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Energie Klimafeind auf Ökokurs

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Der Großteil des Feinstaubs kommt aus dem Straßenverkehr

Vertreter der Kohleindustrie halten naturgemäß wenig von diesen Zahlen. Den Umweltschützern gehe es nicht um eine „seriöse Debatte, sondern vielmehr darum, den Energieträger Kohle zu diskreditieren“, glaubt der Verband der europäischen Kraftwerksbetreiber VGB PowerTech.

Feinstaub ist ohne Frage schädlich. Insgesamt fordert er 47 000 vorzeitige Todesfälle im Jahr in Deutschland laut UBA. Die meisten der winzigen Partikel, die sich in der Lunge anreichern und in die Blutbahnen gelangen können, kommen aber aus dem Auspuff von Autos. Nur rund sechs Prozent der Staubbelastung geht auf die Kohlekraft zurück. Wer Feinstaub bekämpfen wolle, solle bei den Hauptverursachern anfangen, fordern die Kraftwerksbetreiber.

Zahlen zur Erderwärmung

Thomas Kuhlbusch, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt und den Bereich Luftreinhaltung am Institut für Energie- und Umwelttechnik in Duisburg leitet, hält die Ergebnisse der Greenpeace- und Heal-Studie für eine „erste Näherung“. „Allerdings fehlen bisher Daten, um bessere und genauere Aussagen machen zu können, welche Quellen von Luftschadstoffen wie auf den Menschen wirken“, sagt er.

"Auch in Zukunft das Backup für die erneuerbaren Energien"

Hinzu kommt: Auch Schwefeldioxid und Stickoxide aus Kraftwerken wandeln sich in der Atmosphäre zu kleinsten Staubpartikeln um. Ein erheblicher Teil dieser Emissionen stammt aus den deutschen Kohlemeilern. Doch wie schädlich diese sekundären Feinstaubpartikel sind, ist umstritten. Ohnehin verweisen die Energiekonzerne darauf, dass ihre Kraftwerke alle gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte einhalten.

Das reiche aber nicht zum Schutz der Bevölkerung, moniert das UBA seit Jahren und fordert schärfere gesetzliche Vorgaben. Technisch wären bessere Filter durchaus möglich. Kosten würden sie die deutschen Kraftwerksbetreiber laut einer UBA-Studie rund 80 Millionen Euro pro Jahr.

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Wird Kohlestrom durch zusätzliche Klima- und Schadstoffvorschriften zu teuer? RWE-Forschungschef Elsen meint Nein. Er arbeitet daran, das Kraftwerk BoAplus mit neuen Materialien so flexibel wie möglich zu machen. Die Kohle sei „auch in Zukunft das Backup für die erneuerbaren Energien“, sagt er. Fallen Wind und Sonne aus, soll BoAplus einspringen – und sich das gebührend bezahlen lassen. 70 Prozent seiner Leistung soll der Block in nur 30 Minuten ans Netz bringen können – damit wäre er so schnell wie ein Gaskraftwerk.

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