingegeben werden muss. Auch auf dem Smartphone werden keine persönlichen Daten oder andere Informationen gespeichert. Allerdings unterstützen in Österreich und Deutschland nur 20.000 Stellen diese Bezahlmethode.

Auch wenn laut Bundesbank 2020 noch 61 Prozent der Bezahlungen an der Ladenkasse mit Bargeld erfolgen, wurde in 23 Prozent der Fälle eine Girocard genutzt. Statista hat zudem untersucht, wie viele Menschen schon einmal kontaktlos bezahlt haben. Insgesamt 25 Prozent haben 2020 noch nie kontaktlos bezahlt, das sind 20 Prozent weniger als 2019. Am meisten wurde durch das Auflegen einer Bankkarte bezahlt: zwei von drei Personen nutzten diese Form im Jahr 2020, im Jahr zuvor war es weniger als jede zweite. Mit dem Smartphone hatten 2019 sechs Prozent bezahlt, 2020 waren es schon elf Prozent der Befragten. Das Interesse scheint also da zu sein.

Apple Pay

Seit einigen Jahren bieten verschiedene Anbieter kontaktlose Bezahlungen an. Apple Pay ist in Deutschland zum Beispiel seit Ende 2018 verfügbar. Ein großer Unterschied zwischen dem Bluecode und Apple Pay liegt in den Geräten: Während bei Bluecode lediglich der Code ausschlaggebend ist, funktioniert das kontaktlose Bezahlen bei Apple Pay nur auf den entsprechenden Apple-Geräten, wie dem iPhone oder der Apple Watch. Bei Apples Bezahlmethode wird die Debitkarte oder Kreditkarte in die Wallet App geladen. Die App ist meist schon vorinstalliert und kann auch für Einkäufe über weitere Apple-Services wie den Browser Safari oder Apple TV+ genutzt werden. Für Sicherheit und Datenschutz nutzt Apple Pay eine gerätespezifische Nummer zusammen mit einem einmaligen Transaktionscode. Dadurch ist die Kreditkartennummer nie auf dem Gerät oder auf den Apple-Servern gespeichert und wird auch nicht beim Bezahlen an den Händler weitergegeben. Allgemein werden keine Daten zur Transaktion gespeichert und es entstehen auch keine Zusatzkosten.

Samsung Pay

Ähnliche sieht es bei Samsung Pay aus, denn auch bei dieser Bezahlmethode entstehen keine Zusatzkosten und auch hier benötigt man ein entsprechendes Samsung-Gerät oder zumindest ein Samsung-Konto. In jedem Fall muss das Gerät mindestens über das Betriebssystem Android 8 verfügen. Eine weitere Voraussetzung ist ein Bankkonto, welches eine deutsche IBAN ausgibt und sowohl die technischen als auch administrativen Anforderungen erfüllt. Neben der Bezahlmöglichkeit bietet Samsung in der App auch Splitpay und den Pay Planner an. Mit Splitpay ist eine Ratenzahlung möglich und das auch spontan. Wenn man also an der Kasse steht, kann man sich noch vor oder sogar nach dem Kauf noch für eine Ratenzahlung entscheiden. Für eine Übersicht der Kosten ist der Pay Planner in der App vorhanden. Die Übersicht kann als Monatsansicht oder auch mit Diagrammen angezeigt werden. Zu den Partnern gehören die Solarisbank und VISA. Dadurch kann mit Samsung Pay überall dort bezahlt werden, wo VISA-Karten- und NFC-Zahlung möglich ist.

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    Google Pay mit Paypal

    Bei Google Pay könnte man auf den ersten Blick meinen, dass es verzwickt ist, denn nur einige Banken können bei Google Pay hinterlegt werden. Sparkasse und Volksbank fehlen zum Beispiel. Da Google Pay aber auch in Verbindung mit PayPal funktioniert und man dort wiederum alle Banken hinterlegen kann, stellt dies auch keine Hürde da. Ähnlich wie bei den anderen Anbietern auch wird bei Google Pay keine Kartennummer auf dem Smartphone gespeichert. Beim Bezahlen wird eine verschlüsselte virtuelle Kontonummer genutzt. Auch diese Bezahlmethode ist kostenlos.

    Eine weitere Alternative stellt Payback da. Allerdings gibt es hier neben der Bezahlfunktion Payback Pay, wo ebenfalls die Kreditkarte oder ein Bankkonto hinterlegt werden kann, bietet Payback auch ein Punktesammelprogramm an. In diesem Programm können die Nutzer Punkte bei 680 verschiedenen Partnerunternehmen gesammelt. Zu den stationären Partnern gehören beispielsweise Penny, Rewe oder DM. Aber auch Online können Punkte zum Beispiel bei Adidas und About You oder Expedia und Groupon gesammelt werden. Bei den meisten teilnehmenden Unternehmen gibt es für zwei Euro einen Punkt und 100 Punkte ergeben einen Euro. Die angesammelten Punkte können dann entweder ausgezahlt, in Prämien bei Payback getauscht oder bei einem Partner für das Bezahlen genutzt werden. Besonders interessant: Es gibt Coupons, mit denen man extra Punkte sammeln kann. Oft sind diese an Bedingungen geknüpft und es heißt dann: „5fach Punkte auf den Einkauf ab 15 Euro“. Klingt erstmal schon fast zu schön, um wahr zu sein, denn dieser Service ist ein Bonusprogramm, das nichts kostet – außer die eigenen Daten. Damit verdient Payback nämlich zum einen durch Werbeeinnahmen und durch Gebühren an die Händler. Durch die Daten, die sie sammeln, kann das Kaufverhalten der Nutzer abbilden, wodurch personalisiert Werbung geschaltet werden kann.

    Der Vorteil all dieser Bezahlmöglichkeiten liegt darin, dass sie eben kontaktlos sind, da keine PIN eingegeben werden muss, und dies in der aktuellen Situation hygienischer ist. Außerdem kann statt Bargeld oder einer Girocard einfach das Smartphone, welches viele sowieso bei sich tragen, für die Bezahlung genutzt werden. Bei Samsung Pay kommt noch der Vorteil hinzu, dass durch Splitpay Ratenzahlung besonders einfach ist.

    Sollte das Smartphone geklaut werden, auf dem eine App zum kontaktlosen Bezahlen installiert ist, muss allerdings nicht gleich die Girocard gesperrt werden, wie es sonst üblich ist. Bei Apple zum Beispiel kann entweder Apple Pay vorübergehend gesperrt oder über die Apple-ID-Accountseite Zahlungen mit Kredit-, Debit- und Prepaidkarten deaktiviert werden.

    Ein Minuspunkt ist die Verfügbarkeit. Eine Bezahlung mit einem der Anbieter ist nicht überall möglich. Da hat Bargeld oder die Girocard doch die Nase vorn. Gerade bei Bluecode klingen die 20.000 Akzeptanzstellen nach viel, aber wer einen genauen Blick auf die Karte wirft, die anzeigt, an welchen Standorten und in welchen Geschäften die Bezahlmethode akzeptiert wird, stellt fest: In den meisten Fällen ist es bei Rossmann.

    Umgekehrt ist es bei Samsung Pay: Hier kann vielleicht in mehr Geschäften gezahlt werden, nämlich überall wo VISA-Karten und NFC-Zahlung akzeptiert werden, aber Kunden können eben nicht jede Bank hinterlegen. Denn zu den Partnern zählen bislang nur die Solarisbank und VISA. Wobei durch die VISA-Karte wieder mehr Banken im Rennen sind.

    „Mobiles Bezahlen“ von der Sparkasse

    Natürlich haben auch die großen Banken wie Sparkassen oder Volksbank Raiffeisenbanken eine App-Lösung für das mobile und kontaktlose Bezahlen. Bei der Sparkasse heißt die App „Mobiles Bezahlen“ und kann im Google Play Store runtergeladen werden. Neben einem Konto bei der Sparkasse muss zudem auch ein Online-Banking-Zugang vorhanden sein. Das Smartphone muss mindestens das Android-Betriebssystem 6.0 und eine NFC-Funktion haben. Außerdem sollte die Sparkassenkarte, egal ob Debitkarte oder Kreditkarte, digitalisiert sein. Sparkassen-Kunden, die ein Apple-Gerät haben, können die Apple Pay App nutzen. Dafür werden neben der App noch eine Apple-ID, die Sparkassen-App sowie ein Sparkassenkonto und die Freischaltung für das Online-Banking vorliegen.

    Die Pay App der Volksbank Raiffeisenbank

    Auch die Volksbanken Raiffeisenbanken greifen für Apple-Nutzer auf Apple Pay zurück und haben eine App extra für Android-Nutzer: Pay App. Bei der Pay App wird die digitale Girocard bestellt und hinterlegt. Auch mit der digitalen Debit- oder Kreditkarte von Visa- oder Mastercard ist Bezahlen in der App möglich. Bei der Nutzung entstehen keine Kosten. Auch hier funktioniert der Vorgang durch NFC, welches beim Smartphone aktiviert sein muss. Dann nur noch das entsperrte Smartphone an das Kassenterminal halten und die Zahlung über eine Entsperrfunktion, also Fingerabdruck, Gesichtserkennung, Gerätecode oder Muster, abwickeln.

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