Gesundheitsstudie Bluthochdruck gefährdet Gesundheit am meisten

Mehr als neun Millionen Menschen starben 2010 an den Folgen des Bluthochdrucks, so das Ergebnis der „Global Burden of Disease Study 2010". Das macht ihn weltweit zur größte Gesundheitsgefahr.

Ein Medizinstudent misst am 29.06.2009 den Blutdruck einer Patientin. Hoher Blutdruck ist einem neuen Bericht zufolge die weltweit größte Gesundheitsgefahr, gefolgt von Rauchen und Alkohol. Quelle: dpa

Hoher Blutdruck ist einem neuen Bericht zufolge die weltweit größte Gesundheitsgefahr. 2010 starben an seinen Folgen mehr als zwei Millionen Menschen. Weitere Gesundheitsrisiken: Rauchen und Alkohol. Zusammen haben die drei Faktoren sogar den Hunger im Kindesalter als Risiko überholt, wie es in der „Global Burden of Disease Study 2010“ heißt. Die neue Studie wurde am Donnerstag in London vorgestellt. 486 Autoren aus 50 Nationen haben daran mitgearbeitet und nahmen Daten aus 187 Länder unter die Lupe.

Auch die Fettleibigkeit ist in den vergangenen zehn Jahren Statistiken zufolge zu einem immer größeren Problem geworden. Lag sie 1990 noch auch Platz 10, ist belegt sie nun auf Platz 6 der größten gesundheitlichen Risiken weltweit.

Mehr als 3 Millionen Menschen sind 2010 an den Folgen ihres Übergewichts gestorben. Besonders problematisch ist die Lage in Australien und Lateinamerika.

Menschen in Südasien haben dagegen vor allem mit der schlechten Luft zu kämpfen: Dort gehört Luftverschmutzung durch schädliches Heizmaterial weiterhin zu den größten gesundheitlichen Risiken.
Deutliche Fortschritte gibt es bei der durchschnittlichen Lebenserwartung Neugeborener: Sie hat sich seit 1970 bei den Männern um 11,1 Jahre auf 67,5 Jahre erhöht. Bei Frauen gab es sogar ein Plus von 12,1 auf 73,3 Jahre.

Die am häufigsten falsch behandelten Krankheiten
Platz 10: Uterus myomatosusKnapp zwei Drittel aller Fehler, die von den Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer 2011 anerkannt wurden, ereigneten sich in Krankenhäusern. Auf Platz 10 der dort am häufigsten fehlbehandelten Krankheiten ist Uterus mymatosus. Dahinter verbergen sich Myome der Gebärmutter, die am häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen. 21 Mal behandelten Krankenhaus-Ärzte diese Krankheit vergangenes Jahr falsch. Woran die zahlreichen Fehler in Krankenhäusern liegen, hat die WirtschaftsWoche bereits im April analysiert. Quelle: Fotolia
Platz 9: Gallenstein23 Mal wurden in Krankenhäusern vergangenes Jahr Gallensteine, also Cholelithiasis, falsch behandelt. Quelle: Fotolia
Platz 8: Oberflächliche VerletzungenWunden und Schrammen wurden 2011 in deutschen Krankenhäusern 26 mal falsch behandelt – womit sie auf Platz 8 landen. Bei Fehlbehandlungen in Arztpraxen erreichen oberflächliche Verletzungen Platz 10. Niedergelassene Ärzte behandelten sie nur zehn Mal falsch. Quelle: REUTERS
Platz 7: HandfrakturKnochenbrüche an der Hand behandelten Krankenhausärzte vergangenes Jahr 30 Mal falsch. Damit erreichen Handfrakturen Platz 7. Bei Fehlbehandlungen durch niedergelassene Ärzte erreichen Handfrakturen Platz 8. Sie behandelten diese Knochenbrüche 12 Mal falsch. Quelle: dapd
Platz 6: Schulter- und OberarmfrakturNur einmal mehr pfuschten Krankenhaus-Ärzte bei Brüchen an Schulter und Oberarm: Hier gab es 31 Fehlbehandlungen im Jahr 2011. Bei niedergelassenen Ärzten kommen Pfuschereien in diesem Bereich gar nicht in den Top 10 vor. Quelle: Fotolia
Platz 5: Unterschenkel- und SprunggelenkfrakturGanze 21 Mal häufiger wurden Brüche an Unterschenkel- und Sprunggelenken falsch therapiert. Hier gab es 2011 in deutschen Krankenhäusern 52 Fehlbehandlungen. In Praxen gab es bei Unterschenkel- und Sprunggelenkfrakturen sogar mit 15 Fällen die zweithäufigsten Fehlbehandlungen. Quelle: dpa-tmn
Platz 4: OberschenkelfrakturMit 63 Pfuschereien in Krankenhäusern landen Oberschenkelfrakturen auf Platz 4. In niedergelassenen Praxen kommen Oberschenkelfrakturen nicht in den Top 10 der Fehlbehandlungen vor. Quelle: dpa

Die höchste Lebenserwartung der Welt hatten im Jahr 2010 Frauen in Japan mit 85,9 Jahren und Männer in Island mit 80 Jahren. Für Deutschland werden für 2010 in den Statistiken 82,8 Jahre für Frauen und 77,5 Jahre für Männer genannt.

Todesfälle bei Kindern unter 5 Jahren sind im weltweiten Vergleich seit 1970 um 60 Prozent zurückgegangen. Die Forscher stellten aber auch fest, dass mehr junge und mittelalte Erwachsene an Krankheiten und Verletzungen sterben. Die längere Lebenserwartung bringt zudem ein längeres Leben mit Krankheiten mit sich.

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