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Ebola Deutschland will sich an Impfstoff-Erprobung beteiligen

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Ärzte ohne Grenzen kritisiert EU im Kampf gegen Ebola

Die erste mit Ebola angesteckte Krankenschwester aus dem Krankenhaus in Dallas ist inzwischen in eine Spezialklinik im US-Staat Maryland verlegt worden. Die 26-jährige Nina Pham, die sich bei der Behandlung von Thomas Eric Duncan infiziert hatte, wurde am Donnerstagabend (Ortszeit) in ein Zentrum der Nationalen Gesundheitsinstitute NIH in Bethesda ausgeflogen.

Das Zentrum verfügt als eines von vier Krankenhäusern in den USA über eine spezielle Isolierstation, in der ernsthafte Infektionskrankheiten behandelt werden können.

Ebola: Nina Pham wurde aus dem Texas Health Presbyterian Hospital in Dallas ausgeflogen Quelle: AP

Pham befinde sich in einem guten Zustand, hatte das Texas Health Presbyterian Hospital in Dallas bereits am Mittwoch festgestellt. Als sie am Donnerstagabend mit einem Rettungswagen aus dem texanischen Krankenhaus gefahren wurde, spendeten ihr Dutzende Krankenschwestern Applaus.

Eine zweite angesteckte Krankenschwester, die 29 Jahre alte Amber Joy Vinson, war zuvor ins Emory-Universitätskrankenhaus in Atlanta gebracht worden. Auch sie hatte sich bei der Behandlung von Duncan angesteckt. Wie sich die beiden Schwestern infiziert hatten, ist für die Behörden um die US-Seuchenkontrollschutzbehörde CDC nach wie vor ein Rätsel. Duncan starb in der vergangenen Woche an den Folgen der Ebola-Erkrankung.

Klinik-Mitarbeiter dürfen Nahverkehr nicht nutzen

Nach Angaben des Bezirksrichters Clay Jenkins sind mittlerweile 75 Mitarbeiter des texanischen Krankenhauses zum Unterschreiben von Dokumenten gebeten worden, in denen sie zustimmen, nicht auf öffentliche Plätze zu gehen oder den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Chronologie der aktuellen Ebola-Epidemie

Der Ebola-Verdacht in Spanien bei einem nigerianischen Passagier eines Air-France-Flugzeuges hat sich derweil nicht bestätigt, teilte die Regierung am Freitag mit. Der Nigerianer war mit einer Polizeieskorte in eine Madrider Klinik gebracht worden. Bei einer weiteren Person, die mit Fieber ebenfalls wegen Ebola-Verdachts in einer Klinik ist, sei ein erster Test ebenfalls negativ ausgefallen, teilte die spanische Regierung weiter mit.

"Epidemie hätte eingegrenzt werden können"

Nach dem Treffen der EU-Gesundheitsminister in Brüssel hat die Organisation Ärzte ohne Grenzen den Kampf der Europäischen Union gegen die Ausbreitung der Seuche in Westafrika kritisiert. „Durch früheres entschiedenes Handeln hätte die Epidemie eingegrenzt werden können“, sagte Tankred Stöbe, Vorstandschef der deutschen Sektion, der „Frankfurter Rundschau“.

Er kritisierte auch die Weltgesundheitsorganisation WHO. „Wir haben schon im März vor der Ausbreitung des Ebola-Virus gewarnt. Spätestens im Juni war die Epidemie außer Kontrolle. Aber selbst die WHO reagierte nur zögerlich.“

Die EU-Gesundheitsminister hatten am Donnerstag unter anderem über strengere Ausreisekontrollen in Westafrika beraten. „Wir brauchen tropenmedizinisch geschultes Personal und mehr Bettenplätze in den drei am stärksten betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea“, sagte Stöbe. Auch müsste „endlich“ Geld in die Erforschung von Impfstoffen und Medikamenten gegen Ebola investiert werden.

Forschung



Ärzte ohne Grenzen rief die EU-Staaten auch auf, nach US-Vorbild Soldaten nach Afrika zu entsenden. „In der Bekämpfung der Ebola-Epidemie werden alle Kapazitäten benötigt, inklusive dem Militär.“

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama dem Verteidigungsministerium grünes Licht gegeben, für den Ebola-Einsatz in Westafrika auch Reservisten zu rekrutieren. Er unterschrieb eine entsprechende Anordnung am Donnerstag, wie das Weiße Haus mitteilte. Bis zu 4000 Soldaten sollen in den vom Virus besonders betroffenen afrikanischen Ländern helfen, Behandlungszentren einzurichten sowie lokale Gesundheitsexperten auszubilden. Das Pentagon teilte dazu mit, 500 US-Soldaten seien bereits eingetroffen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind bislang knapp 4500 Menschen an Ebola gestorben, vor allem in Liberia, Guinea und Sierra Leone.

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