Forscher finden ältestes Primatenskelett Winziger Urahn des Menschen entdeckt

In China haben Forscher die Überreste eines winzigen Primaten gefunden. Das gerade einmal 71 Millimeter lange Skelett lässt Schlüsse auf unsere Vorfahren zu.

Primaten-Skelett in China entdeckt Koboldmaki Quelle: dpa

Wissenschaftler haben das bislang älteste, fast komplett erhaltene Skelett eines Primaten entdeckt. Die winzige Kreatur lebte vor 55 Millionen Jahren in China und wog nur 20 bis 30 Gramm. „Bisher hatten wir fast nur Fragmente von so alten Primaten-Skeletten.

Der Fund hilft uns nun, auch mehr über die Vorfahren des Menschen zu verstehen“, sagte der Paläontologe Ni Xijun von der Akademie der Wissenschaften in Peking der Nachrichtenagentur dpa. Er und sein Team veröffentlichten den Fund im Journal „Nature“.

Es handelt sich um einen Vorfahren des Koboldmakis und damit um das älteste und primitivste Glied in der Ahnenreihe der sogenannten Trockennasenaffen, wie Peter Kappeler vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen erläuterte. Dazu gehören auch Menschenaffen und Menschen. Ihnen stellt man die Feuchtnasenaffen gegenüber, zu denen etwa Lemuren und Loris zählen.

Koboldmakis leben heute auf südostasiatischen Inseln wie Sumatra, Borneo, und den südlichen Philippinen. Auch in einigen europäischen Zoos gibt es die Tiere mit den großen Augen.

Diese Tiere begeistern die Forscher
Forscher haben in den Anden in Peru eine neue Wasserfroschart entdeckt. Der "Telmatobius ventriflavum", also der "Gelbbauch" gehört zur bedrohten Gattung der "Telmatobius", die beispielsweise in Ecuador bereits als ausgestorben gelten. Quelle: A. Catenazzi
Wissenschaftler aus den USA haben 2013 eine neue Tierart entdeckt, den "Olinguito (Bassaricyon neblina)". Ein brauner Pelz, dunkle Knopfaugen, runde Ohren und eine stupsige Schnauze mit Barthaaren – wie eine Mischung aus Teddybär und Hauskatze sieht der Olinguito aus. Das neu entdeckte Tier lebt in den Nadelwäldern der Anden. Allerdings ist der Lebensraum der Olinguitos bedroht. 42 Prozent ihres Lebensraums ist bereits Feldern oder Wohnraum gewichen, heißt es in der Veröffentlichung. Quelle: Reuters
Ein nur sieben Millimeter großer Frosch ist seit Sommer 2013 das kleinste bekannte Wirbeltier der Welt. Der Frosch mit dem lateinischen Namen Paedophryne amauensis lebt im Regenwald von Papua-Neuguinea. Er wurde von der Universität von Arizona in Tempe für die Liste ausgewählt. Viele der dort genannten Tiere und Pflanzen wurden schon vor langer Zeit entdeckt, aber erst 2012 als neue Art beschrieben. Quelle: dpa
Erstmals seit 28 Jahren stießen Biologen in Afrika auf eine noch unbekannte Affenart. Das Lesula-Äffchen (Cercopithecus lomamiensis) lebt versteckt in der Lonami-Region des Kongo. Es hat „menschenähnliche“ Augen, männliche Tiere fallen außerdem durch einen leuchtend blauen Hautstreifen über ihrem Hinterteil und dem Geschlecht auf. Männchen wie Weibchen sollen das Morgengrauen lautstark mit einer ihnen eigenen Art von Affentanz begrüßen. Quelle: dpa
Ein fleischfressender Schwamm begeisterte die Forscher mit seinen harfenähnlichen Armen. Es ist kein Wunder, dass er bisher verborgen blieb - Chondrocladia lyra lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Quelle: dpa
Diesen Schmetterling mit durchsichtigen Flügeln und einem spinnenförmigen Fleck darauf, entdeckten Biologen auf der Internetseite des Fotodienstes Flickr. Über Umwege identifizierten sie das Insekt als neue Art und benannten es nach der Tochter (Jade) des Fotografen: Semachrysa jade. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. Quelle: dpa
Eine fluoreszierende Kakerlake vom Tungurahua Vulkan in Ecuador schaffte es 70 Jahre nach ihrem Fund auf die Artenliste. Inzwischen könnte das leuchtende Insekt ( Lucihormetica luckae), das seine Feinde ähnlich abschreckte wie ein giftiger Käfer, nach Meinung der Autoren schon ausgestorben sein. Quelle: Presse
Viola lilliputana, ein Veilchen, das nicht einmal einen Zentimeter aus der Erde herausragt, hatte bisher unerkannt auf einer Ebene hoch in Perus Anden geblüht. Es dauerte ein halbes Jahrhundert, bis Biologen Proben aus den 1960er Jahren analysierten.
Auf der Liste steht auch eine Schlange, die Wissenschaftler des Frankfurter Senckenberg-Instituts in Mittelamerika entdeckt hatten. Die Biologen stellen die ungiftige Schneckennatter im Fachmagazin „Zootaxa“ vor. Mit dem wissenschaftlichen Namen Sibon noalamina für dieses Tier wollten die Forscher ein Zeichen für die Umwelt setzen - der spanische zweite Teil bedeutet so viel wie "Nein zur Mine". Die Schlange stehe mit ihrem Namen gegen den Raubbau an der Natur und für die Erhaltung der Bergwälder im Westen Panamas. Der Name soll darauf aufmerksam machen, dass der Lebensraum der harmlosen Schneckennatter durch menschliche Eingriffe akut bedroht ist. Quelle: dpa
Ein Insekt, das vor 165 Millionen Jahren lebte, hatten Forscher in fossilen Sedimenten in China entdeckt. Es sah aus wie das Blatt eines Baums - wahrscheinlich um so leichter an Beute zu gelangen. Die Forscher nannten das Tier Juracimbrophlebia ginkgofolia. Im Bild zu sehen ist eine Animation, wie das Tier ausgesehen haben könnte. Quelle: Presse
Ein schwarzer Pilz bedroht die prähistorischen Wandmalereien in Frankreichs Lascaux-Höhle, heißt es weiter. 2001 entdeckt, ist der Fungus seit 2012 beschrieben und als Ochroconis anomala bekannt. Quelle: Presse
Auf der Insel Madagaskar (die Vakinankaratra-Region im Bild) stießen Forscher auf die unbekannte Version eines weit über Afrika hinaus verbreiteten Busches: Das immergrüne Gewächs Eugenia petrikensis gedieh einst prächtig an Madagaskars Ostküste, schreiben die Autoren, sei durch deren Besiedlung aber selten geworden. Quelle: REUTERS

Die Knochen des Primaten wurden in einem alten Flussbett in der zentralchinesischen Provinz Hubei entdeckt. Damit seien die Tiere viel weiter verbreitet gewesen, als bislang angenommen - vermutlich von China bis Ägypten, sagte Kappeler. Es gebe nur sehr wenige solcher Fossilien. Die Kreatur war nur 71 Millimeter lang. „Bisher hatten wir keine Vorstellung davon, wie die frühen Affen überhaupt aussahen. Mit dem Skelett können wir nun viele weitere Forschungen machen“, sagte Ni Xijun.

Koboldmakis enger mit Menschen verwandt, als angenommen

Die Wissenschaftler nennen die Kreatur Archicebus achilles. Dies bedeutet etwa „langschwänziger Uraffe“ und bezieht sich auch auf das Fersenbein des Geschöpfes, das dem von anderen Trockennasenaffen ähnelt. Daraus schließen die Forscher, dass die Trennung in Koboldmakis und Anthropoide - die Vorfahren des Menschen - noch früher passiert sein muss als bisher bekannt. Die Koboldmakis seien jedoch viel näher mit den Anthropoiden und damit letztlich den Menschen verwandt, als bisher angenommen. Auch das habe die Studie ergeben, sagte Ni Xijun.

Schmale Zähne der Kreatur deuten laut „Nature“ darauf hin, dass das Tier Insekten gegessen hat. Zudem vermuten die Forscher, dass es tagaktiv war. Heutige Koboldmakis ernähren sich ausschließlich von Insekten, sind jedoch nachts unterwegs.

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