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Airlines Neue Jets aus Plastik

Emissionshandel und Spritpreise befeuern den Wettbewerb um sparsame Langstreckenflieger. Boeing und Co. setzen auf Kunststoff statt Aluminium.

Hautfeld eines Airbus 350 aus Carbon Quelle: dapd

Fast 20.000 Kilometer blieb der neue Flieger des amerikanischen Herstellers Boeing mit der Kennung N7878B ohne Unterbrechung in der Luft. Die neue 787 flog Mitte Dezember von Seattle in den Vereinigten Staaten bis nach Dhaka in Bangladesh und verbrauchte dabei rund 20 Prozent weniger Sprit als andere Flugzeuge in dieser Klasse.

Kein Wunder, denn die 787 ist das erste Flugzeug mit einem Rumpf aus ultraleichtem kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff statt aus Aluminium. Auch der zweistrahlige Langstreckenflieger A350 des europäischen Konkurrenten Airbus, der 2013 ausgeliefert werden soll, wird mit seinem Rumpf aus dem Verbundwerkstoff sparsamer, leiser und billiger im Unterhalt.

Für beide Unternehmen ist 2012 das Jahr der Entscheidung: Sie müssen zeigen, dass sie die Produktion der Flieger, die zur Hälfte aus Kunststoff bestehen, in den Griff bekommen. Denn sowohl die Entwicklungskosten wie auch die Risiken bei der Fertigung sind groß. „Die ersten Erfahrungen zeigen, dass der Werkstoff letztlich in der industriellen Serienfertigung noch nicht beherrscht wird“, sagt Cay-Bernhard Frank, Branchenspezialist der Unternehmensberatung A.T. Kearney. „Bei Metall hat die Menschheit seit der Bronzezeit etwa 3000 Jahre Erfahrung gewonnen und bei Verbundwerkstoffen gerade mal ein halbes Jahrhundert.“

Die neuen Werkstoffe kosten im Flugzeugbau zudem noch bis zu zehn Mal mehr als das Leichtmetall Alu.

Doch die Fluglinien brauchen die Sparflieger dringend – nicht nur wegen der steigenden Preise für Kerosin. Ab 2012 müssen sie zudem wahrscheinlich für alle Flüge, die in der EU starten oder landen, Zertifikate für ihre CO2-Emissionen nachweisen. Nach Schätzungen der Deutschen Bank Research kostet das die Airlines alleine 2012 rund 1,1 Milliarden Euro.

Die Technik-Trends des Jahres 2012:

Apples Sprachsteuerung soll Konkurrenz bekommen. Digitale Assistenten erleichtern bald die Bedienung von immer mehr Elektronik.

Es ist der Megatrend der Generation Facebook: Millionen Menschen vermieten online Zimmer, Geräte und Autos.

Die Energiewende erfordert tausende Kilometer neuer Stromtrassen. Dank neuer High-Tech-Leitungen könnten weniger reichen.

Rohstoffe: Zinngräberstimmung

Die hohen Preise von Zinn, Kupfer und Seltenen Erden sorgen für eine Renaissance des Bergbaus in Deutschland.

Ernährung: Zucker light

Der Naturstoff Stevia ist viel süßer als Zucker und dennoch kalorienfrei. 2012 kommen die ersten Produkte mit diesem Süßstoff der Zukunft auf den Markt.

Elektronik: Das Haus denkt mit

Das Licht angelassen, die Heizung nicht ausgestellt? Intelligente Wohnungen und Häuser managen sich künftig selbst.

Hirnforschung: Autos mit Gedanken lenken

Wissenschaftler verfeinern die Technik zum Gedankenlesen. Autos und sogar Hubschrauber sollen mit Gedanken gesteuert werden.

Raumfahrt: Live aus dem All

Ab 2012 senden Satelliten Live-Bilder der Erde ins Internet. Das könnte unseren Blick auf die Welt für immer ändern.

Medizin: Schlag den Keim

Viele Medikamente sind heute gegen aggressive Krankheitserreger wirkungslos. Nun schlagen Forscher mit neuen Wirkstoffen zurück.

Fotovoltaik: Energiewände

Fassaden, Rechner, Autos: Neue, hauchdünne Solarzellen versorgen Alltagsgegenstände und ganze Gebäude mit Elektrizität.

Neben den erfolgreichen Tablet-PCs kommt 2012 eine Flut superflacher Laptops auf den Markt. Der Sieger ist keineswegs gesetzt.

Luftfahrt: Drohnen im Anflug

Verbrecher jagen, Vulkane überwachen und vielleicht sogar den Welthunger bekämpfen – Drohnen erobern den Himmel.

Mit neuen Hybrid- und Elektroautos eifern deutsche Hersteller den Pionieren Toyota und Honda nach.

Lebensrettende Ersatzorgane sind knapp. Bald sollen sie aus dem Drucker kommen.

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