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Künstliches Fleisch Hightech me(a)ts Hack

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80 Euro pro Kilo künstliches Hack

Impossible Foods sind nicht die einzigen, die von der Techelite im Kampf gegen die Schlachthofindustrie finanziert werden. Die Twitter-Gründer Evan Williams und Biz Stone haben Geld beim Start-up Beyond Meat aus Los Angeles investiert, zu dessen Investoren auch Bill Gates zählt. Beyond Meat verkauft sein Chicken Curry oder Chili bereits in ausgewählten US-Supermärkten. Kritikern zufolge hat es das Start-up aber – anders als Impossible Foods – noch nicht geschafft, dass der aus Soja und Erbsen bestehende Ersatz wie das reale Vorbild schmeckt.

Dafür gibt es bei der Konkurrenz, die auf im Labor gezüchtetes Fleisch statt auf pflanzlichen Ersatz setzt, mächtige Fortschritte zu vermelden.

Die größten Ernährungsmythen
Verlängern Chili-Schoten das Leben? Quelle: REUTERS
Schokolade Quelle: dpa
Je mehr Vitamine desto besser Quelle: dpa
Brot macht dick und ist ungesundGerade für die Verfechter kohlehydratarmer Nahrung steckt der Teufel im Brot: Es mache dick und trage sogar Mitschuld an Diabetes. Das ist so allerdings nicht richtig: Gerade Vollkornbrot (echtes Vollkornbrot, kein mit Malz eingefärbtes Weißbrot) hat sehr viel Ballaststoffe. Die sind gesund und machen satt. Außerdem liefert es verschiedene Vitamine sowie Iod, Flur, Magnesium und Zink. Quelle: dpa
"Light", "Leicht" oder "Fettarm" - das ist gut für die schlanke LinieDie Lebensmittelindustrie hat den Trend zu bewusster Ernährung entdeckt und nutzt ihn mit Fitness- und Wellness-Begriffen gezielt aus. Doch die Verbraucherorganisation Foodwatch warnt: Oft werden so Lebensmittel beworben, die alles andere als kalorienarm sind. Der Verein hat das Nährwertprofil von sogenannten Fitness-Müslis, Wellness-Wasser oder Joghurt-Drinks überprüft und kam zu dem Ergebnis, dass die scheinbar "gesunden" Lebensmittel Softdrinks oder Fast-Food-Snacks beim Zucker-, Salz- oder Fettgehalt oftmals in nichts nachstehen. Bei fettarmen Produkten wird der Geschmacksmangel häufig durch zahlreiche andere Inhaltsstoffe, etwa Stärke und Zucker, ausgeglichen - der Kaloriengehalt unterscheidet sich kaum, ist manchmal durch den hohen Zuckergehalt sogar höher - und gesund ist das Light-Produkt noch lange nicht. Quelle: dpa
Kartoffeln machen dick Quelle: dpa
Öko-Lebensmittel sind gesünder Quelle: dpa

Mark Post, Medizinprofessor an der Universität Maastricht, ließ im August 2013 vor laufenden Kameras den ersten Burger überhaupt braten, der aus tierischen Stammzellen gezüchtet wurde. 250.000 Euro hatte er für dessen Aufzucht allein von Google-Gründer Sergey Brin erhalten – in der Pfanne landeten am Ende nur 140 Gramm künstlichen Hacks. „Wir haben jede einzelne der 20.000 Muskelfasern des Burgers per Hand in einer separaten Petrischale hergestellt“, erklärte sein Partner Peter Verstrate. Nur drei Jahre später bekommen die Niederländer die gleiche Menge Fleisch für 80 Euro je Kilo hin.

Im Mai dieses Jahres gründeten Post und Verstrate daher ihr Start-up Mosa Meat. Sie produzieren ihr Hack nicht mehr in Handarbeit, sondern in Bioreaktoren – wie sie seit Jahrhunderten zum Brauen von Bier eingesetzt werden. Wo sonst Hopfen und Malz gären, wächst nun in einer Nährlösung das künstliche Fleisch.

Die Deutschen stehen auf Wurst und Fleisch

Sieben Jahre bis zum künstlichen Hähnchenfleisch

Noch fasst der Fleischreaktor der Niederländer gerade einmal 1,5 Liter. Ihr Ziel: ein Tank etwa von der Größe eines olympischen Schwimmbeckens, der eine Stadt mit 40.000 Einwohnern kostengünstig versorgen könnte. Derzeit ist Mosa Meat in Verhandlungen für frisches Kapital, um unter anderem einen Prototyp eines größeren Tanks entwickeln zu können. „Unser Traum ist, dass jeder es sich leisten kann, Fleisch zu kaufen, für das kein Tier sterben musste“, sagt Verstrate.

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