Analysen Der Mars ist heller als gedacht

Bisher glaubten Forscher, dass der Marsboden fast nur aus dichtem, dunklen Basalt besteht. Doch er ist viel heller als gedacht. Auf dem jungen Mars gab es wohl eine umfangreichere Magma-Aktivität als bislang angenommen.

Die spektakulären Mars-Bilder
Mars-Ansicht Quelle: AP
NASA-Chef Charles Bolden glaubt fest an die Existenz außerirdischen Lebens. „Wir hoffen wirklich, Leben auf dem Mars zu entdecken“, sagte der Administrator der US-Luft- und Raumfahrtbehörde der „Berliner Zeitung“. Immerhin sei belegt, dass es die Voraussetzungen für Leben, zum Beispiel Wasser, auf dem Mars gebe. Er habe zwar als Astronaut noch nie einen Alien gesehen. „Trotzdem glaube ich fest daran, dass es außerirdisches Leben gibt - vor allem angesichts der unendlichen Größe des Universums, in dessen Tiefe wir nicht ansatzweise vorgedrungen sind“, sagte Bolden. Erkenntnisse darüber soll vor allem der Rover "Curiosity" bringen, der am 6. August auf dem Mars landete. Dies ist eine der ersten Aufnahmen des Rovers. Quelle: dpa
Dieses Bild hat die Sonde Mars Reconnaissance Orbiter aufgenommen, es zeigt "Curiosity" am Landefallschirm etwa 16 Meter vor der Oberfläche. Quelle: REUTERS
Hier sieht man sein wesentliches Ziel: den Mount Sharp, wo das Fahrzeug nach Spuren von Leben suchen soll. Quelle: REUTERS
„Curiosity“ hat auch deutsche Technik an Bord: Das Messgerät „Made in Kiel“ ist etwas kleiner als ein Schuhkarton und nur gut anderthalb Kilo schwer. Der sogenannte Radiation Assessment Detector verbraucht weniger Strom als eine Energiesparlampe, seine Aufgabe: Verschiedene Arten von Strahlen zu messen. Die Kieler Universität habe nun eine Außenstelle auf dem Mars, freute sich der Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Wolfgang J. Duschl. Quelle: REUTERS
NASA-Testfahrzeug Quelle: rtr
Panoramabild Mars Opportunity Quelle: NASA

Der Marsboden ist heller als bislang angenommen. Das zeigen zwei unabhängige Analysen von Aufnahmen der Raumsonde „Mars Reconnaissance Orbiter“. Der Boden des Roten Planeten enthält demnach vielerorts Feldspat-reiche Minerale, wie sie zuvor nur auf der Erde und auf dem Mond beobachtet worden sind. Darüber berichten Wissenschaftler im britischen Fachblatt „Nature Geoscience“. Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass der Marsboden fast ausschließlich aus dichtem, dunklen Basalt besteht.
Die Gruppen um James Wray vom Georgia Institute of Technology (USA) und um John Carter von der Europäischen Südsternwarte Eso in Chile hatten mit einem Infrarot-Spektrometer an Bord der Raumsonde mehrere Marsregionen ausfindig gemacht, die Feldspat-reiches, leichteres Gestein besitzen. Die Entdeckung zeige, dass es sich bei dem kürzlich vom Marsrover „Curiosity“ aufgespürten hellen Gestein vermutlich nicht um ein isoliertes Vorkommen handele. Das wiederum lege nahe, dass es auf dem jungen Mars eine viel umfangreichere Magma-Aktivität gab als bislang angenommen.

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Feldspat ist normalerweise das Produkt komplexer Magma-Prozesse. Auf dem Mars, von dem anders als von der Erde keine Plattentektonik bekannt ist, gibt es kaum Hinweise auf eine wesentliche Magma-Evolution, im Zuge derer etwa durch wiederholtes Aufschmelzen und Kristallisieren leichteres, Feldspat- und Kieselerde-reiches Gestein entsteht. Solches „felsische“ Gestein bildet den wesentlichen Teil der Erdkruste. Die Entdeckung von felsischem Gestein durch den Marsrover hatte die Forscher daher überrascht.
Der Fund großer Regionen mit Feldspat-reichem Gestein könne nun möglicherweise helfen, die Herkunft der „Curiosity“-Funde zu klären, schreibt Briony Horgan von der Arizona State University (USA) in einem „Nature“-Begleitkommentar.

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