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Induktives Laden Endlich Schluss mit dem Kabelsalat

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Toyota und Nissan wollen als erste in Serie gehen

Dass das funktioniert, zeigen Praxisversuche schon länger: Bereits 2014 hat zum Beispiel die Braunschweiger Verkehrs-GmbH Haltestellen aufgerüstet, um Elektrobusse per Induktion aufzuladen, während die Fahrgäste aus- und einsteigen. Die Technik stammt von Primove, der Mannheimer Tochter des kanadischen Transportkonzerns Bombardier. Ähnliche Projekte realisiert sie auch an ihrem Stammsitz sowie in Berlin. Und erst vor wenigen Wochen kündigte Primove die Zusammenarbeit mit einem noch ungenannten Autohersteller an.

Daimler und BMW kooperieren ihrerseits mit dem Schweizer Ladetechnikspezialisten Brusa. Die Stuttgarter arbeiten auch mit dem US-Chiphersteller Qualcomm zusammen. Ebenso wie Citroën und Renault.

Schon etwas weiter ist die aus dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) ausgegründete Firma Witricity. Vor der Zentrale in Watertown nahe Boston stehen jede Menge Toyota Prius, die Elektro- und Benzinantrieb kombinieren, und tanken auf speziellen Parkplätzen Strom. Damit die Ladespulen optimal zueinander ausgerichtet sind, rangiert ein elektronischer Parkassistent die Autos zentimetergenau auf die Tank-Stelle. Schon bald wollen Toyota und Nissan diese Lösung in Serie anbieten. Auch Mercedes arbeitet an solch einem System. Serienstart könnte ab dem Jahr 2017 sein.

Künftig sind sogar spezielle Ladespuren auf Autobahnen denkbar, um Akkus während der Fahrt zu füllen. Technisch ist dies dynamische induktive Laden möglich, erklärt Stefan Reichert, Teamleiter Elektromobilität am Freiburger Fraunhofer Institut ISE. Dazu müssten die Fahrzeuge auf wenige Zentimeter genau über den Stromspuren ausgerichtet werden. „Das klappt wohl am besten mit autonom fahrenden Autos“, erläutert Reichert. Noch sei aber nicht klar, ob solch eine Infrastruktur wirtschaftlich sein könne.

Der Fernseher wird zum Energieversorger

Einen Nachteil haben alle mit Induktion arbeitenden Systeme. Sender und Empfängerspule müssen relativ nah beieinander sein. Daher suchen einige Entwickler nach ganz neuen Verfahren der Energieübertragung. So will das Start-up Energous aus dem kalifornischen San Jose Strom über Radiofrequenzen ins Smartphone pumpen. Bei einem Abstand von anderthalb Metern, so verspricht Energous-Chef Stephen Rizzone, soll das Aufladen nicht länger dauern als an einer konventionellen Steckdose. Er will sein System in Fernseher, Kühlschränke oder WLAN-Router integrieren, die dann als Energiesender dienen. Prototypen gibt es bereits, Ende nächsten Jahres sollen erste Geräte auf den Markt kommen.

In Arbeit
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Das will auch die 26-jährige Erfinderin Meredith Perry mit ihrer Firma ubeam aus Los Angeles schaffen. Sie nutzt Schallwellen in einem unhörbaren Frequenzbereich, um Energie zu verschicken. Für diese Idee hat Perry bereits 13 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die Entwickler von Samsung und Apple nehmen das junge Unternehmen sehr ernst.

Setzen Rizzone und Perry sich durch, bleibt das Handy beim Laden künftig in der Tasche. Über den Zustand des Akkus müssen wir uns dann nie mehr Gedanken machen. Und werden immer für den Chef erreichbar sein.

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