Biobatterie So lässt sich aus Schweiß Strom machen

Forscher von der Universität von Kalifornien haben ein aufklebbares Tattoo entwickelt, das nicht nur misst, wie hart das Training ist. Es produziert nebenbei auch Strom. Die Lösung für schwächelnde Smartphone-Akkus?

Was gegen Schwitzen hilft
Schwitzen es lebensnotwendig - es dient dem Körper zur Temperaturregulation. Der Schweiß an sich ist zunächst geruchsneutral. Wenn man stark schwitzt, sei es durch Hitze oder Sport, ändert sich das aber schnell. Denn überall dort, wo der Schweiß nicht abtrocknen oder abfließen kann, entsteht ein feucht-warmes Milieu, das Bakterien lieben. Sie finden in dem Sekret Nährstoffe, und sobald sie mit der Zersetzung anfangen, beginnt der unangenehme Schweißgeruch. Quelle: dpa/dpaweb
Zunächst eine schlechte Nachricht: Das eigene Schwitzen kann man nur begrenzt beeinflussen. Denn die Steuerung der Schweißdrüsen wird von der erblichen Veranlagung, von Hormonen und auch Erkrankungen gesteuert. Der spezifische Geruch wird dann durch die Zusammensetzung der Bakterien auf der Körperoberfläche bestimmt. Dennoch gibt es einige Tipps, um unfreiwillige Duftwolken zu vermeiden: Quelle: dpa
Tipp 1: Kurze Erhitzungen vermeidenSelbst wenn der Körper nur über einen ganz kurzen Zeitraum erhitzt wurde dauert es eine Weile, bis das Gehirn das Schwitzen wieder stoppt. Den Sprint auf den letzten Metern zur Bushaltestelle sollte man also besser meiden. Und bevor man in die sommerliche Hitze hinaustritt, sollte man Jackett und Co. ausziehen. Quelle: dpa
Tipp 2: Auf die Ernährung achtenEs gibt einige Nahrungsmittel, die die Wärmeproduktion im Körper steigern. Dazu zählen etwa scharf gewürzte Speisen. Kaffee und Alkohol können ebenfalls merklichen Einfluss auf die Wärmeproduktion haben. Aber auch zu große Portionen beim hastig heruntergeschlungenen Mittagessen belasten den Körper. Man sollte besser mehrere leichte Speisen zu sich nehmen, denn das Verdauen großer und energiereicher Nahrungsmengen ist für den Körper Schwerstarbeit, die zusätzliche Wärme erzeugt. Quelle: Fotolia
Tipp 3: Entspannung suchenÄrger über den Chef, Nervosität vor einer Prüfung, Zeitdruck zwischen Arbeit, Arzttermin, Einkaufen und dem Abholen der Kinder aus der Kita - Stress ist ein enormer Schweißtreiber. Entspannungsübungen und Ruhe können helfen, weniger zu schwitzen. Quelle: Fotolia
Tipp 4: Lockere KleidungZwar schwitzt man kaum weniger, aber weite, luftige Kleidung ermöglicht eine bessere Verdunstung des Schweiß' auf der Haut. Bei den Materialien gibt es laut dem Deutschen Hyperhidrosezentrum keine eindeutigen Empfehlungen. Jeder Mensch ist unterschiedlich empfindlich bei verschiedenen Stoffen. Die leichten, dünnen Kunststoffmaterialien, die mittlerweile bei Sportkleidung weit verbreitet sind, mag nicht jeder direkt auf der Haut. Quelle: dpa
Tipp 5: Beim Waschen viel ReibenRegelmäßige Körperhygiene hilft gegen den unangenehmen Geruch - das klingt banal. Doch auch hier gibt es etwas zu beachten. Denn wer meint, besonders viel Seifenschaum helfe besonders gut, um den Bakterien den Garaus zu machen, irrt. Das Deutsche Hyperhidrosezentrum rät hingegen dazu, auf festes Reiben der Haut zu setzen. So und durch den Einsatz von kleinen Kunststoffknäulen oder Schwämmen erreiche man alle Ritzen und Falten der Haut am besten. Quelle: dpa

Eine verrückte Idee hatten Forscher aus San Diego: Sie entwickelten eine "Tattoo-Biobatterie", die über das Schwitzen Strom produziert. So könnte der mp3-Player, der für Unterhaltung beim Joggen sorgt, künftig ohne Batterien auskommen. Energie gewinnt er direkt vom Körper. Es ist - nach Angaben der Forscher - die erste Bio-Brennstoffzelle, die aus Körperflüssigkeiten wie Schweiß Energie macht.

Die ursprüngliche Idee war allerdings weniger spektakulär: Die Forscher wollten einen Sensor entwickeln, der kontinuierlich das Molekül Laktat im Schweiß messen kann. Gerade bei anstrengender Betätigung steigt dessen Konzentration im Gewebe, denn es entsteht schneller, als es abgebaut werden kann. Bei einer erhöhten Laktat-Produktion kann es schnell zu Überforderung kommen. Genau dieses Molekül findet sich auch auf der Haut - und bietet so einen umfassenden Blick auf den Fitnesszustand des Sportlers.

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Der neu entwickelte Sensor funktioniert wie ein Blutzuckermessgerät für Diabetiker. Er enthält ein Enzym, das Laktat zu Pyruvat, einem Anion der Brenztraubensäure, umsetzt, ein anderes Molekül im Energiestoffwechsel. Dabei werden zwei Elektronen frei: Je mehr Laktat also durch Schweiß freigesetzt wird, desto mehr elektrischer Strom wird produziert - damit lassen sich wiederum kleine elektronische Geräte wie Herzfrequenzmesser oder Smartphones aufladen.

Einen Haken gibt es allerdings auch: Die Biobatterie wird nicht auf jeder Haut funktionieren, schließlich hängt sie von der Laktat-Produktion ab - und die wiederum ist davon abhängig, wie trainiert jemand ist.

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