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Curiosity Ein Monat auf dem Mars

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„Mohawk Guy“ - die hausgemachte Sensation

Bobak Ferdowsi Quelle: dpa

Kein Foto, kein Instrumententest und keine kurze Fahrt bleibt der Öffentlichkeit vorenthalten - dafür sorgt die Nasa. Nach nur einem Monat hat der Rover bereits hunderttausende Fans auf Facebook und mehr als eine Million beim Kurznachrichtendienst Twitter. Neben zeitweise täglichen Pressekonferenzen hat sich „Curiosity“ seit dem Start der Mission im November 2011 bereits mehr als 1200 mal via Twitter gemeldet - immer in „Ich“-Form. „Es ist leichter, wenn man den Rover vermenschlicht“, sagte Stephanie Smith, eine der Betreuerinnen des Twitter-Profils, dem „Forbes“-Magazin. „Die Kameras lassen ihn aussehen, als hätte er Augen. Also ist es sehr verführerisch, ihn als großartige Frau auf einem anderen Planeten mit einem Laser auf dem Kopf anzusehen.“

Die spektakulären Mars-Bilder
Mars-Ansicht Quelle: AP
NASA-Chef Charles Bolden glaubt fest an die Existenz außerirdischen Lebens. „Wir hoffen wirklich, Leben auf dem Mars zu entdecken“, sagte der Administrator der US-Luft- und Raumfahrtbehörde der „Berliner Zeitung“. Immerhin sei belegt, dass es die Voraussetzungen für Leben, zum Beispiel Wasser, auf dem Mars gebe. Er habe zwar als Astronaut noch nie einen Alien gesehen. „Trotzdem glaube ich fest daran, dass es außerirdisches Leben gibt - vor allem angesichts der unendlichen Größe des Universums, in dessen Tiefe wir nicht ansatzweise vorgedrungen sind“, sagte Bolden. Erkenntnisse darüber soll vor allem der Rover "Curiosity" bringen, der am 6. August auf dem Mars landete. Dies ist eine der ersten Aufnahmen des Rovers. Quelle: dpa
Dieses Bild hat die Sonde Mars Reconnaissance Orbiter aufgenommen, es zeigt "Curiosity" am Landefallschirm etwa 16 Meter vor der Oberfläche. Quelle: REUTERS
Hier sieht man sein wesentliches Ziel: den Mount Sharp, wo das Fahrzeug nach Spuren von Leben suchen soll. Quelle: REUTERS
„Curiosity“ hat auch deutsche Technik an Bord: Das Messgerät „Made in Kiel“ ist etwas kleiner als ein Schuhkarton und nur gut anderthalb Kilo schwer. Der sogenannte Radiation Assessment Detector verbraucht weniger Strom als eine Energiesparlampe, seine Aufgabe: Verschiedene Arten von Strahlen zu messen. Die Kieler Universität habe nun eine Außenstelle auf dem Mars, freute sich der Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Wolfgang J. Duschl. Quelle: REUTERS
NASA-Testfahrzeug Quelle: rtr
Panoramabild Mars Opportunity Quelle: NASA

Auch Promis bindet die Nasa ein, um der Marsmission zu weltweitem Ruhm zu verhelfen: Die Sängerin Britney Spears twitterte beispielsweise eifrig mit „Curiosity“ hin- und her und der Rapper Will.i.am ließ seine neue Single „Reach for the Stars“ von dem Rover als erstes Lied von einem anderen Planeten zur Erde senden.

Andere Stars sind hausgemacht: Der Wissenschaftler Bobak Ferdowsi, der während der Landung im Kontrollzentrum durch seine Irokesen-Frisur aufgefallen war, wurde unter dem Spitznamen „Mohawk Guy“ innerhalb weniger Tage zur Internet-Sensation. Ferdowsi bekam Heiratsanträge per Twitter, eine eigene Radioshow und sogar US-Präsident Barack Obama witzelte in einem Telefongespräch mit Nasa-Wissenschaftlern, dass er selbst schon immer einen Irokesen-Schnitt hätte haben wollen.

Die Technik des Marsrovers "Curiosity"

All das ist Balsam für die durch Budgetkürzungen und das Ende der Raumfähren-Ära geschundene Seele der Nasa. Der Mars bleibt zwar im Fokus der Raumfahrtbehörde und bemannte Missionen dorthin sind das langfristige Ziel, aber die Finanzierung sieht alles andere als rosig aus. Das Budget für unbemannte Marsmissionen soll im kommenden Jahr um etwa ein Drittel auf rund 360 Millionen Dollar (circa 285 Millionen Euro) gekürzt werden.

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2013 soll eine weitere Sonde starten, aber die nächste Mission ist dann erst wieder für frühestens 2018 geplant. „Das können wir uns gerade so leisten“, sagte Nasa-Manager John Grunsfeld dem „Time“-Magazin. Bis dahin muss also hauptsächlich „Curiosity“ für Freude im Kontrollzentrum sorgen.

Der Marsrover war am 6. August gelandet. „Curiosity“ gilt als der teuerste und technisch am weitesten entwickelte Forschungsroboter. Er soll über einen Zeitraum von zwei Jahren wissenschaftliche Untersuchungen anstellen. Im Zentrum steht die Frage, ob Voraussetzungen für Leben auf dem Mars gegeben sind.

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