Innovationstag „Wir alle werden das 22. Jahrhundert noch erleben“

In München wird der renommierte Deutsche Innovationspreis verliehen. Im Vorfeld sprachen prominente Unternehmenslenker darüber, wo der technischen Fortschritt hingeht. Höhepunkt war ein Vortrag des US-Technikvisionärs Ray Kurzweil.

Ray Kurzweil beamte sich beim Innovationstag 2013 als Hologramm auf die Bühne in München. Foto: Thorsten Kurzweil

Ray Kurzweil hat verschlafen. Eigentlich eine Unmöglichkeit. Denn der 62-Jährige schluckt rund 60 unterschiedliche Pillen am Tag, um jung zu bleiben, schreibt Bestseller am Fließband und jetzt als Redner und Berater um die Welt. Nebenbei ist er Ehrendoktor an 19 Universitäten, arbeitet bei Google an der Zukunft des Internets und erfindet neue Technologien wie zum Beispiel eine Reading Machine. Mit der können auch Sehbehinderte gedruckte Texte lesen.

Wer so auf Trab ist, so denkt man, kann eigentlich nicht verschlafen. An diesem Vormittag ist es aber doch passiert.

Eigentlich sollte Ray Kurzweil um 10:30 Uhr deutscher Zeit in München eine Rede vor Unternehmenslenkern und Technikexperten per dreidimensionalem Teleprompter halten. Er selbst ist zu Hause in San Francisco. Der Anlass: Ein Forum zum Thema Innovation, das im Vorfeld zum Innovationspreis im Bayerischen Hof  der bayerischen Landeshauptstadt stattfindet. Aber zum verabredeten Zeitpunkt passiert - nichts.

Bis Kurzweil dann drei Stunden später vor dem Publikum erscheint, hatten also andere Zeit, ihre Ideen über die wichtigsten Innovationen der Zukunft vorzustellen.

Die Jury des Innovationspreises 2013

Zum Beispiel Evonik-Chef Klaus Engel. Er präsentiert einen Cyber-Klassenraum: 3D-Bildschirme, auf denen Schüler den Aufbau von Molekülen studieren können oder eine Reise durch das Innenohr unternehmen. "Wir stehen noch ganz am Anfang, was die Möglichkeiten des digitalen Lernens angeht", sagte Engel. "Ich bin sehr gespannt, wo die Reise hingeht." Dann stellte Limor Schweitzer, Chef des Roboter-Herstellers RoboSavvy, Roboter vor, die sein Unternehmen per 3D-Drucker herstellt. 

Gegen 13 Uhr endlich erscheint Kurzweil dann doch noch als dreidimensionales Hologramm auf der Bühne. Statt „ich habe verschlafen“, sagt er schlicht: „Es gab Probleme mit der Hardware“ und meinte damit seinen Körper.

Dann beginnt auch schon sein Vortrag, in dem Kurzweil die für ihn faszinierendsten Entwicklungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte beschreibt.

Die zentrale These, die der Technikvisionär seit rund dreißig Jahren verbreitet: Die Entwicklung von Computern und Informationstechnologie geht nicht linear voran, sondern exponentiell. Was das bedeutet kann jeder Nutzer, der heute ein Smartphone oder ein Laptop nutzt, sehen: Die Geräte werden zunehmend billiger und gleichzeitig kleiner und leichter während ihre Rechenpower stetig steig. Heutige Smartphones können mehr als jeder Heimcomputer noch vor einigen Jahren.

  • 1
  • 2
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%