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In militärischer Mission Ein historischer Tag für SpaceX

Das private US-Raumfahrt-Unternehmen SpaceX hat erstmals im Auftrag eines militärischen Nachrichtendienstes einen Spionage-Satelliten ins All geschickt - und die Trägerrakete wieder sicher gelandet. Ein Meilenstein.

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Wieder sichergelandet: Die SpaceX-Trägerrakete der NROL-76-Mission im Auftrag des US-Militärs. Quelle: SpaceX

Es war ein historischer Start für das Raumfahrt-Unternehmen von Elon Musk: SpaceX ist am Montag erstmals in militärischer Mission gestartet. Im Auftrag des Nationalen Aufklärungsamtes der Vereinigten Staaten von Amerika, einem militärischen US-Nachrichtendienst, schickte SpaceX von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida einen Spionage-Satelliten für das National Reconnaissance Office (NRO) ins All.

"Start und Landung waren gut", schrieb SpaceX-Gründer Elon Musk bei Twitter. Es sei eine schwierige Entscheidung gewesen zu starten, da die hohen Winde ein gewisses Risiko bargen, so Musk weiter. Nichtsdestotrotz gelang der Start.

Vom historischen Launch Complex 39A (LC39A) im Kennedy Space Center, von dem aus alle Space-Shuttles ihren Weg ins All machten, hob der Satellit NROL-76 mit einer Falcon 9 ab. Es war der erste NRO-Start in der Geschichte, bei dem die Trägerrakete nach dem erfolgreichen Start wieder auf der Erde landete.

Der Start war zunächst für Sonntagmittag geplant gewesen. Unmittelbar vor dem Countdown brach SpaceX jedoch ab und verlegte den Start auf den nächsten Tag. Grund dafür war laut dem Raumfahrt-Unternehmen ein Problem mit den Sensoren. Am Montag gelang dann der Start ohne weitere Vorkommnisse. Um 13.15 Uhr Mitteleuropäischer Zeit hob die Trägerrakete mit dem Satelliten ab, stieß ihn im richtigen Moment ab und landete knapp neun Minuten später auf der dafür vorgesehenen Plattform.

Der erneut gelungene Start einer gebrauchten Rakete ist ein großer Erfolg für SpaceX. Damit könnte der Flug ins All schon sehr bald zum Massenphänomen werden. Viele Anbieter berechnen heute etwa 9000 Dollar pro Kilogramm Satellitenfracht. Künftig könnte SpaceX nur noch 2000 Dollar fordern, erwartet Richard Rocket, Chef des Raumfahrt-Marktforschers NewSpace Global. "Das wird eine Welle neuer Kunden anziehen."

SpaceX startete mit NROL-76 nach langer Vorbereitung zum ersten Mal für das US-Verteidigungsministerium. 2015 erhielt SpaceX von der US Air Force nach einem aufwändigen Verifizierungsprozess die spezielle Zertifizierung um dieses Projekt angehen zu dürfen. Bis dahin war die United Launch Alliance (ULA) das einzige Unternehmen gewesen, dass für derartige Missionen vom US-Militär zugelassen war. Die ULA ist ein Joint Venture zwischen Lockheed Martin Space Systems und Boeing Defence, Space and Security und hatte die Weltraum-Start-Industrie weitgehend monopolisiert - bis SpaceX vor rund zehn Jahren groß einstieg.

Selfmade-Milliardär Elon Musk hat sich zum Ziel gesetzt, Raketenstarts um Dimensionen preiswerter zu machen. Dazu hat er erst den Fordismus in die Raketenfertigung eingeführt, den Bau wie am Fließband also. Und seit kurzem auch das Recycling: Im März schoss er eine gebrauchte Raketenstufe erneut ins All. Die Rakete war ebenfalls vom Kennedy Space Center gestartet. Knapp zehn Minuten nach dem Start war die Falcon-9-Rakete auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik gelandet. Die zweite Stufe der Rakete brachte den Satelliten SES-10 in seine Umlaufbahn, der Signale nach Südamerika und Mexiko weiterleiten soll.

Diese neuen Raketen sollen bald ins All fliegen
Die zwei Meter große Rakete Bloostar von Zero 2 Infinity startet von einem Ballon in der Stratosphäre aus ins All. Sein erster Start ist für 2019 geplant. Ein Start kostet vier Millionen Dollar. Ihre Nutzlast: 0,08 Tonnen. Quelle: Zero2Infinity
Die Electron wurde von Rocket Lab teilweise per 3-D-Druck hergestellt. Sie soll noch 2017 das erste Mal starten - für 4,9 Millionen Dollar. So viel kostet ein Start der Electron. Ihre Größe: 17 Meter. Ihre Nutzlast: 0,15 Tonnen. Quelle: REUTERS
Wohl eine der bekanntesten unter den neuen Raketenmodellen ist die Falcon Heavy von SpaceX. Sie soll ebenfalls 2017 das erste Mal an den Start gehen. Obwohl sie wiederverwendbar ist, kostet ein Start 90 Millionen Dollar. SpaceX will die 70 Meter große Rakete mit einer Nutzlast von 64 Tonnen 2018 mit einem Raumschiff gekoppelt zum Rundflug um den Mond schicken. Quelle: SpaceX
Das Interplanetary Transport System gehört ebenfalls zum Portfolio von SpaceX und ist deshalb ebenso wiederverwendbar. Sie soll nach ihrem ersten Start 2025 100 Menschen zum Mars bringen können. 62 Millionen Dollar kostet ein Start der 122 Meter großen Rakete, die eine Nutzlast von 450 Tonnen bietet. Quelle: SpaceX
Launcher One von Virgin Galactic Quelle: Virgin Galactic
Die Rakete New Glenn von Blue Origin soll den wiederverwertbaren Raketen von SpaceX Konkurrenz machen. Sie soll 2020 zum ersten Mal starten und dann eine Landefähre zum Mond fliegen. Was ein Start der 95 Meter hohen Rakete dann kosten könnte, gibt das Unternehmen bislang nicht bekannt. Nutzlast: 45 Tonnen. Quelle: Blue Origin
Sea Serpent One Quelle: Ripple Aerospace

Musk feierte den Einsatz als „unglaublichen Meilenstein in der Geschichte des Weltalls“. 15 Jahre hatten Entwickler laut Musk an der Wiederverwendbarkeit von Antriebsraketen gearbeitet, mit der Raumfahrt-Missionen deutlich günstiger werden sollen. Der Start einer solchen Rakete kostet SpaceX zufolge mindestens 62 Millionen Dollar. Durch die mehrmalige Verwendung könnten die Kosten deutlich sinken. Die erste Stufe der im April erneut verwendeten Rakete war ein Jahr zuvor erstmals im All gewesen.

„Dies wird eine riesige Revolution für die Raumfahrt sein“, sagte Musk. Bisher seien Antriebsraketen mit Flugzeugen vergleichbar, die man nach jedem Flug entsorge. „Wir haben bewiesen, dass etwas möglich ist, das viele Menschen nicht für möglich gehalten haben.“

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