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Lebensmittel Coca-Cola und Co. wagen sich an Zuckeralternative

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Auch Coca-Cola tastet sich nun nach vorn

Deutschlands Kult-Limonaden
Bionade Quelle: dpa
Orangina Quelle: Jane Mejdahl
Fritz-kola Quelle: Axel Schwenke
Afri Cola Quelle: Pressebild
Sinalco Quelle: Pressebild
VitaCola Quelle: Pressebild
Bluna Quelle: Pressebild

Mit Coca-Cola tastet sich nun auch das wichtigste Unternehmen der Branche nach vorn. Der Getränkeriese hat das Zulassungsverfahren bei der EU maßgeblich vorangetrieben und testet seit bald einem Jahr Stevia-Produkte in Deutschland. In diesen Tagen startet Coca-Cola mit dem Verkauf eines Stevia-gesüßten Eistees der Marke Nestea. Konkurrent Pepsi bietet hierzulande schon seit dem Frühjahr Lipton Eistee mit Stevia an, der aber noch nicht flächendeckend erhältlich ist.

Es ist erstaunlich, dass Coca-Cola so lange gewartet hat, denn Stevia bietet im Zuge der Debatten um Fettleibigkeit eine interessante Alternative. Außerdem hat der Konzern gemeinsam mit dem US-Agrar-riesen Cargill einen Stevia-Süßstoff entwickelt. Doch das Geschäft macht bisher die Konkurrenz. Schon wenige Tage nach der Zulassung vor einem Jahr verkaufte Fritz Kola aus Hamburg die ersten Flaschen einer Koffein-Brause mit Stevia. Und Coke-Rivale Pepsi verkauft jetzt in Australien Pepsi Next – gesüßt mit Stevia.

An seine braune Vorzeigebrause wagt sich Coca-Cola noch nicht. Der Konzern hat bisher vor allem in Frankreich mit gesüßten Wässern und einer Fanta ohne Kohlensäure experimentiert – gewöhnungsbedürftig für deutsche Gaumen.

Wie schwer es ist, den richtigen Geschmack zu finden, zeigt Sprite: Bereits 2008 verkaufte Coca-Cola eine Stevia- Sprite in New York und Chicago. Doch die Resonanz war verhalten, der Test wurde gestoppt. In diesem Jahr gibt es in sieben US-Städten eine veränderte "Sprite Select". In Frankreich und der Schweiz wurde die Zitronenlimo mit einer nochmals geänderten Rezeptur eingeführt. "Die Firmen doktern hin und her, damit es halbwegs schmeckt", sagt Inviso-Chef Gehre.

Hauptgrund für die Vorsicht der Konzerne ist der Eigengeschmack des Honigkrauts. Berentzen beschreibt es als "lakritzige, bittere Note", im Kaffee benutzt er den Süßstoff nicht. Das scheint auch Käufer abzuschrecken, wie die WirtschaftsWoche-Umfrage zeigt: Zwölf Prozent aller Personen, die Stevia kennen, haben Produkte damit zwar probiert, würden sie jedoch nicht wieder kaufen.

Das können sich die Konzerne bei millionenschweren Produktneuheiten nicht leisten und testen lieber länger. Inzwischen scheinen sie überzeugende Rezepturen zu finden. Nachdem ein erster Danone-Joghurt mit Stevia in Frankreich floppte, brachte das Unternehmen sein neuestes Produkt nun schneller als geplant auf den deutschen Markt. Auch das Pepsi-Experiment in Australien hat Chancen. Die Cola schmecke überraschend gut, sagt Matthias Meyer, Manager bei NP Sweet, einem Joint Venture der Nordzucker AG und des Stevia-Herstellers PureCircle mit Sitz in Kopenhagen.

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