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Fragen Rekordannäherung Wie nah kommt Asteroid „2012 DA14 an die Erde“?

Rasant nähert sich der Asteroid „2012 DA14“ derzeit dem blauen Planeten. Er wird die Erde am Freitag so knapp wie noch nie ein anderer Himmelskörper dieser Größe verpassen. Was uns erwartet.

50 Jahre Weltraumforschung
La Silla ObservatoriumDie Sterne rotieren während einer Nacht um den südlichen Himmelspol am La Silla-Observatorium der ESO im Norden Chiles. Die diffusen Bereiche auf der rechten Seite des Bildes sind die Magellanschen Wolken, zwei kleinen Begleitgalaxien unserer Milchstraße. Die im Vordergrund sichtbare Kuppel beherbergt das 3,6-Meter-Teleskop mit dem HARPS-Instrument, dass dem zur Zeit erfolgreichsten Exoplanetenjäger der Welt. Das kastenförmige Gebäude unten rechts beherbergt das 0,25-Meter-TAROT-Teleskop, das so konstruiert ist, dass es besonders schnell auf Gammastrahlenausbrüche reagieren kann. Weitere Teleskope auf La Silla sind das 2,2-Meter-MPG/ESO Teleskop und das 3,6-Meter-New Technology Telescope, das erste Teleskop an dem aktive Optik zum Einsatz kam und somit Vorläufer aller modernen Großteleskope. La Silla war das erste Observatorium der ESO und ist nach wie vor eines der führenden Observatorien auf der Südhalbkugel. Quelle: Pressebild
ALMADer ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi hat dieses bemerkenswerte Bild der Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) vor der Kulisse der prächtigen Milchstraße aufgenommen. ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA. Die Detailfülle in diesem Foto bestätigt die unübertroffenen Beobachtungsbedingungen für die Astronomie auf dem 5000 Meter hohen Chajnantor-Plateau in Chiles Atacama-Region. Die Aufnahme zeigt die Sternbilder Carina (der Schiffskiel) und Vela (das Segel). Die dunklen, schmalen Staubwolken der Milchstraße erstrecken sich von der Mitte links oben zur Mitte rechts unten. Der helle, orangefarbene Stern links oben ist Suhail im Sternbild Vela, der ähnlich orange gefärbte Stern in der oberen Bildmitte ist Avior im Sternbild Carina. Nahe dieser Sterne formen drei blaue Sterne ein „L“: die zwei linken davon gehören zum Segel, der rechte zum Schiffskiel. Genau in der Bildmitte zwischen diesen Sternen leuchtet der rosafarbene Carinanebel (eso1208). Quelle: Pressebild
Die MilchstraßeDie zentralen Bereiche unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, beobachtet im nahen Infrarot mit dem NACO-Instrument am Very Large Telescope der ESO. Da sie seit mehr als 16 Jahren die Bewegungen der Sterne in unmittelbarer Umgebung verfolgen, konnten Astronomen die Masse des Schwarzen Lochs bestimmen, das sich dort verbirgt. Quelle: Pressebild
 Das Handout der Zeitschrift «NATURE» zeigt eine Illustration eines schwarzen Loches in einem Kugelsternhaufen. Quelle: dpa
PferdekopfnebelDieses Gebilde nennen die Astronomen den Pferdekopfnebel. Die Farbkomposition des Nebels und seiner unmittelbaren Umgebung basiert auf drei Einzelbelichtungen im sichtbaren Licht, die am 1. Februar 2000 mit dem FORS2-Instrument am 8,2-Meter Kueyen-Teleskop auf dem Paranal aufgenommen und dem wissenschaftlichen Archiv des VLTs entnommen wurden. Quelle: Pressebild
WeihnachtsbaumhaufenDiese Farbaufnahme zeigt eine Himmelsregion namens NGC 2264, die die leuchtend blauen Sterne des Weihnachtsbaumhaufens und den Konusnebel enthält. Aufgenommen wurde das Bild durch vier verschiedene Filter (B, V, R und H-alpha) mit dem Wide Field Imager am La Silla Observatorium der ESO in 2400 Metern Höhe. Der abgebildete Nebel hat einen Durchmesser von etwa 30 Lichtjahren. Quelle: Pressebild
OrionnebelAuch diese Großfeldansicht des Orionnebels (Messier 42) entstand in Chile. Das VISTA-Infrarotdurchmusterungsteleskop am Paranal-Observatorium der ESO zeichnete den Nebel auf, der sich in einer Entfernung von 1350 Lichtjahren von der Erde befindet. Mit dem riesigen Gesichtsfeld des neuen Teleskops lässt sich der gesamte Nebel zusammen mit seiner Umgebung in einer einzigen Aufnahme abbilden. Beobachtungen im Infraroten ermöglichen es, auch in die Bereiche des Nebels vorzudringen, die sonst von Staubwolken verdeckt sind, und machen die aktiven, jungen Sterne sichtbar, die sich darin verbergen. Quelle: Pressebild

Einen Zusammenprall schließen Experten aus. Für Satelliten besteht dagegen eine - wenn auch extrem geringe - Gefahr. Wissenschaftler erhoffen sich von der Rekordannäherung vor allem, dass sie ihnen wertvolle neue Forschungsdaten über Asteroiden liefert.

Das Wichtigste zuerst: Wird „2012 DA14“ die Erde wirklich nicht treffen?
Experten der US-Raumfahrtbehörde Nasa sagen dazu ganz klar: Nein. „Wir können sicher sagen, dass er nicht näher als 27 500 Kilometer an die Erde herankommen und sie nicht berühren wird“, hat beispielsweise Nasa-Manager Donald Yeomans erklärt.

Besteht denn sonst irgendeine Gefahr?
Möglicherweise für Satelliten, sagen die Experten. Der Asteroid fliegt nämlich so nah an der Erde vorbei, dass er auch die Bahn zahlreicher Kommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten kreuzen wird. Eine Kollision mit einem Satelliten sei allerdings „extrem unwahrscheinlich“, sagte Yeomans. Vorsichtshalber arbeitet die Nasa aber trotzdem mit Satellitenbetreibern zusammen und informiert sie über die berechnete Flugbahn von „2012 DA14“.


Woher wissen die Forscher das alles so genau?
Weil sie den Asteroiden und seine Umlaufbahn seit fast einem Jahr analysieren. Am 23. Februar 2012 ist „2012 DA14“ von Forschern in einem Observatorium im spanischen Andalusien entdeckt worden. Damals war er noch mehr als vier Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Wie jede solche Beobachtung wurde auch diese dann an das Nasa-Beobachtungsprogramm für erdnahe Objekte in Kalifornien gemeldet. Die Wissenschaftler dort haben inzwischen rund 15 Jahre Erfahrung mit der Erforschung von Asteroiden und haben „2012 DA14“ seit dem Tag seiner Entdeckung auf das Genaueste beobachtet.

Verwüstung durch Meteoriten auf der Erde


Ist es denn wirklich so selten, dass ein Asteroid so nah an der Erde vorbeifliegt?
Das kommt auf die Größe des Asteroiden an. Kleinere Himmelskörper fliegen ständig noch viel näher an die Erde heran - nach Nasa-Schätzungen insgesamt bis zu 100 Tonnen Material pro Tag. Aber einer von der Größe von „2012 DA14“ kommt statistisch gesehen nur alle 40 Jahre so nah und trifft die Erde - ebenfalls statistisch gesehen - nur einmal alle 1200 Jahre.


Was haben die Forscher denn noch alles über den Asteroiden herausgefunden?
Die Nasa sagt voraus, dass die Rekordannäherung am Freitag um 20.25 Uhr deutscher Zeit stattfinden wird. Am nächsten kommt der Asteroid der Erde über der zu Indonesien gehörenden Insel Sumatra im östlichen Indischen Ozean. „2012 DA14“ hat nach jüngsten Berechnungen der Europäischen Weltraumagentur Esa einen Durchmesser von 65 Metern und eine Masse von etwa 400 000 Tonnen. An der Erde wird er mit rasanten etwa acht Kilometern pro Sekunde vorbeifliegen. All diese Zahlen sind jedoch noch nicht ganz fix, denn je näher der Asteroid der Erde kommt, desto mehr und desto genauere Beobachtungen können die Forscher machen. Die Daten könnten sich bis zum Vorbeiflug also noch leicht verändern, sagt Nasa-Sprecher Dwayne Brown. „Erst danach haben wir die exakten Daten.“

Und was haben die Forscher noch nicht herausgefunden?
Ebenfalls eine ganze Menge. Sie wissen zum Beispiel nicht, woraus der Asteroid besteht. Aber gerade deswegen kommt ihnen der Vorbeiflug ja auch so gelegen - er liefert nämlich unendlich viele wertvolle Daten. Ein Forscherteam beschäftigt sich beispielsweise ausschließlich mit der Drehung. Mit neuster Technik wollen die Wissenschaftler herausfinden, in welche Richtung „2012 DA14“ wirbelt.


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Kann der Vorbeiflug beobachtet werden?
Ja in Europa, Asien und Australien - vorausgesetzt man befindet sich währenddessen gerade unter klarem Nachthimmel und hat ein sehr gutes Fernglas. Dann ist „2012 DA14“ als kleiner Punkt zu erkennen, der von Süden nach Norden zieht.

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