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Gesundheit Nächste Runde im Streit um die E-Zigarette

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Freispruch für die E-Zigarette?

Raucher die auf die E-Zigarette umsteigen fühlen sich oft besser. Quelle: dpa

Zwar fühlen sich viele der Menschen, die von den stinkenden Glimmstengeln auf die E-Zigaretten umsteigen deutlich besser, zum Beispiel weil sie weniger Husten, keine gelben Finger mehr haben und ihre Mitmenschen deutlich weniger einnebeln als mit ihrem bisherigen Gequalme. Doch wo die gesundheitlichen Vor- und Nachteile liegen, scheint nur recht unklar zu sein.

Tatsächlich sei die Datenlage in vielen Punkten noch sehr dünn oder widersprüchlich, sagt Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Kein Wunder: Während über die Gefahren des Rauchens seit Jahrzehnten geforscht wird, liegen über das vor sechs Jahren aufgekommende Inhalieren von Nikotin- und Aromen kaum Erkenntnisse vor.

Hier wollte der Interessenverband der E-Zigarettenhändler aus Seevetal Abhilfe schaffen. Er ließ das beauftragte Wessling Laboratorium nach vier typischen Schadstoffen fahnden, die beim Verbrennen von Tabak entstehen und sich auch im Zigaretten-Qualm nachweisen lassen: Formaldehyd, Nikotin, Acrylamid und Acrolein.

Außerdem wurde untersucht, ob sich in der Atemluft eines E-Zigaretten-Dampfers Spuren des Liquid-Bestandteils Propylenglykol befinden. Denn gerade diese Substanz wird wegen des potenziellen Gesundheitsrisikos debattiert.

Lösungsmittel verursacht Reizungen

BZgA-Chefin Pott rät gerade deshalb von den Hightech-Zigaretten ab, weil der Hauptbestandteil der Kartuschen, die in die E-Zigaretten eingelegt werden, Propylenglycol ist. Dieses in Kosmetika, Lebensmitteln und Medikamenten gebräuchliche Konservierungs- und Lösemittel könne, wenn man es inhaliert, Atemwegsreizungen auslösen.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie (DPG) warnt mit Hinweis auf eine vor wenigen Wochen im Fachmagazin „Chest“ veröffentlichte Studie an E-Zigaretten-Rauchern: Darin werde erstmals der vermutete schädliche Effekt von E-Zigaretten auf die Atmungsorgane nachgewiesen, wofür die Autoren in erster Linie Propylenglykol, aber auch andere Substanzen in den inhalierten Dämpfen verantwortlich machten.

Für die vom E-Zigarettenhandel initiierten Untersuchung wurden laut VdeH unterschiedliche Aroma-Liquids in verschiedenen Nikotinstärken getestet – und E-Zigaretten von unterschiedlichen Anbietern benutzt, deren Produkte alle im deutschen Handel erhältlich sind. Insgesamt sechs Probanden atmeten den Dampf der E-Zigaretten dann durch einen Schlauch in eine Gaswaschflasche aus.

Jeder Teilnehmer habe mindestens 30 Züge genommen. Und auch die Atemluft zwischen den Dampfzügen wurde durch den Schlauch in die Gaswaschflasche geleitet, die mit einem Liter Wasser gefüllt war. Danach wurde dieses Wasser im Labor untersucht.

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