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Innovationspreis Die Finalisten im Überblick

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Unknackbar gut

Anfangs wollten Andrea Pfundmeier und Robert Freudenreich nur eigene Daten sicher im Netz speichern. Jetzt nutzen weltweit mehr als eine Million Menschen ihre Software Boxcryptor Quelle: Martin Hangen für WirtschaftsWoche

Die Gründer von Secomba sorgen mit ihrer Verschlüsselungssoftware Boxcryptor für mehr Sicherheit in der Cloud.

Fast wirkt es so, als hätten sich Robert Freudenreich und Andrea Pfundmeier mit Edward Snowden abgesprochen. Just als der ehemalige US-Geheimdienstler im Juni 2013 die Späh-Aktivitäten der National Security Agency (NSA) öffentlich machte, brachten die beiden Gründer mit ihrem Start-up Secomba die neue Verschlüsselungssoftware Boxcryptor auf den Markt.

Sie trafen einen Nerv: Tausende Onliner weltweit luden das Programm auf Smartphones, Tablets und PCs. Heute nutzen es mehr als eine Million Menschen.

Mit der Software lassen sich Dateien einfach verschlüsseln, bevor sie übers Netz auf Speicherdienste wie Dropbox oder Google Drive in die Cloud übertragen werden – die Datenwolke im Internet. Beim Abruf der Daten über den PC oder das Smartphone entschlüsselt die Software sie wieder. Hacker und Geheimdienste ohne Passwort sehen nur Zeichenmüll.

Wie wichtig das einmal sein würde, war Freudenreich und Pfundmeier noch nicht klar, als Secomba 2011 startete. Damals arbeiteten der Informatiker und die Wirtschaftswissenschaftlerin an einem Service, mit dem sich Studentenausweise digitalisieren und überprüfen lassen. Sie wollten die Daten nicht unverschlüsselt im Netz speichern, fanden aber keine passende Software.

„Alle Programme stammten aus einer Zeit, in der es die Cloud noch nicht gab“, sagt Freudenreich. Kurzerhand schrieb er die Software selbst. Als er sie in einem Online-Forum veröffentlichte, war die Resonanz riesig: In nur einer Woche installierten mehr als 1000 Nutzer das Programm. „Da haben wir uns von der Ausweis-Idee verabschiedet.“

In Arbeit
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Heute lässt sich Boxcryptor mit 22 Cloud-Speicherdiensten und auf acht Betriebssystemen nutzen – von Apples iOS bis Microsofts Windows. Damit ist das Unternehmen aus Augsburg der Konkurrenz weit voraus.

„Secomba hat eine innovative Verschlüsselungstechnologie entwickelt, die das wachsende Bedürfnis nach Datensicherheit im Cloud-Zeitalter stillt“, sagt Klaus Engel, Chef des Spezialchemie-Konzerns Evonik und Juror des Innovationspreises. „Die Gründer bewiesen nicht nur erstklassiges Gespür, sondern auch Leidenschaft und digitale Expertise.“

Die Augsburger vermarkten ihre Software als Freemium-Produkt: In der Grundversion ist Boxcryptor gratis. Wer es als Einzelnutzer auf mehr als zwei Geräten einsetzen möchte, bekommt das Jahres-Abo für 36 Euro, als Unternehmenskunde für 72 Euro. Aktuell zahlt jeder Zehnte. Genug für Secomba, um Profit zu machen. Tendenz steigend: Nutzerzahl und Umsatz wachsen derzeit um zehn Prozent – im Monat.

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