Internationale Raumstation Erster Test des Wohnmoduls "Beam" ist gescheitert

An der Internationalen Raumstation sollte am Donnerstag ein aufblasbares Wohnmodul getestet werden. Doch das "Beam" genannte Modul ließ sich nicht aufpumpen. Warum, ist noch unklar.

Internationale Raumstation: Das Handout der Nasa zeigt eine computeranimierte Illustration des Bigelow Expandable Activity Module (BEAM). Quelle: dpa

Der erste Test mit einem aufblasbaren Wohnmodul an der Internationalen Raumstation ISS ist fehlgeschlagen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa brach den Versuch nach einigen Stunden ab, nachdem das Modul „Beam“ sich nicht wie geplant aufpumpen ließ.

„So kann es eben gehen im Weltall“, kommentierte US-Astronaut Jeffrey Williams, der den Test am Donnerstag (Ortszeit) von der ISS aus begleitete. Ein Mitarbeiter der Flugleitzentrale bei Moskau sagte am Freitag, Grund sei wohl ein zu hoher Druck im Modul gewesen. Die Nasa will die Ursache untersuchen und einen neuen Versuch unternehmen.

„Falls das Modul in diesem Zustand an der ISS bleibt, könnte es abreißen oder anders für die Station gefährlich werden“, sagte der russische Experte. Die zylinderförmige Kammer soll sich rund 400 Kilometer über der Erde eigentlich wie ein Ballon aufblähen, wenn Luft in den Hohlraum strömt. Bei dem Test pumpte der US-Astronaut Williams mit Druckstößen Gas in „Beam“, das Modul dehnte sich aber nicht wie gewünscht aus. Nach einiger Zeit löste dann gestiegener Druck die Befürchtung aus, „Beam“ könne sich unkontrolliert entfalten - daher sei der Versuch abgebrochen worden, hieß es in Moskau.

Mit den Augen eines Astronauten
Seit Dezember schickt der kanadische Astronaut Chris Hadfield regelmäßig Bilder aus dem All. Hier geht der Mond über der Erde auf. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Über Belfast - die nordirische Küste zeichnet sich ab. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Das schottische Glasgow liegt vor den verschneiten Bergen des Loch Lomond. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Eine spektakuläre Aufnahme der Stadt St. John im kanadischen Neufundland. Der Astronaut Hadfield ist gebürtiger Kanadier. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Der kanadische Astronaut Chris Hadfield wurde in Sarnia in der Ontario geboren. Diese Stadt sieht man hier im Bild. Seit Ende Dezember ist er erst im All - im März wird er als erster Kanadier das Kommando an Bord der ISS übernehmen. Quelle: Chris Hadfield/NASA
1978 trat Hadfield der kanadischen Luftwaffe bei, die er 2003 wieder verließ. Derzeit ist er als "ziviler" Astronaut bei der kanadischen Luftwaffe. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Die chinesische Stadt Hangzhou liegt im Osten der Volksrepublik und hat über sieben Millionen Einwohner. Doch aus dem All sieht auch die Millionen-Metropole winzig aus. Via Twitter grüßte Hadfield die chinesischen Astronauten und würdigte ihre Leistungen. Quelle: Chris Hadfield/NASA
"Pjöngjang ist eine Stadt über die und deren Menschen ich so wenig weiß," schreibt Chris Hadfield als Kommentar zu diesem Foto beim Kurznachrichtendienst. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Das passiert, wenn Sand und Wind genügend Zeit haben, sich anzunähern. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Wie ein Himmel voller Sterne sieht Lissabon in Portugal aus dem All aus. Der Astronaut Chris Hadfield meint darin ein kompliziertes Spinnennetz der umliegenden Städte zu entdecken. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Das australische Outback sieht aus wie die Kraterlandschaft auf dem Mond. Bislang verbrachte Chris Hadfield - exklusive der aktuellen Mission - 20 Tage im All. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Alle Wege führen - in diesem Fall nicht nach Rom, sondern nach Lüttich. Astronauten der Raumstation ISS gelang dieser Schnappschuss der belgischen Metropole mit "NightPod", einem speziellen Instrument für Nachtaufnahmen. Quelle: NASA
Bei hellem Tageslicht sehen wir hier die Inseln des Mergui-Archipel im Indischen Ozean vor der Küste Myanmars. Flüsse transportieren Sediment vom Festland ins Meer und lassen den vergleichsweise flachen Ozean rund um die mehr als 800 Inseln hellblau bis weiß erscheinen. In deutlichem Kontrast dazu steht das Dunkelblau der Tiefsee am linken Rand des Bildes. Quelle: NASA
Vulkane zählen zu den spektakulärsten Naturschauspielen und sind auch aus dem All gut zu erkennen. Hier sehen wir das Vulkanfeld des argentinischen Feuerbergs Payun mit seinen mehr als 300 aktiven Schloten. Quelle: NASA
Auch die sibirische Halbinsel Kamtschatka zählt zu den vulkanisch aktiven Regionen unseres Planeten. Aus dem All gut zu erkennen ist der Lavafluss des Vulkans Tolbatschik, der nach 36 Jahren Ruhe im November 2012 wieder ausbrach. Quelle: NASA
Der Vulkan Ulawun auf Papua-Neuguinea, gesehen aus der Perspektive eines Astronauten auf der ISS. Quelle: NASA
Nicht Feuer, sondern Wasser ist das beherrschende Element auf diesem Bild. Es zeigt überflutete Gebiete im Süden Mosambiks, wo der Fluss Limpopo nach anhaltenden Regenfällen über die Ufer trat. Quelle: NASA
Die an Kondensstreifen von Flugzeugen erinnernden Wolkenformationen markieren Schiffsrouten auf dem östlichen Pazifik. Die Himmelsstriche entstehen, wenn Wasserdampf an Partikeln aus den Abgasen der Schiffsmotoren kondensiert. Quelle: NASA
Diese merkwürdigen Wolkenwirbel werden von zwei Inseln vor der Küste Chiles verursacht. Beide Eilande werden von hohen Bergen überragt, deren Gipfeln für Turbulenzen in höheren Luftströmungen sorgen. Quelle: NASA
Die USA bei Nacht, fast schon ein Klassiker unter den Bildern der Erde aus dem All. Quelle: NASA

Astronauten hatten den „kosmischen Testballon“ im April installiert, nachdem er an Bord einer „Dragon“-Kapsel zum Außenposten der Menschheit gebracht worden war. „Beam“ soll sich zu einem rund vier mal drei Meter großen Raum aufblasen und zwei Jahre lang getestet werden. Die Raumfahrer sollen herausfinden, ob die Konstruktion mit ihrer faltbaren Außenhaut Menschen zuverlässig vor kosmischer Strahlung, extremen Temperaturen sowie herumfliegendem Weltraumschrott und Mikrometeoriten schützen kann. Die Nasa erhofft sich Erkenntnisse über Möglichkeiten des Lebens außerhalb der Erde.

Zur Zeit arbeiten drei Russen, zwei US-Amerikaner und ein Brite auf der ISS. „Beam“ ist ein Projekt der privaten US-Raumfahrtfirma Bigelow Aerospace in Zusammenarbeit mit der Nasa.

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