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Innovationspreis Hana, der Analyseturbo

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Hana ist erst der Anfang

Ein Pkw fährt auf das Gelände der AOK in Hannover Quelle: dpa/dpaweb

Das sehen auch die Kunden so. In den ersten sieben Monaten nach Marktstart haben die Walldorfer mit dem System rund 160 Millionen Euro Umsatz erzielt. „Damit ist Hana das am stärksten wachsende Produkt, das wir je auf den Markt gebracht haben“, sagt SAP-Deutschland-Chef Michael Kleinemeier. Inzwischen nutzen Unternehmen wie Red Bull und Bosch-Siemens-Hausgeräte, aber auch die AOK den Analyseturbo aus Walldorf.

Möglich wird die Technik durch einen Bruch mit jahrzehntelang etablierten Prinzipien der Datenverarbeitung: Die neue Plattform verarbeitet und lagert die Daten direkt im Arbeitsspeicher, statt sie zeitaufwendig von den langsameren Festplatten zu holen und dort wieder abzulegen.

Der nächste Preisträger ist schon in Sicht

Im IT-Jargon heißt dieses Prinzip In-Memory-Computing. Fachleute halten es für ähnlich revolutionär wie einst den Wechsel vom Großrechner zur PC-Ära, der die heutige Digitalisierung des Lebens erst ermöglicht hat. Dabei setzt SAP nicht als Einziger auf das neue Prinzip. Auch Erzrivale Oracle nutzt die Technik bereits. SAP ist nicht einmal der Anbieter der schnellsten In-Memory-Datenbank. Die stammt laut unabhängiger Tests vom Nürnberger IT-Spezialisten Exasol. Dennoch vollzieht SAP den Schwenk – von der klassischen IT-Welt zum neuen Software-Paradigma – so konsequent wie sonst kein IT-Unternehmen vergleichbarer Größe. Bisher dient Hana primär der Datenanalyse. Doch das ist erst der Anfang: „Aktuell läuft der Umbau aller Softwaremodule“, sagt Hana-Entwicklungsleiter Stefan Sigg: „Jetzt machen wir aus dem Turbolader Hana das Hochleistungstriebwerk, das alle SAP-Anwendungen auf das neue Leistungsniveau katapultiert.“

In Arbeit
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Der Umbruch bietet den Anwendern zwei Optionen. „Sie sind in der Lage, binnen Sekunden in Datenbergen unternehmenskritische Trends zu entdecken, statt wie bisher Stunden oder Tage auf Auswertungen warten zu müssen", sagt Lothar Büttner, der für Hana verantwortliche Manager in Deutschland. Doch mit der Technik lassen sich auch Datenmengen auswerten, deren Verarbeitung bisher in vertretbarer Zeit nicht möglich gewesen wäre. So arbeiten Forscher und Mediziner der Berliner Charité mit SAP an einer Software zur Verbesserung der Krebstherapie: Die Oncolyzer genannte Plattform soll die gigantischen bei der DNA-Analyse von Tumorzellen anfallenden Datenmengen in kürzester Zeit auf Anomalien und Mutationen untersuchen und so helfen, patientenspezifische Therapien zu entwickeln. Erfüllen sich die Hoffnungen der Entwickler, wäre der Oncolyzer heißer Kandidat für den nächsten Innovationspreis. Die Technik kann die Behandlung von Krebspatienten verbessern

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