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Große Wachstumschancen 3D-Druck steht vor dem Durchbruch

Noch ist 3D-Druck teuer und aufwändig. Aber in den kommenden zwölf Jahren könnte sich das Marktvolumen der Technologie verzehnfachen, sagt eine Studie voraus. Wo sich der Einsatz besonders lohnt.

Bisher ist die Produktion teuer und zeitlich aufwändig. Quelle: dpa

DüsseldorfIndustriell genutzte 3D-Drucker finden sich mittlerweile in vielen Fabrikhallen der Welt. Die Laser schmelzen Metall- oder Kunststoffpulver auf und formten daraus in ganz neuen Konstruktion ebenso Gaspedale für Formel 1-Boliden wie hochwertige Laufschuhe oder Bohrköpfe für die Ölplattformen auf rauer See. Bislang konzentriert sich der Einsatz der 3D-Drucker auf Einzelteile oder Kleinserien, weil die Produktion teuer und zeitlich aufwändig ist.

Rund 1,9 Milliarden Euro betrug der weltweite Umsatz 2015 mit solchen Produkten – ganz beachtlich für eine Technologie, die erst an der Schwelle zum massenhaften Einsatz steht. Der Durchbruch steht nun bevor: Laut einer Studie der Strategieberatung PwC Strategy& soll sich das Marktvolumen bis 2030 auf 22,5 Milliarden Euro fast verzehnfachen, die Steigerungsraten werden je nach Branche zwischen 13 und 23 Prozent erwartet – pro Jahr.

„Die Wachstumschancen sind groß: Derzeit nutzen erst 18 Prozent der Firmen 3D-Druck, in den nächsten fünf Jahren erwarten wir aber einen Anstieg auf ein Drittel der produzierenden Unternehmen“, sagte Christian Foltz, Partner bei Strategy& Deutschland. Bevorzugte Branchen sind schon wie derzeit die Autoindustrie, Luft- und Raumfahrt und die Medizintechnik. Das 3D-Druck-Verfahren eröffnet ihnen neue Möglichkeiten in der Produktion aber auch im Service, wenn sich Ersatzteile künftig vor Ort herstellen lassen können und nicht erst vom Zentrallager geschickt werden müssen.

In der Luft- und Raumfahrtindustrie prognostizieren die Experten bis 2030 ein Marktvolumen des 3D-Drucks von weltweit knapp zehn Milliarden Euro. Im Jahr 2015 wurden in der Branche nur 0,49 Prozent aller Produkte mit 3D-Druck hergestellt, bis 2030 soll der Anteil auf 5,2 Prozent ansteigen. Auch die deutschen Hersteller werden laut Studie stark davon profitieren: Derzeit liegt der Umsatz noch bei 24 Millionen, im Jahr 2030 soll er bereits eine halbe Milliarde Euro betragen. Dann wird nach Einschätzung der Autoren der 3D-Druck die wichtigste Rolle bei der maßgeschneiderten Konstruktion von Bauteilen spielen.

In der Autoindustrie liegt der Schwerpunkt des 3D-Einsatzes bislang noch in der Prototypenentwicklung. „Künftig ist es denkbar, dass Hersteller einzelne Bauteile, die nur in kleinerer Auflage benötigt werden, selbst ausdrucken und damit Zeit und Kosten gegenüber der bisherigen Lieferkette einsparen“, sagte Christian Foltz. „Aus Just-in-time-Lieferung wird dann On-Demand-3-D-Druck.“ Die großen Hersteller könnten solche Drucker in ihren Vertragswerkstätten aufbauen, die Originalersatzteile drucken und dadurch ihre Margen im Service- und Reparaturbereich durch geringere Logistik- und Lagerkosten deutlich erhöhen. Allein in Deutschland werde das Marktvolumen von derzeit 33 auf dann 230 Millionen Euro steigen.

Auch der Einzelhandel dürfte mit seinem stetig wachsenden Trend nach individualisierten Produkten profitieren, schätzen die Autoren der Studie. „Kunden können Produkte digital entwerfen und direkt vor Ort drucken lassen“ heißt es. Bezogen auf den deutschen Einzelhandel prognostiziert die Studie, dass das 3D-Druck-Marktvolumen von 0,3 Milliarden Euro (2015) auf 1,9 Milliarden im Jahr 2030 anwachsen wird. Im Industriebereich (ohne Auto) sagen die Experten eine Erhöhung von 0,44 Milliarden Euro auf knapp drei Milliarden bis 2030 voraus.

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