WiWo App Jetzt gratis testen!
Anzeigen

Influenza-Saison Wie Sie sich gegen die Grippewelle schützen

Halskratzen, Gliederschmerzen, Fieber: Die Grippe grassiert. Doch wie gefährlich ist die Influenza? Hilft eine Impfung? Und was kann man tun, wenn sie einen erwischt hat? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wann Sie lieber zum Arzt statt zur Arbeit gehen sollten
Die wenigsten Menschen bleiben wegen jedem kleinen Wehwechen zuhause und lassen sich krank schreiben. Auch aus ärztlicher Sicht spricht nichts dagegen, mit einer kleinen Erkältung zur Arbeit zu gehen. Man sollte in jedem Fall in sich hinein horchen und sich fragen, ob man sich fit genug fühlt. Quelle: dpa
Wer mit einem leichten Infekt zur Arbeit geht, sollte seinen Körper mit Hausmittelchen unterstützen und darauf achten, sich im Büro regelmäßig die Hände zu waschen, um nicht unnötig Keime zu verbreiten. Kollegen anzuniesen oder anzuhusten, sollte schon der Anstand verbieten. Quelle: Fotolia
Es kommt natürlich auch auf den jeweiligen Beruf an. Wer eine Bürotätigkeit ausübt und vielleicht auch noch in einem Einzelbüro sitzt, von dem geht eine viel geringere Gefahr aus, als von einem unkonzentrierten, schlappen Piloten oder einem Erzieher, der seine Bakterien im Kindergarten verteilt. Quelle: Fotolia
Grundsätzlich gilt: Wer Fieber hat, sollte zum Arzt und nicht zur Arbeit. Denn Fieber ist ein deutliches Warnzeichen des Körpers, das etwas im Argen liegt. Auch Husten mit Auswurf ist ein deutliches Zeichen, dass ein Arztbesuch mit anschließender Bett- oder zumindest Sofaruhe angezeigt ist. Quelle: dpa
Und auch wer sich ohne Fieber richtig mies fühlt, sollte im Bett bleiben und sich nicht aus Pflichtgefühl zur Arbeit schleppen. Auch wenn andere Kollegen schon "mit viel schlimmeren Krankheiten" zur Arbeit gekommen sind. Quelle: Fotolia
Auch Betroffene, die bei Wind und Wetter draußen arbeiten oder beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben, sollten lieber mit ihrem Arzt besprechen, ob sie arbeitstauglich sind oder besser zu Hause bleiben sollten. Quelle: dpa
Je ansteckender eine Krankheit ist, desto länger sollte man - mit Krankenschein - zuhause bleiben. Bei Erkrankungen wie dem Noro-Virus beispielsweise, fühlt sich der Patient vielleicht schon nach ein paar Tagen wieder gut, ist aber noch die reinste Virenschleuder. Da heißt es das Haus hüten, bis der Arzt etwas anderes anordnet. Quelle: dpa

Der Kopf ist schwer, die Glieder schmerzen, dann setzt das Fieber ein, gefolgt von Husten und Schnupfen: Die Grippesaison hat offiziell begonnen. Seit der 51. Kalenderwoche im vergangenen Jahr sind die gemeldeten Grippefälle (Influenza) beim Robert Koch-Institut (RKI) deutlich angestiegen. Auch die Statistik der ersten Woche im neuen Jahr zeigt: Die Grippewelle dieses Winters ist da. Das Labor des RKI bestätigte bisher rund gemeldete 2.600 Influenza-Fälle und neun Todesfälle durch den Grippevirus. Die Statistik wird täglich ergänzt.

Doch was hilft gegen die Influenza? Ist eine Impfung jetzt noch sinnvoll? Und was kann man tun, wenn die Grippe einen erwischt hat? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Influenza oder doch bloß ein Schnupfen?

Schüttelfrost, Husten, Fieber: Das könnte eine Grippe sein. Das Problem dabei ist: Die Symptome der Grippe sind einer Erkältung oder anderen Atemwegsviren ziemlich ähnlich. Doch eine Grippe ist ein spezielles Virus, das sich meist deutlich schlimmer auswirkt als andere. Und es kann gefährlicher sein, besonders bei Risikogruppen – und sogar zum Tod führen.

Was hilft vorbeugend gegen Grippe?

Der beste Schutz ist eine Grippeimpfung. Allerdings bietet sie keinen hundertprozentigen Schutz. Das liegt daran, dass sich der Virus immer wieder verändert, also muss auch der Impfstoff immer wieder angepasst werden. Und die Impfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden. Auch wer geimpft wurde, kann also trotzdem krank werden. Die Wirksamkeit des Grippe-Impfstoffs ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. 2015/2016 lag sie laut RKI bei 40 bis 60 Prozent. Das lag daran, dass sich der Virus verändert hatte, der Impfstoff jedoch nicht so schnell nachproduziert werden kann.

Macht eine Impfung jetzt noch Sinn?

Ja. Zwar empfiehlt das Robert Koch-Institut die Impfung im Herbst. Doch da das Medikament zehn bis vierzehn Tage benötigt, bis er wirkt, ist eine Impfung immer noch sinnvoll.



Wer sind Risikogruppen?

„Zu den Risikogruppen gehören zum Beispiel chronisch Kranke, Kinder und Senioren“, sagt Susanne Glasmacher von RKI. Doch die Älteren sind es, die sich immer weniger impfen lassen. Eine aktuelle Studie zeigt: Bei den über 60-Jährigen ist nur gut jeder Dritte gegen Grippe geimpft. Für sie ist die Krankheit jedoch besonders gefährlich.


Warum sind Senioren besonders gefährdet?

Normalerweise erkranken Senioren am seltensten an der Grippe. Das liege daran, dass ihr Immunsystem im Laufe des Lebens ausreichend Abwehr gegen verschiedene Viren gebildet hat, sagt Glasmacher vom RKI. Doch dieses Jahr dominiere der H3N2-Virus. Ein Virus, der erst in den 60-Jahren entstanden sei. Weil er noch relativ jung sei, hätte das Immunsystem älterer Menschen nicht immer Schutz aufbauen können. Wenn Senioren an der Grippe erkrankten, dann besonders schwer. Weil die Menschen dann geschwächt seien, könnte das zu weiteren Krankheiten führen. Wie zum Beispiel eine Lungenentzündung, die wiederum zum Tode führen könnte.

Wie wird die Grippe übertragen?

Das Virus wird per Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt konkret: Abstand halten. Hände schütteln, umarmen, niesen, husten, aus einem Glas trinken, küssen können den Virus übertragen. Der Virus kann aber auch durch verunreinigte Gegenstände wie Türklingen, Handgriffe in Bussen und Bahnen oder Treppengeländer weitergereicht werden.

So melden Sie sich richtig krank
Deutsche sind krank wie nie Quelle: dpa
Frühzeitig krank melden Quelle: dpa
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Quelle: dpa
Arztbesuch Quelle: dpa
Krankschreibung nach sechs Wochen
Probezeit Quelle: dpa
Krank am Arbeitsplatz Quelle: dpa

Macht die Grippeimpfung krank?

„Dass eine Grippeimpfung krank machen kann, ist ein hartnäckiges Gerücht“, sagt Susanne Glasmacher von RKI. Natürlich könnten auch nach der Influenza-Impfung wie nach jeder Impfung Nebenwirkungen auftreten, zum Beispiel leichte Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Impfstelle. Doch der Grippeimpfstoff für Erwachsene enthalte nur Bestandteile abgetötete Erreger, sogenannte Totimpfstoffe, die nicht krankmachen könnten. Für Kinder gibt es einen Lebendimpfstoff, der eine laufende Nase verursachen kann. Nur wer eine schwere Allergie gegen Hühnereiweis hat, sollte auf die üblichen Influenzaimpfstoff verzichten.

Wie wird der Impfstoff hegestellt?

Influenzaimpfstoff wird mit Hilfe von Hühnereiern hergestellt. Vereinfacht dargestellt werden Viren – manchmal genetisch verändert – in Eier eingepflanzt. Beim Brüten vermehrten sich die Erreger, bis die Viren wieder entnommen, gereinigt und abgetötet werden.

Wer zahlt die Schutzimpfung?

In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Schutzimpfung. Auch viele Unternehmen bieten ihren Angestellten eine kostenlose Grippe-Impfung.

Warum immer im Winter?

Das wird noch erforscht. Doch Vermutungen der RKI-Experten gibt es einige: Das geschwächtes Immunsystem und trockene Heizungsluft machen die Atemwege anfälliger für eine Infektion. Und: Die Grippeviren sind vermutlich bei Kälte und trockener Luft überlebensfähiger.


Was tun, wenn die Anzeichen da sind?

Der beste Rat: Ab ins Bett! Denn Grippeviren sind ansteckend – und das machen sie so gefährlich. Nur wer geimpft ist, verbreitet die Viren nicht weiter. Ansonsten: Hände richtig waschen, also ausreichend lange einseifen und Handrücken, Daumen, Fingerspitzen und Nägel nicht vergessen. Auch sollte regelmäßig gelüftet werden.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%