Infrastruktur Wie der Hyperloop die Immobilienpreise verändern könnte

Wenn Elon Musks Hyperloop irgendwann in Deutschland eingeführt wird, könnte er den Immobilienmarkt durchrütteln. Vor allem Städte wie Hannover und Nürnberg könnten von einer Nord-Süd-Verbindung profitieren.

Testgelände von Hyperloop One. Quelle: REUTERS

Wer aktuell den Namen Elon Musk hört, denkt sicherlich in erster Linie an das Unternehmen Tesla. Tesla ist aktuell das wohl größte und medial am stärksten wahrgenommene Projekt des Milliardärs. Doch auch andere Vorhaben von Musk sind interessant: Neben SpaceX rückt nun der Hyperloop verstärkt in den Fokus.

Beim Hyperloop geht es um eine neue Art der Waren- und Personenbeförderung, die durch Musks Unternehmergeist und Finanzspritzen nun ebenfalls Realität werden könnte. Die neuartige „Magnetschwebebahn“ in Röhren soll mehr als 1000 Kilometer in der Stunde zurücklegen können.

Nachdem in der Wüste von Nevada gerade der erste erfolgreiche Test der Firma Hyperloop One absolviert wurde, nennt das Unternehmen 2020 als Jahr der technischen Einsatzbereitschaft. Unabhängig davon, ob dieser Zeitplan einzuhalten ist, gibt es ein wachsendes Interesse an der Technologie.

Zur Person

Zuletzt gab der slowakische Wirtschaftsminister Vasil Hudak eine gemeinsame Erklärung mit Hyperloop Transportation Technologies, einem Konkurrenten der Hyperloop One, ab. Er machte deutlich, dass er die Technologie als ein Sprungbrett für Innovationen sieht. Diese Haltung ist absolut nachvollziehbar.

Neben den extrem hohen Geschwindigkeiten sind vor allem die sehr niedrigen Kosten für die Beförderung von Waren spannend. Der weltweite Effizienzdruck wird im Hyperloop eine neue Form der Bewegung hervorbringen, die gerade den angeschlossenen Regionen einen hohen Wettbewerbsvorteil bringen wird.

Fakten zum Hyperloop

Allerdings wird es auch Konsequenzen geben, die nicht so offensichtlich sind. Vor allem die Personenbeförderung könnte die aktuelle Realität spürbar verändern.

Die Urbanisierung ist ein Trend, der bisher immer weiter anhält und für immer höhere Preise in den Metropolregionen sorgt. Aber auch zwischen den einzelnen Metropolregionen sind die Preisunterschiede hoch. Dieser Umstand könnte sich bei einer direkten Verbindung durch die Hyperloop-Technologie allerdings bald ändern.

So hat Hyperloop den Schnellzug getestet
Der Hyperloop-One-Gründer Brogan BamBrogan präsentiert die Testrecke. Er ist der ehemalige Ingenieur von Elon Musk' Weltraum-Start-up SpaceX. Quelle: Matthias Hohensee
Das Hyperloop-One-Führungstrio (von links): Gründer Shervin Pishevar, CEO Rob Lloyd, Gründer und Technikchef Brogan BamBrogan. Quelle: Matthias Hohensee
Die Teststrecke von Hyperloop One nördlich von Las Vegas: Noch fährt der Testschlitten auf normalen Schienen. Quelle: Matthias Hohensee
So sieht der Schlitten aus der Nähe aus. Quelle: REUTERS
Der Testschlitten wird mit Magneten beschleunigt, ein Unidorn-Maskottchen soll Glück bringen Quelle: Matthias Hohensee
Der Schlitten wurde binnen einer Sekunde auf eine Geschwindigkeit von 100 Meilen pro Stunde (gut 160 Km/h) beschleunigt. Quelle: dpa
Der Schlitten rast davon, die Kamera kommt nicht hinterher. Quelle: dpa

Sollten zum Beispiel die Metropolen Hamburg und München durch einen Hyperloop verbunden werden, könnten mögliche Zwischenstopps in Hannover und Nürnberg für eine Verschiebung der Immobilienpreise sorgen.

Bisher war es sicherlich schwer vorstellbar, dass eine Vielzahl von Menschen jeden Tag zwischen Nürnberg, Hannover und Hamburg pendeln könnte. Bei einer Geschwindigkeit jenseits der 1000 Stundenkilometer ist dieser Umstand allerdings absolut im Bereich des Möglichen.

Die Folge könnte ein gewisser Ausgleich zwischen den Immobilienpreisen sein. Die Preise in den aktuell teuersten Wohnstandorten Deutschlands könnten sich entspannen und der Begriff „Speckgürtel“ könnte neu definiert werden. Gleichzeitig würden dünn besiedelte Gebiete zusätzlich belastet, da die neue „Normalität“ für sie nicht gelten würde.

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