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Auszeichnung für Betzig, Hell und Moerner Chemie-Nobelpreis geht auch an einen deutschen Forscher

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den Deutschen Stefan W. Hell, Eric Betzig und William E. Moerner (beide USA). Sie werden für die Weiterentwicklung der Mikroskopie geehrt.

Der deutsche Forscher Stefan Hell ist mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet worden Quelle: AP

Die drei Forscher Eric Betzig (USA), Stefan W. Hell (Deutschland) und William E. Moerner (USA) werden mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Lange Zeit wurde die Mikroskopie durch die Auflösung begrenzt. Dabei konnte keine bessere Auflösung als die Hälfte der Wellenlänge von Licht erreicht werden. Die drei Forscher umschifften diese Klippe, indem sie fluoreszierende Moleküle einsetzten. So führten sie die optische Mikroskopie in die Nano-Dimension, begründete das Nobelpreis-Komitee die Entscheidung.

Bei der sogenannten Nanoskopie können Forscher die Wege einzelner Moleküle innerhalb lebendiger Zellen visualisieren. So kann zum Beispiel nachvollzogen werden, wie Moleküle Verbindungen, die sogenannten Synapsen, zwischen Gehirnzellen aufbauen. Auch Proteine, die bei der Entstehung von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer eine Rolle spielen, können so sichtbar gemacht werden.

Die Chemie-Nobelpreisträger der vergangenen zehn Jahre

Der deutsche Forscher Stefan Hell stammt gebürtig aus Rumänien. Der 47-Jährige ist am Max Planck Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen sowie dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg tätig. In Göttingen leitet er die Abteilung NanoBiophotonics.

Hell machte 1990 seinen Doktor in Physik an der Universität Heidelberg. Nach Stationen in Finnland und Großbritannien startete er 1997 seine Karriere am Max Planck Institut, wo er seine aktuelle Forschungsgruppe gründete. Hell publizierte bereits mehr als 200 Schriften und wurde mit mehreren Auszeichnungen geehrt, unter anderen mit dem Leibniz- und dem Körber-Preis.

Zehn Mythen über den Nobelpreis

Der Nobelpreis-Reigen hatte am Montag mit der Bekanntgabe des Nobelpreises für Medizin begonnen. Der ging unter anderem zum ersten Mal nach Norwegen. Am Dienstag waren drei Forscher für die Erfindung von Leuchtdioden, die blaues Licht aussenden, mit dem Physik-Nobelpreis geehrt worden.

Donnerstag und Freitag stehen in Stockholm und Oslo noch die Verkündungen der Preisträger in den Bereichen Literatur und Frieden an. Dotiert sind die Auszeichnungen mit je acht Millionen Kronen (rund 880.000 Euro). Überreicht werden sie an Alfred Nobels Todestag, dem 10. Dezember.

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