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Elektromobilität Deutschlands Autobauer brauchen keine Elektroauto-Subventionen

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Ebenso wenig braucht die Autoindustrie Stütze vom Staat. Für die allermeisten Experten steht fest, dass Autos in Zukunft mehr oder weniger elektrisch fahren – entweder ausschließlich mit Batterie oder aber als Hybrid mit Verbrennungs- und mit E-Motor. In 30 Jahren, so eine McKinsey-Prognose, würden Autos ohne elektrischen Antrieb fast nicht mehr verkauft.

Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Bis herkömmliche Autos in Massen von den Straßen verschwinden, vergehen noch viele Jahre. 10, 20 oder sogar 30 Jahre länger dürfte der Verbrennungsmotor in Hybridautos überleben. Die deutsche Autoindustrie, die bei Verbrennungsmotoren weltweit führend ist, hat also noch viel Zeit, ihre alten Stärken zu Geld machen und dies in die Entwicklung von E-Autos zu stecken. „Die Kompetenz beim Verbrennungsmotor ist auch ein sehr wichtiger Wert für die Zukunft“, sagt McKinsey-Berater Malorny. „Davon werden die deutschen Hersteller und Zulieferer noch lange profitieren.“

Kein Wunder, dass VW, Daimler und BMW da beim E-Auto nicht großzügig voranpreschen. „Die Autokonzerne haben weit ausgereifte Technik für Verbrennungsmotoren und machen damit fantastische Gewinne“, sagt ein Energiemanager, der in der Nationalen Plattform sitzt. „Die haben gar kein Interesse daran, dass Elektroautos schnell und in großer Zahl auf die Straße kommen, weil sie dann weniger ihrer gewinnträchtigen Benziner verkaufen können.“

Was die Deutschen könnten, wenn sie nur wollten, zeigen internationale Vergleiche der Innovationsstärke: VW steht seit nunmehr fünf Jahren an der Spitze eines Rankings der innovativsten Autokonzerne der Welt, erstellt vom Center of Automotive Management. Daimler und BMW gehören mit Platz vier und fünf ebenfalls zum innovativsten Viertel der Branche. So viele Spitzenplätze haben weder Japaner noch die Amerikaner oder Franzosen. Und bei allen drei deutschen Konzernen stieg die Innovationsstärke zuletzt weiter an.

Grüne Nummernschilder

Als Hauptargument für staatliche Zuschüsse gilt in der Autoindustrie das Ausland, das den Erwerb von Elektroautos mit Prämien von bis zu 17.000 Euro (Dänemark) fördert. Aus diesem Grund fordert die Nationale Plattform günstige Kredite, Steuererleichterungen und Privilegien für Dienstwagennutzer.

So sollen elektrisch betriebene Dienstwagen mit einem „pauschalen Abschlag von der Bemessungsgrundlage Bruttolistenpreis“ attraktiver werden. Für gewerbliche Käufer könnte es eine „Sonderabschreibung in Höhe von 50 Prozent der Anschaffungskosten“ im ersten Nutzerjahr geben. Für Otto Normalfahrer sind zinsgünstige Kredite der KfW-Bank geplant. Und zu allem Überfluss soll es noch ein „Steuerincentive“ als „direkte Anreizzahlung“ geben. Das Bürokratenkauderwelsch bedeutet letztlich, dass es staatliche Prämie zum Kauf von Elektroautos bis zu 3000 Euro pro Fahrzeug geben würde.

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