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Inhaltsstoffe des Biontech-PräparatsZucker und Salz sind für den Corona-Impfstoff unverzichtbar – das ist der Grund

Nach Weihnachten erhalten die ersten Menschen in der EU das Biontech-Präparat. Darin stecken neueste Erkenntnisse der Biotechnologie – und zwei ganz banale Zutaten. Warum es ohne Salz und Zucker nicht geht.Konrad Fischer 24.12.2020 - 08:49 Uhr

Wer sich die Liste der Inhaltsstoffe des Corona-Impfstoffs genauer anschaut, der stößt auch auf zwei Zutaten, die der Laie eher in der Küche vermuten würde: Zucker und Salz.

Foto: Pexels

Wenn am 27. Dezember die ersten Patienten in Deutschland den Impfstoff der Konzerne Biontech und Pfizer erhalten, dann ist das ein Symbol der Hoffnung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Und es ist ein medizinischer Durchbruch für die Impfstoffe aus der mRNA-Klasse. Diese Präparate nutzen die sogenannte Messenger-RNA, die im menschlichen Körper Erbinformationen transportiert, als eine Art Bote. Sie regt die körpereigenen Zellen an, Antikörper gegen die Coronaviren zu bilden. 

Das Grundprinzip selbst ist zwar seit einiger Zeit bekannt, 2006 wurden Craig Mello von der Harvard-Universität in Boston und sein Kollege Andrew Fire von der Eliteuni MIT in Cambridge bereits für eine Entwicklung mit dem Nobelpreis geehrt, die sich die mRNA zunutze machte. Den daraus folgenden Produktentwicklungen aber blieb lange der große Durchbruch verwehrt – bis jetzt.

Wer sich die Liste der Inhaltsstoffe des Präparats aber genauer anschaut, der stößt neben den Begrifflichkeiten für die modernste Pharmatechnologie auch auf zwei Zutaten, die der Laie eher in der Küche vermuten würde: Zucker und Salz. So banal die beiden Ingredienzen auch sein mögen – für die Funktionalität des Impfstoffs sind sie trotzdem unverzichtbar.

Zucker gegen die Kälte

Da ist zum einen der Zucker, genauer: die Saccharose, also der Zweifachzucker oder gewöhnliche Haushaltszucker, wie er hierzulande zumeist aus Zuckerrüben gewonnen wird. Seine Funktion im Impfstoff aber hat mit der Verwendung bei der Zubereitung von Speisen wenig zu tun. Vielmehr dient er hier als „Cyroprotectant“, oder wie es ein wenig anschaulicher auf Deutsch heißt: als biogenes Gefrierschutzmittel.



Denn der mRNA-Wirkstoff muss, um zumindest für einige Zeit haltbar gemacht zu werden, tiefgefroren transportiert und gelagert werden. In diesem tiefgefrorenen Zustand aber besteht die Gefahr, dass die Nanopartikel des Impfstoffs zusammenkleben und dadurch in ihrer Funktionsfähigkeit gestört werden. 

Hier kommt der Zucker ins Spiel, eine Molekülverbindung, die besonders bereitwillig Wasserstoffbrücken zu benachbarten Wassermolekülen bildet. Damit schirmt sie die Nanopartikel des Impfstoffs voneinander ab und bewahrt sie – zumindest für einige Zeit – davor zusammenzukleben und sich dabei zu schädigen.

Salz für die Bekömmlichkeit

Das aus dem Haushalt bekannte Salz, spezifischer also Natriumchlorid, entfaltet seine Wirkung anders als der Zucker erst deutlich später in der Anwendung: Nämlich dann, wenn der Impfstoff in den Körper eintritt. 

Um vom diesem möglichst gut angenommen zu werden, muss der Impfstoff einen möglichst ähnlichen pH-Wert wie der menschliche Körper aufweisen, also ähnlich sauer oder basisch sein. Damit das funktioniert, wird dem Wirkstoff, so wie vielen anderen Arzneimitteln, eine Phosphat-gepufferte Salzlösung (phosphate buffered saline, PBS) beigesetzt. Diese hat einen pH-Wert von 7,2 bis 7,4 und entspricht damit dem des menschlichen Körpers.  Durch den Zusatz gleicht sich der gesamte Impfstoff dem körpereigenen Wert an. 

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Die Salzlösung selbst, ein Standardprodukt der Pharmaindustrie, besteht aus vier Bestandteilen: DinatriumhydrogenphosphatKaliumchlorid, Kaliumdihydrogenphosphat und Natriumchlorid. Sie setzt sich also aus einem Kaliumsalz und einem Natriumsalz der Phosphorsäure, dem Kaliumsalz der Salzsäure und besagtem Haushaltssalz zusammen. Zusammen schaffen die Salze hier ungefähr das, was ihnen hin und wieder auch in der Küche glückt: Sie machen ein eigentlich kaum bekömmliches Produkt genießbar.

Mehr zum Thema: „Das Risiko der Impfstoffe ist nicht kalkulierbar“, sagt Torsten Leue, Chef der drittgrößten deutschen Versicherungsgruppe Talanx.

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