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Europäisches Navigationssystem Pannenreiches Prestigeprojekt Galileo startet

Europa emanzipiert sich: Erste Nutzer können Daten des Navigationssystems Galileo verwenden. Bis zur völligen Unabhängigkeit von den militärischen Anbietern aus den USA und Russland ist es aber noch ein Stück.

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Das europäische Navigationssystem Galileo startet. Quelle: dpa

Nach vielen Verzögerungen und Pannen sind erste Dienste des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo startklar. Sie sollen an diesem Donnerstag erstmals Behörden, Firmen und Bürgern zur Verfügung stehen, wie die Brüsseler EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. Die Satelliten und die nötige Infrastruktur auf der Erde seien nun bereit. Mit dem milliardenschweren Prestigeprojekt will Europa unabhängiger werden vom US-System GPS, dem russischen Glonass sowie den Alternativen, die gerade in anderen Weltregionen entstehen.

Mit Hilfe der Galileo-Satelliten können Rettungsdienste, Autofahrer und Handynutzer in Europa künftig auf bessere Navigationsdaten zurückgreifen. Mit dem neuen System soll es zum Beispiel möglich werden, auf See oder in den Bergen vermisste Menschen innerhalb von nur zehn Minuten zu finden, wenn sie einen mit Galileo verbundenen Notruf absetzen.

Galileo kann allerdings nur genutzt werden, wenn Gerätehersteller sich auf die neuen Dienste ausrichten. Zwar stellen viele große Chipproduzenten nach EU-Angaben schon mit Galileo kompatible Produkte her, lediglich zwei Smartphone-Modelle auf dem Markt haben die Technik demnach aber bereits eingebaut.

Raumfahrt-Bilder, die Geschichte schrieben
Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat das bislang farbenprächtigste Porträt des Universums geliefert. Ein neues Panorama der US-Weltraumbehörde NASA schließt erstmals ultraviolettes Licht ein, das normalerweise für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Auf dem Panorama, das aus mehr als 800 Fotos von „Hubble“ erstellt wurde, ist es als helles blau mit drehenden Galaxien zu sehen, die fünf bis zehn Milliarden Jahre alt sind. Insgesamt zeigt das Panorama an die 10.000 mehrfarbige Galaxien. „Hubble“-Astronom Zolt Levay sagte, durch die Hinzufügung von Ultraviolett und Infrarot könne man jetzt das breite Farbenspektrum des Universums „und noch einiges mehr“ sehen. Quelle: Reuters
Im Oktober 2913 schaute die Welt gebannt auf den Österreicher Felix Baumgartner. Der Extremsportler sprang aus 39 Kilometern höhe aus der Stratosphäre zurück auf die Erde. Weitere Bilder und Informationen zum Rekord-Sprung. Quelle: dapd
Zweimal hatte das Raumschiff den Mond schon umkreist, da änderte Kommandant Frank Borman ein klein wenig dessen Ausrichtung - und traute seinen Augen nicht. „Oh Gott! Seht euch dieses Bild da an“, rief er den beiden anderen Astronauten der „Apollo 8“-Mission zu. „Hier geht die Erde auf. Mann, ist das schön!“ Kollege William Anders griff nach einer Kamera, schraubte das längste Objektiv drauf, was er finden konnte, legte einen Farbfilm ein und knipste los. „Ich habe einfach klick-klick-klick-klick-klick gemacht“, erinnerte sich Anders, der am 17. Oktober 80 Jahre alt wird, später. Heraus kam eines der wohl bekanntesten Fotos der Welt: „Earthrise“ (Erdaufgang). Quelle: dpa
Die Crew der Apollo 8 (l-r): James A. Lovell, William A. Anders und Frank Borman in Kap Kennedy (Florida) im November 1968. Es war die zweite bemannte Raumfahrt des amerikanischen Apolloprogramms und der erste bemannte Mond zum Mond. Quelle: dpa
Apollo 11 trat im Jahr 1969 die Reise zum Mond an. Es war die erste Mission die auf dem Erdtrabanten landete und von dort auch wieder zurück zur Erde flog. Neil Armstrong war der erste Mensch auf dem Mond. Quelle: AP
Die Mission hielt die Öffentlichkeit in Atem. Nach dem Abflug besuchte der damalige US-Präsident Richard Nixon die Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin (von links). Die Astronauten befanden sich nach ihrer Rückkehr vom Mond für einige Tage in Quarantäne. Quelle: dpa
Bruce McCanndless war der erste Astronaut, der sich ohne Sicherheitsleine durch das Weltall bewegt hat. Dafür trug er bereits 1984 einen Raketentornister, mit dem er sich selbständig von der Raumstation wegbewegen konnte. Quelle: NASA

Ab 2018 soll jedes neue Fahrzeugmodell in Europa mit Galileo ausgerüstet sein. Das soll die Navigation verbessern und das Notruf-System „e-Call“ ermöglichen, das bei einem Unfall automatisch einen Notruf absetzt. Besonders in Städten, wo hohe Gebäude Satellitensignale stören können, wird der kostenlose Dienst laut EU-Kommission die Navigation verbessern.

Bei Naturkatastrophen oder Terrorangriffen sollen die Behörden mit Hilfe von Galileo zuverlässig und verschlüsselt kommunizieren können. Da die Satelliten auch eine genaue Zeitmessung ermöglichen, profitieren zum Beispiel auch Banken, die bestimmte Finanztransaktionen punktgenau abwickeln müssen.

Die Dienste sind laut EU-Kommission hochpräzise, die Signale werden in der Startphase aber nicht jederzeit verfügbar sein. Deshalb soll das Angebot vorerst zusammen mit anderen Satelliten-Navigations-Systemen wie GPS funktionieren. Derzeit sind 18 Galileo-Satelliten im All, bis 2020 sollen es 30 sein - dann soll Galileo auch voll einsatzfähig werden.

Ursprünglich sollten erste auf Galileo basierende Angebote schon 2008 zur Verfügung stehen. Wegen Streitigkeiten unter den Partnerländern gab es aber immer wieder Verzögerungen. Auch wegen Kostensteigerungen kam das europäische Prestigeprojekt immer wieder in die Kritik. Zudem gab es Pannen - 2014 zum Beispiel wurden zwei Satelliten in einer falschen Umlaufbahn ausgesetzt.

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