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Luftfahrt "Elektrisch fliegen ist machbar"

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Kurzstrecke per E-Flieger

Spitzengeschwindigkeit bis zu 220 Km/h Quelle: Airbus S.A.S.

Daran glaubt auch Askin Isikveren. „Elektrisch fliegen ist machbar“, sagt der Luftfahrtingenieur, der den Forschungsbereich Visionäre Flugzeugkonzepte bei Bauhaus Luftfahrt leitet. Die 50 Mitarbeiter starke Forschungseinrichtung in München entwickelt Pläne für die Luftfahrt der Zukunft – und hat für ein visionäres Konzept eines elektrischen Verkehrsflugzeugs gerade den Publikumspreis des GreenTec-Awards gewonnen, einen Umwelttechnologiepreis, den WirtschaftsWoche Green präsentiert.

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Der Ce-Liner, so der Name des imaginären Fliegers, könnte laut Einschätzung der Forscher im Jahr 2035 voll elektrisch abheben – sofern bis dahin leistungsfähigere Batterien entwickelt werden. Mit Platz für 189 Passagiere entspricht er der Boeing 737. Die geplante Reichweite: 1660 Kilometer. Das reicht laut Entwickler Isikveren für sämtliche Kurzstrecken, die den Großteil der Verbindungen weltweit ausmachen: „Der Ce-Liner könnte 79 Prozent aller Flüge abdecken.“

Der Vorteil für den Klimaschutz wäre enorm. Mehr als 230 Milliarden Liter Kerosin verfeuert die Luftfahrt jedes Jahr – und sorgt damit für zwei Prozent der CO2-Emissionen. Bis 2050 soll die europäische Luftfahrt laut EU-Zielsetzung ihren Kohlendioxid-Ausstoß  um 75 Prozent reduzieren, die Stickoxid-Emissionen um 90 Prozent und den Lärm um 65 Prozent. Das geht nur mit radikal neuen Technologien – etwa dem Elektro-Flieger.

Das sind die Flugzeuge der Zukunft
FanWingDas Bild zeigt die Computerillustration eines "FanWing"-Flugzeugs. Das neue Fluggerät ist eine Mischung aus Hubschrauber und Flugzeug. Es wird von großen Ventilatoren angetrieben, die gewaltige Luftmassen unter die Tragflächen befördern. E ist leise, sparsam und braucht nur eine extrem kurze Startbahn. Quelle: dpa
VolocopterEnde 2013 hob der Volocopter erstmals zu seinem Jungfernflug ab. Der unbemannte Elektro-Senkrechtstarter wird von Elektromotoren angetrieben und per Joy-Stick oder Autopilot gesteuert. Statt eines Propellers, wie beim einem Helikopter, ist er mit mehreren ausgestattet. Langfristig sollen in dem Fluggerät zwei Personen transportiert werden können. Quelle: dpa
Clip-AirFliegen geht schneller als Zugfahren. Doch ehe ein Reisender im Flieger sitzt und die Reise wirklich losgeht, vergehen Stunden in Warteschlagen und vor dem Boarding. Dass das Fliegen genau so komfortabel wird, wie das Zugfahren, ist das Ziel eines Schweizer Forscherteams. Dazu haben sie eine Art Luft-Lok an der einzelne Passagier- oder Logistik-Wagen angehängt werden können. Der "Überflügel" enthält den Motor, das Cockpit, den Treibstoff und auch das Ausfahrgestell zur Landung. Und die einzelnen Wagen könnten die Reisenden theoretisch überall besteigen. Zum Beispiel auch an einem Bahnhof. Quelle: Screenshot
Flug-Floh Quelle: PR
So könnte das Passagierflugzeug der Zukunft aussehen: Das Konzept für den Nurflügler wurde im Rahmen des EU-Projekts NACRE (New Aircraft Concepts Research) entwickelt. Quelle: PR
Solar ImpulseDas Schweizer Solarflugzeug Solar Impulse ist das aktuelle Projekt des Schweizer Luftfahrtpioniers Bertrand Piccard. Das Flugzeug zieht seine Energie ausschließlich aus Sonnenenergie. Dafür sin Solar-Paneele auf den Flügeln angebracht. Um zu zeigen, dass das Projekt funktioniert, plant der Schweizer zwischen April und Juni 2014 eine Erdumrundung. Quelle: dpa
Spike AerospaceReise für Reiche: Ein Startup aus Boston entwickelt derzeit den Überschall-Privatjet Spike Aerospace. Damit soll die Flugzeit von New York nach London nur noch drei Stunden dauern. Die gigantischen Panorama-Fenster bestehen aus Displays auf denen das, was draußen vorbei zieht, übertragen wird. Wer schlafen möchte, kann die Bildschirme abdunkeln. Angeblich sollen die Flieger bereits 2018 an den Start gehen. Quelle: Screenshot

Flugzeuge würden damit so leise, dass sie problemlos auch nachts starten und landen könnten, ohne Anwohner zu belästigen. Die Kosten für den Stromverbrauch der effizienten Elektroflugzeuge lägen laut einer jüngsten Studie der US-Weltraumbehörde Nasa zehnmal geringer als für die vergleichbare Menge Kerosin. Rechnet man die höheren Baukosten für das Flugzeug und die Kosten für den Akku ein, könnte Fliegen im Jahr 2035 laut Berechnungen von Bauhaus Luftfahrt genauso viel kosten wie heute. Fossile Flieger dagegen dürften erheblicher teurer werden – weil die Kerosin-Preise und Schadstoffabgaben steigen.

Doch es gibt ein Problem, und es ist das gleiche wie beim Elektroauto: Batterien sind noch zu groß und zu schwer, um eine akzeptable Reichweite zu garantieren. Im Ce-Liner müssten 14 Batterie-Container zum Einsatz kommen, die jeweils mehr als zwei Tonnen wiegen und bis zu 80 Prozent des Laderaums belegen. Und weil die Akkus so schwer sind, muss das Flugzeug umso leichter und effizienter werden.

Die Bauhaus-Ingenieure schlagen darum eine völlig neue Bauweise vor: Den C-Wing, einen Flügel, der am Ende hochgefaltet ist. Er reduziert den Luftwiderstand Berechnungen zufolge um neun Prozent. Die Elektromotoren sollen aus Supraleitern bestehen, besonderen Materialien, die unterhalb einer bestimmten Temperatur keinen elektrischen Widerstand mehr haben. Per Stickstoff auf Minusgrade gekühlt, sollen die Motoren so den Strom besonders verlustarm in Vortrieb umwandeln und obendrein kleiner und leichter werden.

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