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Löffelhersteller Lift Labs Google investiert in die Parkinsonforschung

Google erweitert seine Forschungsabteilung: Mit dem Löffelhersteller Lift Labs kauft das Unternehmen sich Fachwissen im Bereich Parkinson ein - eine Herzensangelegenheit von Google-Mitgründer Sergey Brin.

Google kauft Lift Labs Quelle: PR

Für Parkinsonkranke stellen die Mahlzeiten oft ein sehr großes Problem dar. Je nach Fortschritt der Krankheit sind sie nur noch bedingt dazu in der Lage, selbstständig zu essen. Google hat jetzt das Start-Up Lift Labs aufgekauft, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen mit zitternden Händen das Essen zu erleichtern.

Das Essbesteck nennt sich Liftware. Das wichtigste Element ist im großen Griff versteckt: Eine Platine mit Bewegungssensoren und einem Motor, der die Handbewegungen des Nutzers ausgleichen kann. Dabei ist es egal, wie stark das Zittern der Hand ist.

Das Besteck wurde in Zusammenarbeit mit dem National Institute of Health entwickelt und kann bis zu 70 Prozent des Zitterns ausgleichen. Die Funktion des Löffels wird in diesem Video recht eindrucksvoll vorgeführt:

Lift Labs wird nun Teil von Googles Life Sciences-Abteilung, die zum Entwicklungsbereich Google X gehört. Dort forscht Google an Zukunftstechnologien. Neben dem Team von Lift Labs kauft sich Google einiges an Wissen ein.

Parkinson ist eine Herzensangelegenheit für Brin

In der offiziellen Meldung zur Übernahme stellen sie heraus, dass das Knowhow von Lift Labs genauer untersucht werden soll, um ein besseres Verständnis für die Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten wie Parkinson zu erhalten.

Parkinson

Für Google ist diese Forschung nicht nur ein potentielles Nebengeschäft, sondern auch so etwas wie eine Herzensangelegenheit. In einem Interview offenbarte Google-Mitbegründer Sergey Brin, dass er auf Grund einer Genmutation eine Veranlagung für Parkinson in sich trägt - seine Mutter ist bereits an Parkinson erkrankt. Genetische Untersuchungen zeigten, dass auch bei Brin die Chance hoch ist, an Parkinson zu erkranken.

Bereits seit mehreren Jahren forscht Google auf dem Gebiet der Biotechnologie und der Neurowissenschaften. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass der Konzern zusammen mit Zeiss an der Entwicklung von intelligenten Kontaktlinsen arbeitet, die dazu in der Lage sein sollen, den Blutzuckerspiegel eines Patienten zu messen.

Wo Google seine Finger im Spiel hat
Google GlassEines der spannendsten Projekte des Suchmaschinen-Anbieters ist sicherlich Google Glass. Mit der Datenbrille ist es möglich E-Mails abzufragen, im Internet zu surfen, zu fotografieren und zu filmen. 2013 hat das Unternehmen erste Datenbrillen an Webentwickler und Geschäftspartner verkauft, mittlerweile ist die Brille frei verfügbar. Quelle: dpa
Online-MusikdienstGoogle stärkt sein Musikgeschäft mit dem Kauf des Streaming-Dienstes Songza, der passende Lieder für verschiedene Situationen zusammenstellt. Nutzer der Songza-App können zum Beispiel zwischen „Musik zum Singen unter der Dusche“, zum Autofahren oder zum Joggen entscheiden. Solche Song-Listen werden von Songza-Mitarbeitern zusammengestellt, es gibt Angebote für verschiedene Tageszeiten und Stilrichtungen. Zugleich kann sich auch die Software hinter dem Dienst an den Musikgeschmack der Nutzer anpassen. Die Musikauswahl kann über Daten aus dem Netz auch das aktuelle Wetter am Standort des Nutzers abgestimmt werden. Google nannte bei Bekanntgabe des Deals am Dienstag keinen Kaufpreis. Nach Informationen der „New York Times“ waren es mehr als 39 Millionen Dollar. Songza ist bisher nur in Nordamerika verfügbar und hatte Ende vergangenen Jahres 5,5 Millionen Nutzer. Der kostenlose und werbefinanzierte Dienst werden zunächst unverändert weiter betrieben, erklärte Google. Mit der Zeit werde man nach Wegen suchen, wie die Musikplattform Google Play Music von Songza profitieren könnte. Quelle: Screenshot
SatellitentechnikGoogle stärkt seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar, wie der Internet-Konzern mitteilte. Skybox bietet seinen Kunden das Beobachten gewünschter Gebiete mit detailreichen Fotos und 90 Sekunden langen Videos an. Als Dienstleistungen nennt Skybox zum Beispiel die Überwachung von Feldern auf Schädlingsbefall und die Aufsicht über Energie-Pipelines. Auch die Auswertung der Container-Bewegungen in Häfen, der Aktivität auf Flughäfen oder der Bestände auf Parkplätzen von Autohändlern ist möglich. Die Satelliten von Skybox sollen helfen, die Google-Karten auf aktuellem Stand zu halten, erklärte der Internet-Konzern am Dienstag. Außerdem hoffe Google, damit die Versorgung mit Internet-Zugängen und die Hilfe bei Unglücken und Naturkatastrophen zu verbessern. Google ist selbst bei der Entwicklung digitaler Satellitenkarten mit seinem Projekt Google Earth weit vorangekommen. Etablierte Anbieter wie DigitalGlobe oder GeoEye haben den Erdball erfasst, Skybox verspricht jedoch frischere Bilder auf Bestellung. Skybox ist einer von mehreren neuen Anbietern, die von drastisch gesunkenen Kosten für Entwicklung und Herstellung von Satelliten profitieren wollen. Sie packen ihre Technik in deutlich kleinere Satelliten als man sie früher baute. Skybox will über die Jahre rund zwei Dutzend Satelliten ins All bringen, steht bei dem Plan aber erst am Anfang. Die Skybox-Satelliten sind nach bisherigen Berichten rund 100 Kilogramm schwer. Das macht es auch günstiger, sie ins All zu bringen als früher. Die Kosten pro Satellit werden auf rund 25 bis 50 Millionen Dollar geschätzt. Quelle: Screenshot
SatellitentechnikErst im April 2014 hatte Google den Hersteller von Solardrohnen Titan Aerospace gekauft. Mit dem Kauf will Google seine Pläne vorantreiben, drahtloses Internet auch in abgelegenste Teile der Welt zu bringen. Über den Kaufpreis für das US-Unternehmen, das 20 Mitarbeiter beschäftigt, wurde nichts bekannt. Titan entwickelt solarbetriebene Satelliten. Sie sollen 2015 erstmals kommerziell in Betrieb genommen werden. Die Drohnen fliegen in rund 20 Kilometern Höhe und können dort fünf Jahre bleiben. Ihre Spannweite ist mit 50 Metern etwas kürzer als die einer Boeing 777. Medienberichten zufolge war auch Facebook an Titan interessiert. Quelle: AP
Sicherheits-GadgetsGoogle hat die Firma SlickLogin gekauft, die eine innovative Art erfunden hat, herkömmliche Passwörter mit einer zweiten Sicherheitsstufe zu ergänzen. Das israelische Start-up setzt dabei auf Ultraschall-Töne, die zwischen Smartphone und PC eines Nutzers ausgetauscht werden. SlickLogin gab die Übernahme am Sonntag bekannt, eine Preis wurde nicht genannt. Nach Informationen des Technologieblogs „Geektime“, das als erstes von dem Deal berichtet hatte, geht es um einige Millionen Dollar. Derzeit setzt Google als zweite Zugangsstufe zusätzlich zum Passwort Zahlencodes ein, die über eine App auf das Smartphone geschickt werden. Der Vorteil des von SlickLogin entwickelten Systems ist, dass die Authentifizierung automatisch laufen kann, ohne dass der Nutzer sich darum kümmern muss. SlickLogin hatte das Ultraschall-Konzept im vergangenen September vorgestellt und befand sich bis zuletzt noch in einer geschlossenen Test-Phase. Nach Informationen von „Geektime“ bestand die Firma immer noch aus den drei Gründungsmitgliedern. Quelle: WirtschaftsWoche Online
Autonome AutosNicht nur große Automobilkonzerne, auch Google forscht mit viel Aufwand an selbstfahrenden Pkw. Dafür entwickelt der Konzern selbst die Software, die das Auto steuert. Dabei will der Konzern wohl sogar eigene Fahrzeuge auf den Markt bringen, die als autonome Taxen am Straßenverkehr teilhaben sollen. Für die Produktion der Autos gab es bereits Gespräche mit dem deutschen Zulieferer Continental und dem Fertiger Magna. Quelle: dpa
Medizinische GadgetsGoogles geheime Forschungsabteilung Google X hat ihre nächste Erfindung öffentlich gemacht. Es ist eine digitale Kontaktlinse für Diabetiker, die Blutzucker-Werte kontrolliert. Google X soll für den Internet-Konzern die Grenzen des Möglichen austesten. Die Entwickler aus dem Forschungslabor testen laut einem Blogeintrag Prototypen einer Kontaktlinse, bei der zwischen zwei Schichten ein Sensor sowie ein Miniatur-Funkchip integriert sind. Die Linse messe die Glucose-Werte in der Tränen-Flüssigkeit jede Sekunde. Der Prototyp sei in mehreren klinischen Forschungsstudien erprobt worden. Die Kontaktlinse solle die Daten an eine begleitende Smartphone-App funken. Chip und Sensor seien so winzig wie Glitzer-Partikel und die Antenne dünner als das menschliche Haar. Er werde auch erwogen, für Warnsignale Mikro-LEDs direkt in die Linse zu integrieren, hieß es. Es sei noch viel Arbeit zu tun bis die Kontaktlinse als fertiges Produkt auf den Markt komme, schränkten die Entwickler ein. Google wolle sich dafür in dem Bereich erfahrene Partner suchen, die Zugang zu der Technologie bekämen. An dem Projekt arbeitet federführend der Forscher Babak Parviz mit, der schon an den Anfängen der Datenbrille Google Glass stand. Er hatte bereits 2009 demonstriert, wie man Kontaktlinsen mit LEDs versehen kann. Quelle: dpa

Im vergangenen Jahr gründeten die Unternehmen eine Tochtergesellschaft namens Calico, in der rund um Alterserkrankungen und ähnliche gesundheitliche Herausforderungen geforscht wird. Im September gab Calico eine Zusammenarbeit mit dem Medikamentenhersteller AbbVie bekannt. Insgesamt 1,5 Milliarden Dollar soll Google in eine neue Forschungseinrichtung gesteckt haben.

AbbVie bietet hierzulande unter anderem das Medikament Humira an, das unter anderem zur Behandlung von Rheuma sowie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt wird. Zudem forscht AbbVie in den Bereichen Alzheimer, Multiple Sklerose und Parkinson. Im Juli wurde außerdem das Projekt Baseline angekündigt, in dem die Funktionen des menschlichen Körpers genauer untersucht werden sollen. Ziel ist es, die Früherkennung von Krankheiten zu verbessern.

Lift Labs wird den selbstentwickelten Löffel übrigens weiter verkaufen. In Kürze sollen weitere Aufsätze erhältlich sein, unter anderem eine Gabel sowie ein Schlüsselhalter.

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