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Britische Mediziner Die E-Zigarette fördert die Gesundheit von Rauchern

E-Zigaretten sind gesundheitsfördernd für Raucher. Das behauptet zumindest eine britische Ärzteorganisation. Ein deutscher Mediziner warnt: Die E-Kippe wird in Großbritannien propagiert.

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Sechs Prozent der Deutschen haben die E-Zigarette zumindest einmal ausgetestet. Quelle: dpa

E-Zigaretten: ein Segen für Raucher. Zumindest wenn es nach dem Londoner Ärzteverband Royal College of Physicans geht. Der will jetzt herausgefunden haben, dass die elektronischen Kippen nützlich für die Gesundheit von Rauchern sind. Denn sie sollen weniger schädlich als herkömmlicher Tabak sein. "Die Schäden durch den Langzeitkonsum von E-Zigaretten macht weniger als fünf Prozent der Schäden aus, die durch Tabak-Konsum entstehen", schreiben die Ärzte in der Fachzeitschrift "British Medical Journal".

Das Problem bei Zigaretten liegt laut den britischen Forschern im Abbrennen des Glimmstängels. Dadurch werden Gifte wie Kohlenmonoxid und krebsfördernde Karzinogene freigesetzt.

Die E-Zigaretten enthalten Liquide aus dem Nebelfluid Glycerin und dem Zusatzstoff Propylenglykol, die mit dem Suchtstoff Nikotin sowie Aromen versetzt sind. Wenn der Raucher an dem Gerät zieht, erhitzt er die Flüssigkeit, sodass sie verdampft. Laut den Ärzten verursacht Nikotin im Gegensatz zum herkömmlichen Tabak kaum Schäden. Sowohl bei den Rauchern selbst als auch bei Passivrauchern.

Die wichtigsten Fakten zur E-Zigarette

Doch die enge Zusammenarbeit mit der Regierung legt den Verdacht nahe, dass die Ärzteorganisation ein Interesse hat, die Gefahren der E-Zigarette zu verharmlosen. Die fördert nämlich deren Verkauf. "Während in Deutschland und in den USA ein kritisches Bewusstsein für die E-Zigarette herrscht, wird sie in Großbritannien propagiert", sagt Pneumologe Robert Loddenkemper, Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie.

Deshalb ist er der Meinung, dass die Briten bewusst die Gefahren verschleiern und den Suchtstoff verharmlosen. Denn: "Nikotin kann die Gefäße, das Herz und den Kreislauf beeinträchtigen und es gibt erste Hinweise darauf, dass der Suchtstoff auch krebserregend ist."

Hinzu kommt, dass die Inhaltsstoffe der Liquide aus bis zu 7000 verschiedenen Substanzen bestehen. Die gesundheitlichen Folgen vieler dieser Stoffe sind bislang unerforscht. Gerade deshalb ist es Loddenkemper ein Rätsel, wie die Organisation zu dem Ergebnis kommt, dass die Schäden so gering ausfallen sollen.

Loddenkemper warnt deshalb davor, den vermeintlich harmlosen Dampf zu inhalieren. Denn zumindest durch Propylenglykol und Glycerin werden laut dem Experten Partikel freigesetzt, die die Lunge und andere Organe angreifen.

Zwar wissen auch die britischen Mediziner, dass E-Zigaretten gesundheitliche Risiken bergen. Aber laut ihren Untersuchungen verwenden nur ehemalige Raucher das E-Inhalationsprodukt. "Die E-Zigaretten werden hauptsächlich von denjenigen genutzt, die ihren Konsum reduzieren oder ganz mit dem Rauchen aufhören wollen", heißt es im Bericht weiter. Weil es seit der Einführung der E-Zigarette genauso viele Raucher wie vorher gebe, fordern die britischen Mediziner: "E-Zigaretten sollten weiterhin von der Regierung gefördert und als Mittel zur Raucher-Entwöhnung beworben werden."

Dabei gibt es laut Loddenkemper bislang nur schwache Beweise dafür, dass die E-Zigarette ein geeignetes Mittel zum Entwöhnen ist. Zwar hat ein Drittel der Probanden angegeben, durch die E-Zigarette mit dem Rauchen aufgehört zu haben. "Es weiß aber niemand, wie lange sie noch abstinent bleiben werden", sagt Loddenkemper. Nur Starkrauchern, die aus gesundheitlichen Gründen das Rauchen aufgeben müssen, empfiehlt er, auf eine E-Zigarette umzusteigen.

In Deutschland rauchte im vergangenen Jahr laut der Deutschen Krebsgesellschaft jeder Vierte – sechs Prozent der Deutschen haben bereits eine E-Zigarette ausgetestet.

Der Trend geht laut der Krebsgesellschaft hierzulande vor allem unter Jugendlichen zu E-Inhalationsprodukten wie E-Shishas oder E-Zigaretten. Während der Umsatz mit E-Zigaretten 2014 noch 200 Millionen Euro in Deutschland betrug, waren es ein Jahr später bereits 100 Millionen mehr.

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