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Ebola breitet sich weiter aus "Die Lage ist weiterhin dramatisch"

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"Es drohen soziale Spannungen enormen Ausmaßes"

War Sierra Leone denn vorher auf dem richtigen Weg?

Die Länder Westafrikas hatten sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Allein die Wirtschaft in Sierra Leone wuchs im vergangenen Jahr zweistellig, beispielsweise durch den Abbau von Eisenerz. Internationale Konzerne investierten in Zuckerplantagen und Palmölproduktion. Auch Hotels und der Bausektor konnten sich entwickeln. Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs gab es für die Menschen Hoffnung, dass es bergauf geht.

Und damit ist es nun vorbei?

Ebola bringt das Land wieder auf das Nothilfeniveau. Als die deutsche Welthungerhilfe 2004 ins Land kam, ging es um Flüchtlingsprobleme und den Aufbau der Infrastruktur. In den letzten zwei bis drei Jahren haben sich bereits semi-professionelle Wirtschaftsstrukturen entwickelt, zum Beispiel wie Betriebe ihren Kakao- und Kaffeeanbau effizienter machen. Selbst für erneuerbare Energien entwickelte sich ein Potenzial. Doch wegen Ebola sind die Schulen geschlossen. 1,6 Millionen Kinder und Jugendliche verlieren ein ganzes Schuljahr! Es drohen soziale Spannungen enormen Ausmaßes.

Chronologie der aktuellen Ebola-Epidemie

Die deutsche Welthungerhilfe ist noch vor Ort, andere Hilfsorganisationen haben sich zurück gezogen. Können Sie deren Entscheidung nachvollziehen?

Es wird uns hoch angerechnet, dass wir fast die einzigen Deutschen sind, die hier geblieben sind. Es kommen derzeit viele Experten von der WHO. Die reisen oft nach sechs Wochen wieder ab, weil die psychologische Belastung für die Mitarbeiter sehr hoch ist. Solche Kurzeinsätze bringen nur eingeschränkten Erfolg. In dieser Zeit kann man kein Gespür für Land und Leute entwickeln.

Ebola in Sierra Leone

Wirkt die Hilfe von außen kontraproduktiv?

Nein, das nicht. Wir brauchen derzeit natürlich jedes Personal. Die WHO koordiniert derzeit auf nationaler Ebene eine Ebola-Notfall-Agentur. Kuba, China und Großbritannien haben Ärzte geschickt und bauen Krankhäuser auf. Solche Einrichtungen sind wichtig. Aber mindestens genauso wichtig sind Fachleute, die logistische Entscheidungen treffen und Hilfe vor Ort organisieren können. Dazu gehört es, die Haushalte, die sich in Quarantäne befinden, über den richtigen Umgang mit der Krankheit zu informieren, sie mit Lebensmitteln und Telefonkarten zu versorgen sowie Krankheitsfälle zu dokumentieren. Sierra Leone braucht mehr Freiwillige und Geld, um die Epidemie in Schach zu halten.

Tut Deutschland genug?

In Arbeit
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Die deutsche Hilfe ist angelaufen. Das Auswärtige Amt hat die Welthungerhilfe bereits im August Mittel zur Verfügung gestellt. Die Bundeswehr hat mit den Versorgungslagen begonnen. Aber auch Deutschland muss schneller reagieren. Jeder Tag zählt, um die Epidemie einzudämmen. Soforthilfe muss zwar gründlich vorbereitet sein, aber auch nicht zu schleppend wirken. Deutschland muss die zugesagte Hilfe endlich bereit stellen.

Haben Sie eigentlich keine Angst, dass Sie sich anstecken?

Ich habe keine Angst. Ebola ist nicht gefährlich, wenn man sich an die Grundregeln hält: keine Hände schütteln, keine Kranken pflegen, keine Tote anfassen, und so weiter. Man muss natürlich sehr vorsichtig sein. Meine Familie hat Sierra Leone vorerst verlassen.

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