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Daddeln bis der Arzt kommt Wenn Computerspiele süchtig machen

In Deutschland steigt Experten zufolge die Zahl derjenigen, die süchtig nach Computerspielen sind und auch ohne Internet nicht auskommen können. Doch wie wird man abhängig? Und wie gefährlich ist die digitale Sucht?

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Zehn Wege, um die Handy-Sucht zu besiegen
Alternative zum Smartphone findenAuf dem Handy gibt es viel zu tun: WhatsApp, Facebook, Twitter, E-Mails oder News-Portale checken. Suchen Sie sich eine Alternative, die einen ähnlichen Charakter wie das Smartphone mitbringt. Greifen Sie etwa stattdessen zu Hause oder in der Bahn mal zu einem Buch. Das Lesen löst den ständigen Blick aufs Smartphone ab und senkt mit der Zeit das Bedürfnis, immer wieder draufzuschauen. Quelle: dpa
Eine Armbanduhr tragenViele verzichten mittlerweile auf Armbanduhren und schauen auf ihr Handy, um die Uhrzeit zu erfahren. Wenn Sie sich vom Smartphone unabhängiger machen wollen, dann ist das der falsche Weg. Tragen Sie eine Armbanduhr und nutzen Sie sie nicht nur als Modeaccessoire, sondern dafür, wofür sie gemacht ist. Quelle: dpa
Online-Profile ausdünnenMan muss nicht auf jeder Hochzeit tanzen: Weniger soziale Netzwerke bedeuten weniger Statusmeldungen. Wer sich mehr Zeit für die Welt jenseits des Smartphone-Displays wünscht, sollte seine Apps kritisch prüfen - und sich von ein paar Online-Profilen lösen. Quelle: dpa
Nicht mit dem Smartphone bezahlenMit dem Smartphone zu bezahlen ist im Supermarkt, in Hotels oder Restaurants auf dem Vormarsch. Dieser Trend bedeutet allerdings noch mehr Griffe zum Handy. Stattdessen sollten Sie die dazugehörigen Apps löschen und lieber auf das gute, alte Portemonnaie setzen. Quelle: AP/dpa
Schlichte Höflichkeitsformen beachtenWer beim Essen oder im Gespräch mit anderen zum Smartphone greift, ist schlichtweg unhöflich. Vermeiden Sie das und konzentrieren Sie sich lieber auf Ihr Umfeld und Ihre Gesprächspartner. Sie werden es Ihnen danken. Quelle: Fotolia
Feste Handy-Pausen nehmenWer beruflich ständig über dem Smartphone hängt, sollte sich über den Tag verteilt immer wieder feste Handy-Pausen verordnen. Die Zeit lässt sich für einen kurzen Spaziergang oder zum Kaffeeholen nutzen. Quelle: dpa
Klingelton oder Vibration ausschaltenAus den Ohren, aus dem Sinn: Wer seinen Klingelton oder die Vibration abschaltet, ist gelassener und kann sich besser auf andere Dinge konzentrieren. Quelle: dpa

Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland kann sich kein Leben ohne Internet und Computerspiele vorstellen. Ihr Freizeitverhalten deklarieren Ärzte als Sucht. Die Jahrestagung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung beschäftigt sich an diesem Mittwoch in Berlin mit den Gefahren und Lösungen.

Wie entsteht Internet-Abhängigkeit?

Die eine Sucht gibt es nicht, vielmehr kann sie sich in verschiedenen Formen äußern: Chatten, Gamen, Surfen, Online-Porno-Konsum. Ebenso unterschiedlich sind die Gründe. „Von Frustration über Mobbing, Depressionen oder soziale Phobien: Der Computer bietet davon Ablenkung“, sagt die Oberärztin Susanne Pechler vom Isar Amper Klinikum München-Ost.

Wer ist besonders gefährdet?

„Das Phänomen zieht sich durch alle Gesellschafts-Schichten. Ich habe Patienten im Alter von 14 bis 67 Jahren, vom Akademiker bis zum Hartz-IV-Empfänger“, sagt Pechler. Allgemein sei aber zu beobachten, dass mehr Männer betroffen seien.

Was sind die Anzeichen für eine mögliche Computersucht?

Immer schlechtere Noten in der Schule, täglich länger als vier bis fünf Stunden vor dem Rechner, in der Freizeit nur Zocken im Kopf: Eltern sollten alarmiert sein, wenn sie Signale wie diese bei ihren Kindern feststellen, sagt Psychologe Florian Rehbein vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen. Pechler meint: „Ab 30 Stunden pro Woche wird es kritisch.“ Bei Älteren machen sich negative Folgen wie ein schlechterer Schlaf, weniger soziale Kontakte oder geringere Leistungsfähigkeit im Beruf bemerkbar.

Welche Rolle spielen mobile Games?

Die mobilen Endgeräte, also Smartphones oder Tablets, sind für Computerspielabhängigkeit immer bedeutsamer, erklärt Bert te Wildt, Oberarzt der Ambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums Bochum. Denn mobile Spiele würden immer professioneller und interaktiver. Dennoch: „Die meisten Betroffenen spielen eher auf leistungsfähigen Standrechnern“, sagt te Wildt. Durch die zunehmende Zahl der Virtual-Reality-Spiele könnte sich das Problem verschärfen.

Wie gefährlich ist die digitale Sucht im Vergleich?

In der Wissenschaft ist das Thema Internet- und Computerspielsucht erst seit wenigen Jahren etabliert. Deshalb fehlen Untersuchungen, mit denen sich das Suchtpotenzial vergleichen lässt, sagt Rehbein. Unklar ist auch, wie sich Computerspielsucht langfristig auswirkt. „Sicher ist aber, dass sie viel geringere Auswirkungen auf finanzielle Schäden hat wie etwa bei der Glücksspielsucht.“

Wie gelingt eine Heilung?

„Fürchten muss sich niemand. Man wird nicht eingesperrt“, sagt Oberärztin Pechler. Oft sei schon eine ambulante Therapie hilfreich. „In der Psychotherapie wird über die Probleme gesprochen, und es werden Auswege erarbeitet.“ Auch Hausaufgaben wie ein Wochenprotokoll bekommen die Patienten. Darin müssten sie notieren, wie oft sie am Computer sitzen und wie es ihnen dabei geht. Zudem könne ein geregelter Tagesablauf helfen.

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