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Klimatechnik BASF entwickelt Pullover für Häuser

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Platte statt Pulver

Die größten Chemiekonzerne der Welt
Das Mitsubishi Chemical-Werk in Yokohama Quelle: Pressebild
Platz 8: Dupont Quelle: dpa
Platz 7:LyndellBasell Quelle: AP
Screenshot Formosa Plastics Quelle: Screenshot
Platz 4: Exxon Mobil Quelle: Reuters
Platz 6: Sabic Quelle: dpa
Platz 6: Shell Quelle: Reuters

Tatsächlich gibt es schon Isoliermaterialien mit Nanoporen – sogenannte Aerogele auf Silikatbasis, die als Granulat oder Pulver geliefert werden und dann noch auf eine feste Unterlage gebracht werden müssen. Doch nur ausgewiesene Profis – zum Beispiel die Hersteller von Kühlschränken – können sie verarbeiten. Für Bauunternehmen ist ihre Handhabung viel zu kompliziert. Sie sind deshalb nichts für normale Baustellen oder gar Baumarktregale.

BASF hatte nun die Idee, solch ein High-Tech-Material nicht als Pulver auszuliefern, sondern das Aerogel in eine praktische Plattenform zu bringen, die jeder Bauherr nutzen kann. Statt aus sprödem Silikat sollte es aus einem flexiblen Kunststoff wie Polyurethan bestehen. Denn damit kennt BASF sich bestens aus. Herkömmliche Schäumverfahren waren aber nicht geeignet, erzählt Fricke, der sieben Jahre nach einer optimalen Lösung suchte – die Blasen waren zu groß. Erst als er das Aerogel-Herstellungsverfahren auf Polyurethan übertrug, kamen die Nanoporen in den Kunststoff. "Wir haben beide Welten vereint", sagt Teamkollege Nils Mohmeyer.

In Arbeit
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Das Ergebnis kann sich sehen lassen: eine robuste, leicht zu bearbeitende Platte, die schwerer ist als Styropor, aber leichter als Rigips. Sägen, Fräsen, Bohren und Kleben sei alles kein Problem, bestätigt Rudolf Plagge, der Leiter des Bauphysikalischen Forschungslabors der TU Dresden. Er ist einer der wenigen, die das neue Material schon in der Hand hatten. Bisher existiert es nur in limitierter Labor-Auflage und im Mini-Format von elf mal elf Zentimetern.

Das wird sich bald ändern. BASF hat eben in seinem Werk in Lemförde bei Osnabrück den Grundstein für eine Pilotproduktionsanlage gelegt. Sie soll im nächsten Jahr bis zu 20.000 Großplatten liefern.

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