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Gedacht, getan! Was die Hirnforschung möglich macht

Seite 5/7

Ohne Umwege zum Gehirn

Hirnforschung Quelle: AP

Kommunizieren mit der Außenwelt

Wissenschaftler sind optimistisch, dass sich so in Zukunft auch gedachte Begriffe in Sprache oder Text übersetzen lassen. Menschen, die nicht mehr sprechen können, könnten dann wieder mit der Außenwelt kommunizieren.

Menschen wie Waltraud Faehnrich aus Hamburg zum Beispiel. Wenn sie mit ihrem Mann Joachim an der Alster unterwegs ist, muss er seine Frau im Rollstuhl schieben – denn sie kann sich nicht mehr bewegen. Er muss ihre Geschichte erzählen, denn sie kann auch nicht mehr sprechen, geschweige denn mit den Augen zwinkern. Die 67-Jährige leidet seit fünf Jahren an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), an der auch der bekannte britische Physiker Stephen Hawking erkrankt ist.

Die Krankheit schädigt jene Nervenzellen, die für Muskelbewegungen verantwortlich sind. Doch während Hawking zumindest noch kommunizieren kann, indem er die Augen bewegt, ist die Rentnerin gänzlich in ihrem Körper gefangen. „Sie bekommt alles mit“, sagt ihr Mann, „wir müssten nur einen Weg finden, ihr Gehirn anzuzapfen.“

Signale werden zu Antworten

Schon ein Ja oder Nein zu erkennen würde beiden den Alltag enorm erleichtern. Monatelang haben Wissenschaftler von der Uni Tübingen deswegen mit Waltraud Faehnrich trainiert, mit Elektroden am Kopf Hirnströme abgeleitet und ihr Hunderte Ja-Nein-Fragen gestellt, um die Signale des Gehirns sauber den Antworten zuordnen zu können.

Forscher stehen vor Schwierigkeiten

Noch aber sind die Ergebnisse nicht gut genug, um daraus eindeutige Schlüsse zu ziehen. Doch das Ehepaar gibt nicht auf. Die beiden wollen anderen Betroffenen zeigen, dass es sich lohnt, mit ALS weiterzuleben. Und die Forscher suchen weiter nach Methoden, die Gedanken von Waltraud Faehnrich zu erkennen.

Der Fall zeigt das Potenzial, aber auch die Schwierigkeiten, vor denen die Forscher noch stehen. Über externe Elektrodenkappen lassen sich die Hirnimpulse oft nicht genau genug erfassen. Auch dem Berliner Forscher Rojas gelang es beispielsweise nicht, sein Versuchsauto selbst per Geisteskraft zu lenken, weshalb er das Steuer seinem Teamkollegen Matzke überließ: „Man braucht Geduld und muss sich sehr konzentrieren“, sagt Rojas, „und selbst dann kann es an banalen Dingen scheitern wie etwa einer trockenen Kopfhaut.“

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