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Ebola-Virus „Sehr unwahrscheinlich, dass sich Touristen anstecken“

In Westafrika sind Hunderte Menschen dem Ebola-Fieber zum Opfer gefallen, die derzeitige Epidemie gilt als schwerste in der Geschichte. Doch wie groß ist die Gefahr, dass die Krankheit den Weg nach Europa findet?

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Trotz des Einsatzes zahlreicher medizinischer Helfer ist die Lage in den von der Ebola-Epidemie betroffenen Gebieten sehr angespannt. Quelle: Reuters

Berlin Es ist der bislang schwerste Ebola-Ausbruch in der Geschichte: Etwa 400 Menschen in Westafrika sind dem tödlichen Virus in den letzten Monaten zum Opfer gefallen. Nach Einschätzung von Medizinern der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (Médecins sans frontières, MSF) ist die Lage in dem am schwersten betroffenen Land, Guinea, mittlerweile außer Kontrolle geraten.

Angesichts dessen fragen sich viele Menschen hierzulande, ob der tödliche Erreger nicht auch nach Deutschland eingeschleppt werden könnte. Doch Experten schätzen dieses Risiko gering ein.

„Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich Touristen anstecken“, sagt Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts. „Doch selbst für den Fall, dass jemand die Erkrankung einschleppt, ist Deutschland bestens ausgerüstet.“

Eine Ansteckung sei nur möglich, wenn man mit Erkrankten, deren Körperflüssigkeiten oder Menschen, die an Ebola gestorben sind, in direkten Kontakt komme. „Solche Kontakte sind leicht zu vermeiden, denn während der Inkubationszeit, in der die Betroffenen noch keine Symptome zeigen, sind weder sie selbst noch ihre Ausscheidungen ansteckend“, so Schaade.

Darüber hinaus kann man sich durch den Verzehr erkrankter Wildtiere („Bushmeat“) anstecken. In den rund 40 Jahren, in denen der Ebola-Erreger in Afrika bekannt ist, wurde er jedoch kein einziges Mal nach Europa eingeschleppt. Nur ein Importfall des verwandten Marburg-Virus ist bekannt.

„Wir haben neun spezielle Behandlungszentren bundesweit verteilt, die sind jederzeit einsatzbereit“, ergänzt Schaade. Diese Sonderisolierstationen sind auf den Umgang mit gefährlichen Infektionskrankheiten spezialisiert. Dort geht es darum, die Weiterverbreitung zu stoppen und die Patienten zu stabilisieren.

„Es kommt immer wieder mal vor, dass dort bei Menschen ein Verdacht auf ein hämorrhagisches Fieber, wie Lassa- oder Ebolafieber, ausgeschlossen und stattdessen Malaria diagnostiziert wird“, sagt Schaade. Wichtig sei es jedoch, dass auch ein niedergelassener Arzt immer mitdenke, wenn ein Reisender aus den betroffenen Regionen mit Fieber oder unklaren Beschwerden zu ihm komme.


Krisengipfel in Westafrika

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hält es ebenfalls für unwahrscheinlich, dass Touristen sich anstecken. Trotzdem rät das Auswärtige Amt vorsorglich von Reisen in die betroffenen Regionen von Guinea, Sierra Leone und Liberia ab.

Eine Gefahr durch Touristen sieht auch das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (Hamburg) nicht. „Die betroffenen Regionen sind keine Touristendestinationen. Allenfalls könnten vermögende Westafrikaner, die das Land aus Angst vor Ebola verlassen, das Virus mitbringen“, so Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik. Am Frankfurter Flughafen beispielsweise gebe es bestimmte Vorsichtsmaßnahmen, um fiebernde Reisende ausfindig zu machen, etwa mittels Wärmekameras.

Unterdessen hat am heutigen Mittwoch in Ghanas Hauptstadt Accra eine zweitägige Ebola-Krisensitzung der westafrikanischen Gesundheitsminister begonnen. Das Treffen war von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einberufen worden.

An der Sitzung nehmen die zuständigen Minister aus elf Ländern in der Region sowie viele internationale Experten der UN, des Roten Kreuzes, des Instituts Pasteur und von Ärzte ohne Grenzen teil. Sie sollen Mittel und Wege finden, um die derzeitige Epidemie einzudämmen und künftige Ebola-Ausbrüche zu verhindern.

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