Hotel abgeriegelt Brite mit Verdacht auf Ebola in Mazedonien gestorben

Neuer Verdachtsfall auf Ebola in Europa: In Mazedonien ist ein Brite gestorben. Das Hotel, in dem er sich aufhielt, wurde abgeriegelt, niemand darf es verlassen.

Ebola-Verdacht: Gäste in Hotel in Skopje stehen unter Quarantäne, nachdem ein Brite entsprechende Symptome gezeigt hatte und gestorben war. Quelle: dpa

In Mazedonien ist am Donnerstag ein Brite mit Verdacht auf Ebola gestorben. Das nährt die Sorge vor einer Ausbreitung der in Westafrika grassierenden Seuche auch in Europa. Das Hotel in der mazedonischen Hauptstadt Skopje, in dem sich der Mann aufgehalten habe, sei abgeriegelt worden, teilten die Behörden am Abend mit. Ein zweiter britischer Staatsbürger und Hotelangestellte müssten im Gebäude bleiben.

Jovanka Kostovska von der Abteilung für Infektionskrankheiten im Gesundheitsministerium sagte, der verstorbene Mann sei am 2. Oktober aus Großbritannien in Skopje angekommen. Am Donnerstag sei er mit Fieber, Erbrechen und inneren Blutungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sein Zustand habe sich rapide verschlechtert, am Nachmittag sei er gestorben.

Das ist das Ebola-Virus

Fälle in Frankreich und Tschechien nicht bestätigt

In Prag wurde ein 56-jähriger Tscheche, der sich unlängst in Liberia aufgehalten hatte, wegen Ebola-Symptomen im Krankenhaus isoliert. Der Verdacht bestätigte sich aber nicht. Die Labortests seien negativ ausgefallen, teilte Gesundheitsminister Swatopluk Nemecek am Freitag in Prag mit. Es bestehe stattdessen Verdacht auf Malaria.

Wegen Ebola-Verdachts wurde auch in Frankreich ein Gebäude zeitweise abgeriegelt, nachdem vier Menschen, die Anfang Oktober aus Guinea nach Frankreich gereist waren, über Fieber und Kopfschmerzen geklagt hatten. Die Behörden in Cergy Pontoise bei Paris hoben die Absperrung aber wieder auf, nachdem der Verdacht sich nicht bestätigt hatte. In dem Gebäude hatten sich 60 Menschen aufgehalten.

Die westafrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia sind am stärksten von Ebola betroffen. An der Epidemie dort sind bislang mehr als 3800 Menschen gestorben.

"Krankheit einkesseln, wo sich sich ausgebreitet hat"

In Deutschland werden in Frankfurt und Leipzig auf Sonderisolierstationen Ebola-Kranke aus Westafrika behandelt. Ärtzekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery sagte der "Bild"-Zeitung, der beste Schutz für Deutschland sei es, den betroffenen Ländern vor Ort zu helfen. "Nichts ist besser, als die Krankheit dort einzukesseln, wo sie sich ausgebreitet hat", sagte Montgomery. 20 Millionen Euro, die Deutschland in der Region selbst investiere, seien besser angelegt als zwei Millionen Euro, die ein Transport eines Ebola-Patienten samt Behandlung koste.

Die Krankenschwester, die sich in Madrid in einer Klinik angesteckt hat, kämpfte um ihr Leben. Sie gilt als der erste Mensch, der sich außerhalb Westafrikas mit der meist tödlich verlaufenden Krankheit angesteckt hat.

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Die EU erwägt als Reaktion auf die Seuche verschärfte Kontrollen an Flughäfen für Reisende aus Westafrika. Großbritannien kündigte an, an den beiden größten Flughäfen in London, Heathrow und Gatwick, würden Einreisende auf Ebola getestet. Betroffen sei auch der Eurostar, die Zugverbindung zwischen Großbritannien und Frankreich.

Derweil haben sich am New Yorker Flughafen LaGuardia rund 200 Reinigungskräfte aus Furcht vor Ebola geweigert, die Flugzeugkabinen zu putzen. Sie hätten keinen ausreichenden Schutz, wenn sie Erbrochenes wegräumen oder die Bordtoiletten säubern müssten, erklärten Beschäftigte der Firma Air Serv in einer Stellungnahme. So hätten sie zum Beispiel keine Handschuhe, die dick genug seien und nicht reißen. Die Flugzeugbesatzungen mussten die Maschinen selbst reinigen.

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