Langzeitstudie Optimismus ist gut für das Herz

Eine US-Langzeitstudie hat den Zusammenhang zwischen Herzgesundheit und Lebenseinstellung untersucht: Wer pessimistisch durchs Leben geht, hat auch ein höheres Risiko für Herzprobleme.

Eine positive Lebenseinstellung schützt auch die Gesundheit, lässt eine Langzeitstudie vermuten. Quelle: Fotolia

Für Pessimisten ist das Glas halb leer, für Optimisten stets halb voll. Dass dies auch auf das Glas des Lebens übertragbar ist, zeigt nun eine US-Studie. Die Forscher fanden heraus, dass optimistische Menschen eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für ein gesundes Herz haben.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Rosalba Hernandez, Professorin für Soziale Arbeit an der Universität von Illinois, wertete über elf Jahre gesammelte Daten von Tausenden Amerikanern im Alter von 45 bis 84 Jahren aus. Dabei zeigte sich, dass eine positive Grundeinstellung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für ein gesundes Herz-Kreislauf-System einhergeht. Herzkrankheiten sind nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland die häufigste Todesursache.

Die häufigsten Todesursachen in Deutschland 2013

Um die Herzgesundheit festzustellen, nutzten die Forscher ein Sieben-Punkte-System, das auch von der American Heart Association (AHA) angewendet wird. Dazu zählen: Blutdruck, Body Mass Index (BMI), Blutzucker- und Cholesterinspiegel, Ernährung, körperliche Aktivität sowie die Frage, ob Tabak konsumiert wird.

Für diese Parameter wurden null, ein und zwei Punkte vergeben. Wer raucht, erhält in diesem Parameter null Punkte, wer gelegentlich raucht einen Punkt, wer nie raucht zwei Punkte. Damit können Gesundheitspunkte von null bis 14 erreicht werden, wobei 14 Punkte den Bestwert für ein gesundes Herz darstellen. Je geringer die erreichte Punktzahl, desto höher ist das Risiko für Arterienverkalkung oder Herzkrankheiten.

Wie sich der BMI berechnet

Die Daten für diese Auswertung bezogen die Forscher aus einer Langzeit-Untersuchung, die zwischen 2000 und 2011 die Gesundheitsdaten von 6000 Menschen aus sechs verschiedenen Regionen der USA sammelte. Alle 18 bis 24 Monate wurden die Daten erhoben. Zusätzlich füllten die Studienteilnehmer Fragebögen aus, mithilfe derer ihre geistige Gesundheit und Lebenseinstellung festgestellt wurden.

"Die Menschen mit der optimistischsten Lebenseinstellung haben eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für beste Herz-Kreislauf-Gesundheit, verglichen mit den pessimistischen Studienteilnehmern", erklärt Hernandez ihre Auswertung. Wenn sozio-ökonomische Faktoren wie Alter, ethnische Zugehörigkeit, Einkommen und Bildungsstand einbezogen wurden, sei dieser Zusammenhang sogar noch stärker gewesen.

Die Wissenschaftler messen der Studie hohe klinische Bedeutung zu. Hernandez verweist auf eine Untersuchung aus dem Jahr 2013, die zeigte, dass schon eine um einen Punkt verbesserte Gesundheit mit einer achtprozentigen Reduktion des Risikos für einen Schlaganfall einhergeht. Auf die Bevölkerung bezogen bedeute dies deutlich weniger Todesfälle, betont Hernandez. Sie sieht den Optimismus daher als wichtigen Präventionsfaktor für Herzkrankheiten.

Acht Tipps, um das Herz zu schützen

Eine klare Ursache-Wirkungsbeziehung ist mit der Untersuchung aber noch nicht nachgewiesen. Die lebensbejahenden Menschen hatten in der Langzeitbeobachtung auch deutlich bessere Blutzucker- und Cholesterinwerte. Außerdem waren sie sportlicher, eher Nichtraucher und hatten eher BMIs in einem als gesund angesehenen Bereich.

Weitere Untersuchungen werden zeigen müssen, ob Maßnahmen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit tatsächlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten herabsenken können.

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