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Fracking-Studie Fördermethode verschlimmert womöglich Asthma

Fracking ist auch in den USA nicht unumstritten. Jetzt gibt eine Studie Hinweise, dass die Fördermethode gesundheitliche Folgen für in der Nähe lebende Asthma-Patienten haben könnte.

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Fracking macht Asthma möglicherweise schlimmer. Quelle: dpa

Fracking verschlimmert möglicherweise Asthma bei Kindern und Erwachsenen, die in der Nähe von Förderanlagen leben. Das hat eine achtjährige Studie im US-Bundesstaat Pennsylvania ergeben. Patienten in der Nähe von großen aktiven Bohrlöchern mussten demnach vier mal so häufig behandelt werden wie jene, die weiter entfernt lebten. Auch die Studienautoren bewerten die Ergebnisse aber vorsichtig und plädieren für weitere Forschung.

Die unkonventionelle Fördermethode für Öl und Gas wird in den USA schon seit Jahren angewendet, ist aber – wie in Deutschland – auch hier umstritten. Kritiker befürchten vor allem eine Belastung des Grundwassers und die Entstehung von Erdbeben. Unter hohem Druck werden Sand, Wasser und Chemikalien durch ein Bohrloch in Gestein gepresst, um dieses aufzubrechen. Das verursacht neben Lärm auch Abgase und Staub.

Die Studie ist nach Darstellung der Autoren kein Beweis, dass Fracking direkt Asthma verursacht oder verschlimmert. Sie gibt auch keinen Aufschluss darüber, ob es Asthma-Patienten mit Fracking in der Nähe schlechter geht als denjenigen, die traditionellen Fördermethoden oder anderen industriellen Aktivitäten ausgesetzt sind. Doch sieht Studienautorin Sarah Rasmussen von der Johns Hopkins University Hinweise, dass die Ergebnise mit Luftverschmutzung und Stress in Verbindung stehen könnten.

Fracking

In den USA leiden 25 Millionen Erwachsene und Kinder an Asthma, einer chronischen Verengung der Atemwege. Zu den Symptomen zählen Atemnot, Keuchen und Enge in der Brust. Sie werden bisweilen schlimmer, wenn der Erkrankte Staub, Schadstoffen in der Luft und Stress ausgesetzt ist. Frühere Untersuchungen haben ergeben, dass die Luft in Gebieten mit intensiver Öl-und Gasbohrung stark verschmutzt ist.

Die Forscher weisen in ihrer im Fachjournal „JAMA Internal Medicine“ veröffentlichten Studie darauf hin, dass zwischen 2005 und 2012 in Pennsylvania mehr als 6000 Fracking-Löcher gebohrt worden seien. Anhand elektronisch gespeicherter Unterlagen machten sie fast 36.000 Asthma-Patienten aus, die in diesem Zeitraum im Rahmen des Geisinger-Gesundheitssystems, das über 40 Bezirke in Pennsylvania abdeckt, behandelt wurden.

Unter anderem wiesen neue ärztliche Verschreibungen von Steroiden, Behandlungen in der Notaufnahme von Krankenhäusern und Klinikaufenthalte wegen Asthma auf akute Attacken hin. Im Zeitraum der Studie wurden mehr als 20.000 neue Rezepte für Steroide ausgestellt, es gab fast 5000 Einweisungen in Krankenhäuser und fast 2000 Besuche in Notaufnahmen wegen Asthma.

Größtes Risiko im Radius von 19 Kilometern

Das alles kam bei Patienten in der Nähe von mehr oder größeren aktiven Fracking-Anlagen bis zu vier Mal häufiger vor als in Fällen, bei denen die Erkrankten weit entfernt davon lebten. Das höchste Risiko von Asthma-Attacken wiesen der Studie zufolge Patienten auf, die durchschnittlich etwa 19 Kilometer von gebohrten Löchern entfernt lebten, das geringste Menschen in einer durchschnittlichen Entfernung von 64 Kilometern.

Dr. Norman H. Edelman, ein führender wissenschaftlicher Berater der American Lung Association, nannte die Studie „interessant und provokativ“. Aber er betonte, sie zeige nur eine Verbindung zwischen Fracking und Asthma auf, keine „Ursache und Wirkung“. Mehr intensive Forschung sei nötig. „Asthma ist ein großes Problem“, sagte der Experte. „Alles, was wir tun können, die Ursachen zu erhellen, wird sehr hilfreich sein.“

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