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Innovation Deutsche Wissenschaftler entwickeln sanfte Roboterhand

Lange galten flinke Roboterhände als Science-Fiction-Vision: An der TU Berlin arbeiten Forscher an einer sanften Roboterhand, die schon fast so gut zupacken kann wie die menschliche.

Der Roboter

Berliner Forscher haben eine weiche Roboterhand entwickelt, die präzise nach Objekten greifen kann. Betrieben werden die Silikonfinger durch Druckluft: Mit Hilfe von Luftkammern krümmen sie sich in die gewünschte Richtung. Die Hand wurde am Donnerstag auf der internationalen Konferenz „Robotics - Science and Systems“ (RSS) an der Technischen Universität Berlin vorgestellt.
Steuern lässt sich die Silikonhand per Computer: Mit einem Knopfdruck löste bei der Präsentation TU-Doktorand Raphael Deimel eine Pumpe aus. Wie stark sich die Finger dann krümmen, hängt von der Größe des Objekts ab: „Die Hand benötigt keinerlei Sensortechnik“, sagte Deimel.

Wie Roboter den Alltag erleichtern
Krankenpfleger Ein Roboter CARE-O-bot, der vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung entwickelt wurde, versorgt eine Bewohnerin eines Pflegeheims mit einem Getränk (undatiert). Auch dieser Roboter unterstützt ältere Menschen im häuslichen Umfeld und das Pflegepersonal in Pflegeeinrichtungen. Quelle: dpa
Der KochBremer Forscher präsentierten 2013 den Roboter „PR2“, der Popcorn machen und Pfannkuchen wenden kann. Das nötige Vorwissen habe sich dieser unter anderem aus dem Internet geholt, sagte Professor Michael Beetz von der Universität Bremen. Sein Team arbeitet zusammen mit sieben europäischen Partnern in einem auf vier Jahre angelegten Projekt an lernfähigen Robotern. Ziel sei es, diese neue Form der Programmierung zunächst bei Robotern anzuwenden, die alte und pflegebedürftige Menschen bei einfachen Aufgaben unterstützen. Diese könnten in den nächsten zehn Jahren einsatzbereit sein. Quelle: dpa
Der BarkeeperDer Roboter "James" des Münchener Fortiss-Institutes für Hightech-Forschung in München (Bayern) ist als Barkeeper programmiert und soll bei einer Interaktion mit Menschen seine Aufgaben nicht nur richtig erledigen, sondern dabei auch auf die sozialen Bedürfnisse seines Gegenübers eingehen. Wer sich bei James bedankt bekommt die Antwort: "Always a pleasure". Quelle: dpa
KuschelrobbeDer weiße Sozialroboter namens Paro soll Demenzkranken Zuwendung schenken. Das mit Sensoren vollgestopfte Kuscheltier reagiert auf Berührung, Licht und Bewegung. Es soll für Demenzkranke Zuwendung simulieren - und ist deswegen vor allem nach einer Messepräsentation 2011 heftig umstritten gewesen. Tritt an die Stelle des Zivildienstleistenden oder der Pflegekraft nun der Sozialroboter? 5000 Euro kostet die schnurrende Pelzattrappe. Quelle: dpa
Putzhilfe mit gutem OrientierungssinnInzwischen schon fast ein Klassiker unter den Haushaltsrobotern ist der autonome Staubsauger. Dieses Modell, ein Samsung Navibot SR 8855, sticht vor allem durch seine Navigationsfähigkeiten heraus. Aus Aufnahmen von einer eingebauten Kamera setzt er ein digitales Abbild des Raums zusammen, den er reinigen soll. Das verhindert laut Hersteller sinnloses Kreuz- und Querfahren wie bei anderen Saugrobotern. Hindernissen weicht der Navibot aus, die eingebauten Sensoren erkennen auch Treppenabsätze. Im Handel gibt es den Navibot ab etwa 320 Euro. Quelle: Presse
Freundlicher KrankenpflegerDieses freundlich dreinschauende Gesicht gehört einem Roboter aus dem Hause Panasonic. Das Modell Hospi-Rimo soll als Kommunikationsplattform für bettlägerige Patienten dienen, die mit dem Roboter von zu Hause aus mit Arzt, Freunden oder Verwandten per Videokonferenz kommunizieren wollen. Der Roboter kann dabei laut Hersteller mit fragilen Ampullen und Medikamenten so vorsichtig umgehen wie eine Krankenschwester. Quelle: Presse
HaarpflegerDieser von Panasonic hergestellte Haarwaschroboter widmet sich der Pflege des Haupthaars von bettlägerigen Patienten. Vollautomatisch kann das Gerät eine komplette Haarwäsche durchführen und dabei eine Spülung einmassieren sowie die Haare nach dem Waschen wieder trocknen. Dabei kommen insgesamt 24 robotische Finger zum Einsatz. Quelle: Presse

In seinen bisherigen und auf Video dokumentierten Experimenten griff die Silikonhand erfolgreich nach Stiften, Sonnenbrillen, Flaschen oder Tüchern. „Der Vorteil der weichen Hand ist, dass sie Oberflächen nicht beschädigt, von denen sie etwas aufhebt“, sagte Deimel. Außerdem könnten dem robusten Material auch Hitze, kochendes Wasser oder Sand nichts anhaben.

Den Bauplan für die Silikonhand haben Deimel und sein Professor von der Arbeitsgruppe „Robotics and Biology Laboratory“, Oliver Brock, ins Internet gestellt. Sie sei relativ einfach nachzubauen und deutlich günstiger als Roboterhände aus Metall, die bis zu 100 000 Euro kosten könnten, sagte Deimel. Die Materialkosten für seine Silikonhand lägen mit 300 bis 400 Euro deutlich darunter. Allerdings könne sie bislang auch nur leichtere Gewichte bis 500 Gramm tragen.

„Die Vision ist, dass Roboter den Menschen eines Tages im Alltag helfen können“, sagte Deimel. „Sie könnten zum Beispiel Dinge von A nach B bringen, verlorene Schlüssel suchen oder Zimmer aufräumen.“ Die menschliche Geschicklichkeit werde die Silikonhand in naher Zukunft aber noch nicht erreichen, betonte der Doktorand. Bei seiner Vorführung löste sich zudem einer der Finger. „Die Technik funktioniert oft, aber noch nicht immer.“

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