Demenz Dramatisch mehr Betroffene von Jahr zu Jahr

Weltweit erkrankt alle 3,2 Sekunden ein Mensch an Demenz und die Zahlen steigen stetig an. Wissenschaftler sind alarmiert.

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Die Zahl der Betroffenen werde sich in den nächsten Jahrzehnten dramatisch erhöhen, teilten Wissenschaftler am Dienstag in London bei der Vorstellung des Welt-Alzheimer-Berichtes 2015 mit.

Derzeit leben weltweit 46,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. 2030 werden es bereits 74,1 Millionen sein, 2050 schon 131,5 Millionen. Die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Kosten von Demenz beziffert der Bericht auf jährlich 818 Milliarden US-Dollar (etwa 711 Milliarden Euro).

Zahl der Demenzkranken

Deutschlandweit gibt es derzeit rund 1,5 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen, die meisten haben Alzheimer. Demenz ist ein Sammelbegriff für viele Krankheiten, die in der Regel bei älteren Menschen auftreten. Gemeinsam ist ihnen der fortschreitende Untergang von Nervenzellen im Gehirn. Geistige Fähigkeiten, Sprache und Motorik lassen nach, die Betroffenen können den Alltag bald nicht mehr bewältigen. Die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt.

Erhebliche Belastung für Angehörige

Für die Angehörigen bringt die Pflege von Demenzkranken erhebliche psychische Belastungen mit sich. 32 Prozent der rund 1000 befragten pflegenden Angehörigen habe angegeben, die Belastung habe bei ihnen vorübergehend zu Depressionen geführt, so das Ergebnis einer Studie von Forsa für die Private Pflegeberatung „Compass“. Bei Menschen, die demenzkranke Angehörige betreuen, klagten 40 Prozent über depressive Phasen.

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60 Prozent engagieren sich, weil sie sich der pflegebedürftigen Person gegenüber verpflichtet fühlen, so die Studie weiter. Neun Prozent gäben finanzielle Gründe an, da Alternativen wie professionelle Pflege zu teuer seien. Jeder dritte pflegende Angehörige sorgt der Studie zufolge für einen Patienten mit Demenz-Diagnose. 46 Prozent der Befragten sorgen für die eigenen Eltern, 15 Prozent für Vater oder Mutter des Partners.

Jeder zweite beklagt körperliche Belastungen. 50 Prozent der pflegenden Angehörigen fühlten sich schlecht oder weniger gut über vorhandene Entlastungsangebote informiert.

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