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Fitness Die größten Sportmythen

Kann man Krankheiten mit Sport einfach ausschwitzen? Helfen Magnesiumtabletten gegen Muskelkater? Steigert Bewegung die Konzentrationsfähigkeit? Um den Sport ranken sich viele Mythen, die Sportmediziner aufgeklärt haben.

Sport fördert die KonzentrationDas stimmt. Studien zeigen, dass Sport die Konzentration fördert und hilft, besser zu lernen. Das gilt aber nicht nur für das Lernen direkt nach dem Sport: Wer körperlich fit ist, arbeitet grundsätzlich auch effektiver, als ein Couch-Potatoe, wie Forscher des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) herausgefunden haben. Das Team um die IfADo-Psychologen Klaus-Helmut Schmidt und Wladislaw Rivkin hat Daten von mehr als 800 Probanden analysiert, die sich freiwillig zu einem medizinischen Check-up angemeldet hatten. Alle Teilnehmer arbeiten im Finanzsektor. Das Ergebnis: Wer regelmäßig Sport macht, kann besser mit Stress auf der Arbeit umgehen. "Wer fit ist, kann psychischen Belastungen und Erkrankungen durch zu viel Stress während der Arbeit vorbeugen", bestätigt Rivkin. "Gerade in Berufen, die täglich ein hohes Maß an Selbstkontrolle erfordern, könnten Sportangebote präventiv eingesetzt werden, um Überbelastung zu vermeiden", rät er. Quelle: dpa
Vom Joggen bekommt man einen HängebusenZwar hüpft die weibliche Brust pro Kilometer rund 84-mal auf und ab, aber ein Sport-BH kann die Wucht dieser Bewegungen um 74 Prozent reduzieren. Sportmediziner halten es für unwahrscheinlich, dass durch Sport das Bindegewebe in der Brust leidet. Eher im Gegenteil: durch Kraftsport wird der Brustmuskel stärker, das stabilisiert den Busen. Jedoch verbrennt Ausdauersport auch viel Fett. Das kann in der Brust dazu führen, dass die Haut schlaffer wird. Profiläuferinnen haben oft fast keinen Busen mehr. Quelle: Focus.de Quelle: Fotolia
Nach dem Sport verbrennt man weiter FettJa - der Nachbrenneffekt nach dem Sport ist messbar. Je nach Belastung kann er auch einen Tag lang anhalten, zum Beispiel nach einem Marathon. Der Körper zieht die Energie dann vor allem aus dem Fettspeicher. Wie lange die Fettverbrennung läuft, hängt davon ab, wie intensiv und lange man trainiert hat. Wenn man etwa eine Stunde im Fitnessstudio trainiert hat, ist der Stoffwechsel nur kurz erhöht. Quelle: dpa
Seitenstechen kommt durch falsches AtmenDas Gerücht hält sich: Seitenstechen kommt vom Reden beim Sport. Denn dann soll die Atmung nicht richtig funktionieren. Das stimmt aber nicht: Für das Seitenstechen kann es viele Ursachen geben. Zum Beispiel wenn man zu schnell atmet. Ein bislang noch nicht belegter Erklärungsansatz für das Seitenstechen ist: Durch die Unterversorgung mit Sauerstoff verkrampft sich das Zwerchfell und sticht. Gefährlich sind die Seitenstiche nicht. Langsamer laufen und gleichmäßigeres Atmen können helfen. Außerdem kann man die Faust ballen und auf die schmerzende Stelle drücken. Quelle: dpa
Erst nach 30 Minuten Sport verbrennt man FettNein, man verbrennt vom ersten Schritt an Fett. In den ersten Minuten verbrennt man allerdings weniger, weil der Körper sich warm macht. Die optimale Verbrennung beginnt dann wirklich erst nach 20 bis 30 Minuten.
Vor dem Sport muss man sich dehnen80 Prozent aller Freizeitjogger dehnen sich regelmäßig. Das verhindert aber keine Verletzungen. Laufen verkürzt die Muskulatur, daher empfehlen Sportmediziner sich nach dem Sport zu dehnen. Bei Sportarten, bei denen man schnell viel Kraft braucht, gilt das nicht, denn das Dehnen senkt den Muskeltonus. Quelle: dpa
Morgensport ist ungesundNicht jeder kann sich morgens aufraffen und ohne Frühstück schon Sport machen. Manche Menschen bekommen dabei Probleme mit ihrem Blutzuckerspiegel. Der Körper verbrennt aber mehr Fett, weil ihm nicht so viele Kohlenhydrate zur Verfügung stehen. Quelle: dpa
Kalte Luft schadet der LungeFür Menschen ohne Vorbelastungen schadet kalte Luft nicht der Lunge. Je kälter die Luft ist, umso höher ist der Reiz auf Bronchien, Schleimhäute und Lungengefäße. Gegen Schmerzen hilft es, langsamer zu werden und nicht so tief einzuatmen. Wenn das nicht reicht, kann ein Schal vor dem Mund helfen. Unter minus 15 Grad ist es dann auch für Gesunde gefährlich: der Körper schafft es nicht, die Luft ausreichend zu wärmen, bis sie in der Lunge ankommt. Quelle: dpa
Magnesium hilft gegen KrämpfeMagnesiumtabletten oder -pulver sollen gegen Krämpfe helfen. Eine Studie hat gezeigt: das stimmt nicht. Um eine Wirkung zu spüren, müsste man bis zu 600 Milligramm zu sich nehmen, davon bekommt man aber Durchfall. Besser: eine Fruchtsaftschorle mit Salz. Das gleicht den Elektrolytmangel aus, durch den Krämpfe entstehen. Gegen verkrampfte Muskeln kann man besser Dehnübungen machen. Quelle: dpa
Radeln führt zu ImpotenzDie Sitzposition, die Härte des Sattels und das Gewicht des Radfahrers auf dem Fahrrad kann tatsächlich die Erektionsfähigkeit beeinflussen. Wenn der Sattel nicht richtig eingestellt ist, kann die Blutzufuhr zum Penis abgeklemmt werden. Dadurch lagert sich Kollagen ein, dass langfristig zu Impotenz führen kann. Quelle: dpa
Bewegung hilft gegen MuskelkaterSportmediziner gehen heute davon aus, dass Muskelkater eine Menge winzige Muskelfaserverletzungen ist, die zu schmerzhaften Entzündungen und Nervenreizungen führen. Dehnen oder Saunen hilft nur wenig, ein lockeres Training wie Schwimmen kann aber Stoffe, die durch die Entzündung entstehen, abbauen. Quelle: dpa
Schwitzen ist ein Zeichen schlechter FitnessNein - wie stark man schwitzt ist individuell verschieden. Pro Tag verdunstet mindestens ein halber Liter über die Haut. Übergewichtige schwitzen oft stärker als Dünne. Bei Trainierten verdampft der Schweiß direkt auf der Haut und kühlt so, bei Übergewichtigen klappt das oft nicht. Außerdem verändert sich die Zusammensetzung des Schweißes: fitte Menschen verlieren weniger Elektrolyte und mehr Wasser. Quelle: AP
Krankheiten kann man mit Sport ausschwitzenIm schlimmsten Fall kann Sport während der Krankheit zum Herztod führen. Training belastet den Körper zusätzlich und das kann das Herz schwächen. Bedenklich ist alles, was über einen Schnupfen hinausgeht. Den Gesundheitszustand kann man an seiner Herzfrequenz festmachen - liegt der Puls drei bis fünf Schläge über dem Normalwert, sollte man besser im Bett bleiben und sich richtig auskurieren. Quelle: Fotolia
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