AOK-Studie Die Deutschen verstehen ihre Ärzte nicht

Souveräner Patient mit guter Gesundheitsbildung? Weit gefehlt. Laut einer Studie der AOK ist es mit dem medizinischen Verständnis der Deutschen nicht weit her. Jeder Vierte kann nicht umsetzen, was sein Arzt ihm rät.

Jeder Vierte kann Arzt-Informationen nicht vernünftig umsetzen. Quelle: dpa

Jeder vierte gesetzlich Krankenversicherte hat nach einer Studie der Krankenkasse AOK Schwierigkeiten, Informationen des Arztes eigenverantwortlich umzusetzen. „Selbst Akademiker haben Probleme, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen“ ,sagte der Chef des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, der „Rheinischen Post“.

„Wir müssen feststellen, dass das Bild vom souveränen Patienten Kratzer bekommen hat.“ Er nannte die Ergebnisse überraschend und forderte, gesundheitliche Bildung auch im Schulunterricht stärker zu verankern.

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Insgesamt ist es nach der Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK um das Gesundheitswissen der Versicherten nicht gut bestellt: 60 Prozent der Deutschen weisen demnach eine „problematische“ oder „unzureichende“ Gesundheitskompetenz auf.

Laut dem Institut handelt es sich bei der Erhebung um die erste bundesweite, repräsentative Erhebung zur Gesundheitskompetenz der Deutschen. Bei rund 60 Prozent der gesetzlich Versicherten stellte die Studie erhebliche Defizite im Gesundheitswissen fest. Lediglich sieben Prozent der Befragten seien "ausgezeichnet informiert". Vor allem im Bereich Krankheitsbewältigung und Prävention hatte mehr als die Hälfte der GKV-Versicherten Schwierigkeiten, relevante Informationen überhaupt zu finden, zu verstehen, angemessen zu beurteilen und auch umzusetzen.

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Auch im internationalen Vergleich schnitten die Deutschen schlecht ab. Von acht Ländern, in denen Bürger zu ihrer Gesundheitskompetenz befragt wurden, lag Deutschland auf dem siebten Platz. Einzig in Bulgarien war die Lage noch schlechter. Am besten schnitten die Österreicher ab, gefolgt von Griechen, Spaniern, Iren, Niederländern und Polen.

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