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Energie Wärme soll Klimaanlagen kühlen

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Wo billige Abwärme aus Kraftwerken oder Produktionsprozessen zur Verfügung steht, macht sich die Investition in thermische Kühlung schnell bezahlt. Wenn aber erst Sonnenkollektoren montiert werden müssen, sind die in der Regel individuell angepassten Anlagen noch sehr teuer. Rund 50 000 Euro kostet die grüne Klimatechnik für ein Zweifamilienhaus. Elektrische Geräte sind für ein Drittel des Geldes zu haben.

Trotzdem amortisiert sich eine solare Anlage in 15 bis 20 Jahren — wenn Hausbesitzer die Wärme im Sommer zum Kühlen, im Winter zum Heizen und ganzjährig zum Erhitzen von Duschwasser nutzen.

Wird eine thermische Kältemaschine in ein bestehendes System aus Sonnenkollektoren integriert, rentiert sich die Investition deutlich schneller. „Die Nachrüstung ist in den meisten Fällen kein Problem“, sagt Uli Jakob vom Branchenverband Green Chiller. Experten gehen davon aus, dass die grünen Klimasysteme bald in Serie produziert werden, was den Preis ebenfalls senken könnte.

Energie sparen

Die Zukunft der Klimatechnik mag solar sein, die Gegenwart aber gehört mit über 90 Prozent Marktanteil noch den elektrischen Geräten. Bislang erzielten deren Hersteller Effizienzgewinne vor allem durch sparsame Motoren, aerodynamische Rotorblätter und stufenlos regelbare Steuerungseinheiten.

Branchengrößen wie Panasonic arbeiten an intelligenten Systemen. Mittels Wärmesensor erkennen die Geräte Menschen und deren Aktivität. „Wenn jemand Sport treibt, kühlt das Gerät nach, ist der Raum leer, fährt es die Leistung zurück“, sagt Panasonic-Manager Andreas Gelbke. Bis zu 30 Prozent Energie soll das sparen.

Der koreanische Hersteller LG hat vor wenigen Wochen eine Klimaanlage vorgestellt, die ihren Strom über Solarzellen selbst produziert. Da das Solarmodul allerdings nur eine Leistung von 70 Watt hat, das Gerät aber 2000 Watt verbraucht, ist das Projekt bislang vor allem ein medienwirksam präsentierter PR-Gag.

Forscher des amerikanischen Labors für erneuerbare Energien (NREL) versetzten die Klimabranche jüngst in Aufregung, als sie eine Klimaanlage vorstellten, die bis zu 90 Prozent weniger Energie verbrauchen soll. Die Wissenschaftler nutzen Verdunstungskühlung, wie man sie an jedem Wasserfall erleben kann, und verstärken den Effekt durch Trocknungsmittel, die der Luft Feuchtigkeit entziehen. „Wir wollen die Kühlung revolutionieren“, sagt Projektleiter Eric Kozubal.

Die Revolutionäre üben sich allerdings noch in Geduld: Vor einem möglichen Start der Massenproduktion wollen sie die sparsame Technik mindestens fünf weitere Jahre erforschen. Bis dahin dürfte den New Yorkern das eine oder andere Hitzeerlebnis gewiss sein.

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