IQ-Tests Bewiesen! Frauen sind cleverer als Männer

Zum ersten Mal schneiden Frauen in Intelligenztests besser ab als Männer. Die genauen Ursachen sind noch unklar - eine Hypothese gibt es jedoch.

Prüfung in einer Düsseldorfer Schule - oft haben Mädchen bessere Noten, auch in IQ-Tests schneiden Frauen inzwischen besser ab. Quelle: dpa

Lange schnitten Männer in Intelligenztests durchschnittlich um fünf Punkte besser ab, als Frauen. Zum ersten Mal seit 100 Jahren hat sich das nun geändert, schreibt der neuseeländische Wissenschaftler James R. Flynn.

Der emeritierte Politikprofessor der University of Otago in Dunedin hat Testpersonen aus Westeuropa, den USA, Kanada, Neuseeland und Argentinien untersucht. Laut Flynn zeigte sich dabei, dass die Werte generell gestiegen sind, der IQ der Frauen jedoch schneller gewachsen ist.

„Die Komplexität der modernen Welt erfordert eine Anpassung unserer Gehirne und lässt damit den IQ steigen", sagte Flynn der britischen „Sunday Times“. Eine Erklärung für das schnellere Wachstum des IQ bei Frauen könnte daran liegen, dass sie Beruf und Familie miteinander vereinbaren müssten.

Flynn will dazu jedoch weitere Daten sammeln und die Erkenntnisse in einem neuen Buch veröffentlichen.

Der Neuseeländer beschäftigt sich bereits seit mehr als 25 Jahren mit der Erforschung von Intelligenztests. 1984 stellte er bei der Analyse der Daten niederländischer Schüler erstmals fest, dass deren Werte im Zeitverlauf stiegen.

Diese Feststellung konnte in anderen Studien ebenfalls nachgewiesen werden und ist inzwischen als „Flynn-Effekt“ bekannt. Eine eindeutige Antwort, warum die in IQ-Tests gemessenen Werte in Industrieländern kontinuierlich anstiegen gibt es nicht. Verschiedene Erklärungen sind eine bessere Gesundheitsversorgung, Ernährung oder Bildung.

Neuere Studien zeigten in Norwegen und Dänemark allerdings eine Stagnation bzw. einen Rückgang der IQ-Werte in den vergangenen Jahren. Als mögliche Erklärung wird dafür eine Zunahme der Einwanderer in den betreffenden Ländern genannt, da diese vergleichsweise schlechter abschneiden.

Debatte um IQ-Tests

10 Fakten über Entscheidungen
Entscheidungen machen glücklichZu diesem Ergebnis kam der Psychologe Mauricio Delgado von der Rutgers Universität im Jahr 2011. Seine Probanden konnten in einer Übung Spielgeld gewinnen und später gegen echtes Geld tauschen. Auf einem Monitor sahen sie nun zwei kleine Rechtecke. Mal konnten sie selbst entscheiden, welches sie berührten, mal traf der Computer die Wahl. Unmittelbar danach teilte der Rechner ihnen mit, ob sie 0, 50 oder 100 Dollar erspielt hatten. Als Delgado die Probanden fragte, wie sie das Experiment fanden, stellte er fest: Die Teilnehmer hatten mehr Spaß, wenn sie den Knopf selbst gedrückt hatten - unabhängig davon, wie anschließend ihr Gewinn ausgefallen war. Mehr noch: Wenn sie selbst wählen konnten, waren jene Hirnregionen aktiv, die für Belohnungen zuständig sind. Entschied der Computer für sie, hielten diese Regionen still. Quelle: picture-alliance/ obs
Grübeln macht unglücklichEs gibt im Leben leider keine Rückgängig-Taste, obwohl wir die manchmal herbeisehnen. Dann nämlich, wenn wir darüber grübeln, ob wir uns nicht besser anders entschieden hätten – und das macht unglücklich, fand Erin Sparks von der Florida State Universität kürzlich heraus. Die Erklärung: Manche Menschen streben so sehr nach der optimalen Lösung, dass sie sich auch nach dem Entschluss noch fragen, ob sie die richtige Wahl getroffen haben - und dadurch bauen sie keine Beziehung zu der getroffenen Option aus. Wer mit sich hadert, freundet sich nie richtig mit der Entscheidung an - und steht sich und seinem Glück selbst im Weg. Quelle: Fotolia
Manchmal bevorzugen wir wenige OptionenOb wir uns vorher gerne mit vielen oder wenigen Möglichkeiten herumschlagen wollen, hängt davon ab, ob wir die Entscheidungen für uns selbst treffen oder für jemand anderen. Zu diesem Fazit gelangte in diesem Jahr Evan Polman von der Stern School of Business. Bei einem Experiment ließ er 125 Studenten die Wandfarbe eines Schlafzimmers auswählen. Mal ging es um ihr eigenes Zimmer, mal um ein fremdes. Der einen Hälfte gab Polman acht verschiedene Farben zur Auswahl, der anderen 35. Nach der Entscheidung sollten sie ihm sagen, wie zufrieden sie mit ihrer Wahl waren. Kurios: Ging es um das eigene Schlafzimmer, waren jene Probanden zufriedener, die nur acht Wahlmöglichkeiten hatten. Ging es jedoch um ein fremdes Schlafzimmer, waren die Teilnehmer mit 35 Optionen glücklicher. Der Grund: Betrifft die Entscheidung unser eigenes Leben, wollen wir Verluste vermeiden und bloß keine falsche Wahl treffen - und daher bevorzugen wir in diesem Fall weniger Optionen. Quelle: Fotolia
Wir vergessen unsere EntscheidungenLars Hall von der schwedischen Lund Universität zeigte im Jahr 2005 50 Männern und 70 Frauen zwei weibliche Porträtfotos. Sie sollten auswählen, welches Gesicht sie attraktiver fanden. Während die Teilnehmer ihre Entscheidung begründeten, vertauschten die Wissenschaftler heimlich die Fotos. Verblüffend: 70 Prozent der Versuchspersonen bemerkten den Tausch überhaupt nicht und verteidigten ihre "falsche" Wahl. Quelle: dpa-tmn
Teams neigen zu falschen EntscheidungenJulia Minson und Jennifer Mueller von der Wharton Business School stellten Hunderten von Studenten verschiedene Fragen. Vorab durften sie entscheiden, ob sie die Antworten lieber alleine abgeben oder sich mit einem Spielpartner beraten wollten. Nach Abgabe der Antworten wurden ihnen die Schätzungen anderer Teams vorgelegt. Nun hatten sie die Möglichkeit, ihre Antworten noch mal zu revidieren. Und zu guter Letzt sollten sie angeben, wie sicher sie sich waren, dass ihre Antwort nicht weiter als zehn Prozentpunkte von der korrekten Lösung entfernt war. Zwar waren die Antworten der Teams tatsächlicher näher an der Wahrheit, allerdings beugten sie sich seltener dem Rat einer externen Stimme als die Einzelkämpfer – und verschenkten dadurch die Möglichkeit, ihre Antwort noch mal zu verbessern. Quelle: Fotolia
Selbst leichte Entscheidungen fallen schwerEigentlich erscheint es logisch, dass uns nur leichte Entscheidungen nicht schwer fallen. Dennoch fallen uns im Alltag auch banale Entschlüsse schwer – zumindest empfinden wir es so. Nach Angaben von Aner Sela (Universität von Florida) und Jonah Berger (Wharton Business School) liegt das an einer Art gedanklicher Verzerrung: Wir erwarten, dass eine Entscheidung im Grunde unwichtig sein wird, doch plötzlich sehen wir uns mit verschiedenen Optionen konfrontiert. Doch anstatt schnell zu entscheiden, verwechseln wir die Wahlmöglichkeiten mit Wichtigkeit. Und dadurch entschließt sich unser Gehirn gewissermaßen dazu, einer Entscheidung viel Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen - obwohl das streng genommen gar nicht notwendig ist. Quelle: Fotolia
Tibetan spiritual leader the Dalai Lama Quelle: dapd

Schon vor einhundert Jahren gab es in den USA Diskussionen darum, da italienische Einwanderer in den Tests deutlich schlechter abschnitten. Wie heute im Zuge der Sarrazin-Debatte wurde auch darüber gestritten, ob Intelligenz genetisch bedingt sei. Mit Bezug auf die Italo-Amerikaner, bei denen sich schnell keine Unterschiede in den Tests zeigten, fragen die Psychologen Seymour Sarason und John Doris ironisch: „Sind deren Gene irgendwann in den dreißiger Jahren mutiert?“.

Die Antwort liegt vielmehr darin, dass viele IQ-Tests sprachbasiert sind und die Probanden schlichtweg die Fragen nicht richtig verstanden. Doch auch andere Testformen müssen nicht immer eindeutige Antworten zur Intelligenz geben.

So gehören zu dem verbreitetsten Testverfahren auch Ähnlichkeitsaufgaben, dabei müssen Werkzeuge oder Nahrungsmittel jeweils in Gruppen zugeordnet werden. Als Psychologen dies mit dem afrikanischen Stamm der Kpelle durchführten, bildeten diese jedoch Paare aus Messern und Kartoffeln – schließlich könne man das Gemüse ja damit schneiden.

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