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Gesundheit Nächste Runde im Streit um die E-Zigarette

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Neue Ergebnisse

Eine E-Zigarette Quelle: dpa

Das Resultat des neuen vom E-Zigarettenhandel initiierten Gutachtens, das der WirtschaftsWoche vorliegt, kommt zu ganz anderen Ergebnissen als alle bisher verfügbaren Studien: Die getesteten Stoffe liegen laut Prüfbericht unterhalb der Nachweisgrenze. Der VdeH interpretiert das so: Die neue „Studie“ beweise: „E-Zigaretten stellen keine Belastung für die Raumluft oder Nichtraucher in der Umgebung dar.“

Für viele Forscher, die den neuen Trend sehr kritisch unter die Lupe nehmen, ist diese vom VdeH als Studie titulierte Untersuchung noch sehr dünn. So fehlt Martina Pötschke-Lange, der Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, eine wissenschaftliche Veröffentlichung der Daten.

Pötschke-Langer hält das Inhalieren von Propylenglykol für brandgefährlich: „Wer würde schon freiwillig Frostschutzmittel inhalieren“, fragte die Krebsforscherin kürzlich in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. Genau das machten all jene Nutzer von E-Zigaretten, denn die darin vernebelte Nikotinlösung besteht laut Pötschke-Langer zu 90 Prozent aus der Trägersubstanz Propylenglycol.

Und das sei nichts anderes als Frostschutzmittel. Tatsächlich kommt Propylenglykol als solche zum Beispiel in Sonnenkollektoren, Hydraulikanlagen und Wärmepumpen zum Einsatz.

Datenlage ist unzureichend für eine Freigabe

Auch für Dennis Nowak, den früheren Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie,  hat die kritische Einschätzung seines Verbandes und des DKFZ „unverändert und uneingeschränkt Bestand“. Nowak, der  das Institut und die Poliklinik für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München leitet, hält die aktuelle Datenlage für völlig unzureichend für eine "Freigabe" des E-Schmauchens.

Interessanterweise betrachtet selbst das Labor, das die Daten für den E-Zigarettenverband erhoben hat, die Ergebnisse nicht als Studie: „Bei unserem Prüfbericht handelt sich nicht um eine toxikologische Studie, sondern  um eine analytische Untersuchung der genannten Verbindungen", betont Christophe Goldbeck, Leiter Produktsicherheit der Wessling GmbH.

„Eine Beurteilung dieser Ergebnisse wurde nicht beauftragt und daher auch nicht durchgeführt“, so Goldbeck. Sein Labor hatte Mitte Januar die Ausatemluft von sechs Probanden untersucht und dazu zuvor in eine Gaswaschflasche geleitet. Das Prinzip der Untersuchungsmethode erläutert Goldbeck so: "Alle Stoffe, die untersucht werden sollten, sind wasserlöslich; insofern können die Verbindungen aus dem Wasser analysiert werden.“

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