Alzheimer-Kongress Lilly macht Demenzkranken Hoffnung auf Linderung

Die Präsentation auf dem Alzheimer-Kongress Washington war mit Spannung erwartet worden. Ein neues Präparat des Konzerns Lilly könnte in einigen Jahren immerhin dafür sorgen, dass es einigen Demenzpatienten besser geht.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
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Weltweit leiden etwa 40 Millionen Menschen unter Demenz, in Deutschland sind es 1,5 Millionen. Bis zum Jahr 2050 dürfte die Zahl der Demenzkranken in Deutschland auf drei Millionen steigen, weltweit auf 135 Millionen. Bislang hat die Pharmaindustrie noch kein probates Mittel gegen die zunehmende Altersverwirrtheit gefunden, auch sind die Grundlagen der Krankheit noch völlig unklar.

Es gibt viele verschiedene Demenzformen; die bekannteste –in zwei Dritteln der Krankheitsfälle – ist Alzheimer. Eine Heilung ist noch nirgends in Sicht.

So teuer sind manche Medikamente

Jetzt immerhin keimt etwas Hoffnung auf: Der US-Pharmakonzern Eli Lilly präsentierte auf dem Alzheimer-Kongress in Washington neue Daten zu seinem Antikörper Solanezumab gegen die schädlichen Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn. Nach den bisher vorliegenden Untersuchungen zeigt das Lilly-Präparat, das bislang an 1322 Patienten getestet wurde, insbesondere im Frühstadium Wirkung; die entsprechenden Patienten schnitten in kognitiven Tests besser ab als ihre Kontrollgruppe.

„Solanezumab stoppt nicht das Fortschreiten der Krankheit, es verlangsamt sie“ räumt der Mediziner Eric Siemer ein, der dem Entwicklungsteam von Lilly angehört.

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Sofern weitere Test die Erfolge bestätigen, könnte das Mittel in etwa zwei Jahren auf dem Markt. Zu ähnlichen – bescheidenen – Hoffnungen wie Lilly berechtigt auch ein Antikörper des Schweizer Pharmakonzerns Roche namens Gantenerumab.

Mit Spannung war in Washington auch die Präsentation des US-Biotechunternehmens Biogen erwartet worden. Das Unternehmen enttäuschte allerdings die Alzheimer-Fachwelt: Das Mittel sorgte für keinen statistisch messbaren Effekt bei Demenzpatienten; zahlreiche Fragen über die richtige Dosierung des Mittels blieben zudem offen.

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