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Mars-Mission „Sind wir allein im Universum?“

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„Der Mars kann eine entscheidende Frage beantworten“

Nasa Californien Quelle: dapd

Viele Planetenforscher halten das inzwischen für wahrscheinlich. Schließlich haben sie in großen Mengen eines der wichtigsten Elemente allen bekannten Lebens gefunden: Wasser. Die Sonde Mars Express, die van der Pols und seine Kollegen von Darmstadt aus steuern, hat mittels Radarmessungen am Mars-Südpol kilometerdicke Wassereisschichten gefunden, die sich über eine Fläche von der Größe Europas ausbreiten.

Dass bestimmte Kleinstlebewesen auch in gefrorenem Wasser überleben können, haben Biologen schon auf der Erde herausgefunden. Vielleicht aber gibt es auf dem Mars sogar flüssiges Wasser. Darauf deuten plötzlich auftretende Erosionsspuren an Kraterrändern hin, die Forscher auf Luftaufnahmen der US-Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter entdeckt haben. Möglicherweise schmilzt im Sommer Eis und rinnt die Kraterwände herab. Dafür muss das Wasser aber sehr salzhaltig sein, da es sonst in der kalten Atmosphäre des Mars gefroren bleiben würde.

Vor Millionen Jahren sah der Mars der Erde vielleicht gar nicht unähnlich – das wollen Forscher jedenfalls aufgrund geologischer Strukturen nachweisen. Mark McCaughrean, Astrophysiker der Esa, hält es für möglich, dass die Nordhalbkugel des Mars von einem riesigen Ozean überzogen war. Im Untersuchungsgebiet von Curiosity gebe es zudem Hinweise auf einstige Flüsse.

Sie sollen sich in den so genannten Gale-Krater ergossen haben – einer 154 Kilometer breiten Vertiefung in der Marsoberfläche, die die Nasa nach langer Diskussion als Landeplatz für Curiosity ausgewählt hat. In der Mitte des Kraters erhebt sich Aeolis Mons, ein 5,5 Kilometer hoher Berg, an dessen Rändern sich über viele Millionen Jahren Sedimente gebildet haben. Hat der Rover genug Energie, könnte er den gesamten Berg erklimmen – und Stück für Stück die geologische und klimatische Entwicklung des Mars rekonstruieren.

Von oben böte sich dem Roboter ein faszinierendes Panorama der gesamten Umgebung. Eine Vorstellung, der Esa-Manager Reiter schon von einer bemannten Marsmission träumen lässt. „In zwei bis drei Jahrzehnten könnte es soweit sein“, sagt er. Zuerst aber wollen die Europäer eine Sonde zum Nachbarplaneten schicken, die erstmals Marsgestein zur Erde zurückbringt.

In Arbeit
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„Wenn wir Leben auf dem Mars finden, wäre das eine Sensation“, sagt Esa-Raumfahrtchef Reiter. Denn das könnte bedeuten, dass etwa Bakterien, in Meteoriten eingeschlossen, den Flug durchs All von einem Planeten zum anderen überstehen. Das Leben auf der Erde wäre dann vielleicht ursprünglich auf dem Mars entstanden.

Mehr noch: Fänden sich bisher unbekannte Organismen oder deren Fossilien auf dem Mars, könnte das der Beweis dafür sein, dass sich Leben unter günstigen Umständen überall im Weltall entwickeln kann. „Der Mars kann eine entscheidende Frage beantworten“, sagt Mark McCaughrean, Astrophysiker der Esa: „Sind wir allein im Universum?“

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