Antworten zum neuen Planeten Was wir wirklich über "Kepler-452b" wissen

Sensation im Weltall: Die Nasa hat einen neuen Planeten entdeckt. Kepler 452 b sei der „ältere Cousin der Erde“, heißt es. Unserer Welt so ähnlich wie kein Planet zuvor, eine „Erde 2.0“. Was wir wirklich wissen.

Eine Illustration der NASA zeigt den Planeten


Warum die Aufregung?

Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa haben einen neuen Planeten entdeckt. Er soll so erdähnlich sein wie kein anderer, eine Art „größerer und älterer Cousin“ der Erde. Die „Kepler-452b“ getaufte Entdeckung feiern sie entsprechend: „Dieses aufregende Ergebnis bringt uns einen Schritt näher zur Entdeckung einer Erde 2.0“, sagte etwa Nasa-Manager John Grunsfeld.

Wie wurde „Kepler-452b“ entdeckt?

Im März 2009 schickte die Nasa das Weltraumteleskop Kepler – benannt nach dem Astronomen Johannes Kepler – ins All, um rund 190.000 Sterne zu untersuchen. Mission: Das Finden von so genannten Exoplaneten, also solchen, die nicht zu unserem Sonnensystem gehören.

Die schönsten Bilder aus dem Weltall
Das Magnetfeld der Sonne Quelle: NASA, SDO, AIA, LMSAL
Der Zwergplanet Ceres Quelle: dpa
Ceres ist ein gescheiterter Planet, der bei der Entstehung des Sonnensystems übriggeblieben ist. Quelle: dpa
EarthArt von Nasa-Astronaut Scott Kelly Quelle: Nasa
Der Mond von hinten Quelle: REUTERS
Nasa hat im Juli 2015 einen erdähnlichen Planeten entdeckt Quelle: AP
Die Erde voll im Blick Quelle: Nasa
Die Sonne in Ultraviolett Quelle: Nasa
Die Bahamas von der ISS Quelle: Screenshot
Pluto hat ein Herz Quelle: Nasa
Sonnenuntergang für Astronauten Quelle: Screenshot
Skurrile Mars-Landschaft Quelle: Nasa
Das Auge des Sturms Quelle: Nasa
Hubble zeigt ein Sternenmeer Quelle: Nasa/Esa

Ist es das erstmal, dass ein erdähnlicher Planet entdeckt wurde?

Nein. Ähnliche Meldungen gab es in den vergangenen Jahren immer wieder. Im Frühjahr 2014 wurde etwa der Planet Kepler-186f von Medien zur zweiten Erde ausgerufen. Insgesamt die „Kepler“-Mission hat den Wissenschaftlern deutlich gemacht, dass erdähnliche Planeten keine Seltenheit sind. Schätzungen zufolge besitzt mindestens jeder zweite Stern in etwa erdgroße Planeten.

Warum ist „Kepler-452b“ etwas Besonderes?

Zumindest die Grundbedingungen sind unserem Heimaplanten ähnlich: Wie die Erde die Sonne umkreist auch Kepler 452b umkreist einen Stern – und das in einer ähnlichen Entfernung. Der neu entdeckte Planet ist fünf Prozent weiter von seinem sonnenartigen Stern „Kepler-452“ entfernt als die Erde von der Sonne. Er braucht 385 Tage, um den Stern einmal zu umrunden. Zumindest theoretisch könnte auf dem Planten auch Wasser in flüssiger Form existieren, die Grundlage für Leben – bewiesen ist das nicht. Ob es dort Leben gibt oder geben könnte, ist ebenso ungewiss. Trotzdem schürt die Meldung die entsprechende Hoffung vieler Menschen.

Nasa veröffentlicht bislang schärfste Fotos vom Pluto
06. Dezember 2015„Diese Nahaufnahmen, die die Vielfalt des Terrains auf Pluto zeigen, demonstrieren die Fähigkeiten unserer Sonden, faszinierende Daten zu Wissenschaftlern auf der Erde zu senden“, sagte Nasa-Manager John Grunsfeld. „Die wissenschaftliche Forschung, die wir mit diesen Bildern anstellen können, ist einfach unglaublich“, ergänzte sein Kollege Alan Stern. Nach mehr als neun Jahren und fünf Milliarden Kilometern war „New Horizons“ Mitte Juli als erster irdischer Flugkörper am Pluto vorbeigeflogen und hatte ihn mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten untersucht. Nach und nach schickt die Sonde nun ihre Daten zur Erde. Bis alle beim Vorbeiflug aufgenommenen Daten und Fotos angekommen sind, wird es noch mindestens zehn Monate dauern. Quelle: dpa
Pluto Quelle: dpa
Charon Quelle: dpa
Hydra und Nix Quelle: dpa
18. September 2015Auch auf Pluto ändert sich das Wetter täglich - wie auf der Erde. Das zeigt eine spektakuläre Gegenlichtaufnahme der Nasa-Raumsonde „New Horizons“: Auf dem von der US-Raumfahrtbehörde veröffentlichten Bild sind spitze Eisberge, ausgedehnte Ebenen und große Gletscher im Sonnenuntergang zu sehen - und Stickstoff-Nebel. Außerdem enthüllt das Foto die dünne Stickstoffatmosphäre des Eiszwergs. Die mehr als zwölf verschiedenen Schichten reichen demnach bis zu 100 Kilometer hoch. „Abgesehen davon, dass es optisch atemberaubend ist, sind diese tief liegenden Dunstschleier ein Hinweis darauf, dass sich das Wetter auf dem Pluto von Tag zu Tag ändert - wie auf der Erde“, erläuterte „New Horizons“-Forscher Will Grundy vom Lowell-Observatorium in einer Nasa-Mitteilung. Quelle: dpa
Pluto von Nasa-Sonde New Horizons fotografiert Quelle: AP
Pluto von Nasa-Sonde New Horizons fotografiert Quelle: AP
Pluto aus Sicher New Horizons Quelle: AP
Plutos Atmosphäre Quelle: dpa
Nasa zeigt Pluto Quelle: dpa
Pluto und New Horizons Quelle: dpa
15. Juli 2015 Ein von der Nasa veröffentlichtes Foto zeigt die Äquator-Region des Pluto mit bis zu 3500 Meter hohen Bergen - fotografiert von der "New Horizon". Die Aufnahme wurde eineinhalb Stunden vor der größten Annäherung der Sonde an den Planeten aus einer Entfernung von rund 770.000 Kilometern aufgenommen. Quelle: dpa
New Horizons zeigt Pluto Quelle: NASA
New Horizons Flight Controllers celebrate after they received confirmation from the spacecraft that it had successfully completed the flyby of Pluto Quelle: AP
Der Flug zum Pluto führte bei einigen Internetnutzern zu lyrischen Zeilen. Quelle: screenshot
Oder zu süßen Liebeserklärungen. Quelle: screenshot
13. Juli 2015 Schon ganz nah dran: New Horizons macht Nahaufnahmen von Pluto und seinem Mond Charon. Quelle: AP
Plutos Krater Quelle: NASA
Pluto and Charon Quelle: NASA
Pluto und Charon von New Horizons aus fotografiert Quelle: REUTERS

Wie sieht „Kepler-452b“ aus?

Der Durchmesser von „Kepler-452b“ ist 60 Prozent größer als der der Erde. Gewicht und Zusammensetzung des Planeten haben die Forscher noch nicht genau bestimmen können. Die Wahrscheinlichkeit sei aber hoch, dass er felsig sei, heißt es bei der Nasa.

Und was wissen wir über den Stern?

Der Stern „Kepler-452“, um den der Palnet kreist, ist etwa sechs Milliarden Jahre alt – 1,5 Milliarden Jahre älter als unsere Sonne – und 20 Prozent heller.

Warum fliegt niemand hin, um sich genauer umzusehen?

Das „Kepler-452“-Sonnensystem liegt im Sternbild Schwan und ist rund 1400 Lichtjahre von unserer Erde entfernt. Selbst mit Lichtgeschwindigkeit würde die Reise oder das Senden eines Signals dahin also 1400 Jahre dauern – ebenso lang würde die Antwort brauchen.

Mit Material von dpa

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