Künstliche Intelligenz Roboter in 45 Jahren schlauer als Menschen

Wann sind Trucker ihren Job los, wann Chirurgen? Schneller, als die meisten denken! Das zumindest glauben die führenden Forscher an Künstlicher Intelligenz. Eine Studie kommt zu beeindruckenden Ergebnissen.

Der chinesische AlphaGo-Spieler Ke Jie (links) schaut am 23. Mai 2017 bei einem Spielzug zu. Quelle: dpa

Go ist wohl das anspruchsvollste Brettspiel der Welt, und Ke Jie war bis vor kurzem der beste Go-Spieler der Welt. Doch am Dienstag musste sich der 19-jährige Chinese geschlagen geben. Sein Gegner: Eine Künstliche Intelligenz (KI), entwickelt von Deepmind, der KI-Schmiede von Google.

Wenn die führenden KI-Forscher der Welt Recht haben, wird es bald vielen Menschen gehen wie Jie. Denn die Experten glauben, dass Computer bald viele menschliche Aufgaben besser und billiger erledigen, wie eine Studie des Future of Humanity Institute an der Universität Oxford ergab.

Die Oxford-Forscher befragten 352 führende KI-Experten, in welchem Jahr KI bestimmte Aufgaben besser erledigen könne als der Mensch. Das Ergebnis ist frappierend: Schon in den nächsten zehn Jahren wird KI den Fachleuten zufolge viele Tätigkeiten besser erledigen als der Homo Sapiens.

Diese Jobs mischen Roboter auf
IndustrieSchon heute werden viele Arbeitsschritte von Maschinen übernommen - doch die vernetzte Produktion setzt auch in den Werkshallen eine weitere Automatisierungswelle in Gang. Das muss unterm Strich aber nicht zwangsläufig zu Jobverlusten führen, heißt es aus der Wirtschaft: Bereits Ende 2016 lag Deutschland bei der „Roboter-Dichte“ weltweit auf Platz drei hinter Südkorea und Japan - und trotzdem sei die Beschäftigung auf einem Rekordstand, erklärt der Maschinenbau-Verband VDMA. Auch der Präsident des Elektronik-Branchenverbandes ZVEI, Michael Ziesemer, sagt: „Es können auch mehr Jobs entstehen als wegfallen.“ Die Digitalisierung werde eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle und damit neue Stellen hervorbringen. „Wer kreativ ist, rangeht und sich Dinge überlegt, hat jede Menge Chancen.“ Quelle: dpa
Das vernetzte und automatisierte Fahren dürfte künftig viele Jobs überflüssig machen Quelle: dpa
BüroSchreibarbeiten, Auftragsabwicklung und Abrechnungen - Büro- und kaufmännische Fachkräfte erledigen nach Experteneinschätzungen Arbeiten, die heute schon zu einem hohen Grad automatisierbar sind. Dadurch könnten auch viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen: Mehr als 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind in solchen Berufen tätig. Quelle: dpa
Der Handel wurde als eine der ersten Branchen von der Digitalisierung erfasst - entsprechend laufen im Online-Handel viele Prozesse automatisiert ab Quelle: dpa
Sie melken die Kühe, füttern, misten aus und helfen beim Ernten - Roboter haben längst auch auf den Bauernhöfen Einzug gehalten Quelle: dpa
Roboter in der Pflege - was in Japan bereits zum Alltag gehört, bereitet vielen Menschen in Deutschland noch eher Unbehagen Quelle: dpa
Auch im Haushalt tun Roboter schon ihren Dienst Quelle: dpa

Dabei geht es nicht um bloße Brettspiele - sondern um Aufgaben, die heute noch gut bezahlte Jobs abwerfen. In Jahr 2024 werden Computer Sprachen besser übersetzen als der Mensch, im Jahr 2026 bessere Sekundarschul-Essays schreiben, im Jahr 2027 besser Lkw steuern.

Wäscherei-Angestellte müssen vielleicht schon 2023 um ihren Job bangen, Telefonbanking-Angestellte im Jahr 2025. Zwei Jahre später wird KI dann schon Pop-Songs schreiben, die die Top-40-Charts erreichen. Und 2049 werden in den Bücherregalen New-York-Times-Bestseller stehen, die von einem Computer geschrieben wurden.

Die Ergebnisse sind mit ein wenig Vorsicht zu genießen, denn die Bandbreite der Antworten ist groß. So glauben asiatische Forscher, dass KI schon in 30 Jahren auf allen Ebenen genauso intelligent sein wird wie der Mensch; Nordamerikaner rechnen erst in 74 Jahren damit. Im Schnitt erwarten die Experten den menschenähnlichen Computer in 45 Jahren.

Das alles wäre nicht mehr weit hin - und dementsprechend sind die gesellschaftlichen Auswirkungen des technologischen Wandels kaum zu unterschätzen. Allein in den USA arbeiten 3,5 Millionen Lkw-Fahrer - die bald schon vielleicht ihren Job los sind.

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