WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Mars-Rover startete vor fünf Jahren "Curiosity" ist immer noch auf der Suche

Vor fünf Jahren begann der Nasa-Rover "Curiosity" seine Reise zum Mars. Seine Mission: Zu klären, ob auf dem Roten Planeten je Leben möglich war. Was Curiosity erreicht hat und wie es mit dem Mars-Projekt weitergeht.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Curiosity kommt in die Jahre
März 2017Curiosity hat inzwischen deutliche Abnutzungsspuren. Ein Routine-Check der Reifen im März zeigt, dass es am linken mittleren Reifen zwei Brüche der sogenannten Stege im Profil gibt. Der Rover hat während seiner Reise über den Roten Planeten inzwischen etwa 16 Kilometer zurückgelegt. Curiosity-Projektmanager Jim Erickson sagte, alle sechs Reifen hätten trotz der sichtbaren Schäden noch genug Lebenszeit, um den Rover zu allen geplanten Orten zu bringen. Die regelmäßige Überwachung der Reifen wurde eingeführt, nachdem die Forscher im Jahr 2013 deutlich mehr Dellen und Löcher in den Rädern entdeckt hatten, als erwartet worden war. Tests auf der Erde hatten gezeigt, dass der Bruch von drei Stegen zeigt, dass etwa 60 Prozent der Lebenserwartung des Reifens erreicht sind. Curiosity hat aber bereits deutlich mehr als diesen Anteil an der geplanten Strecke zurückgelegt. Quelle: NASA/JPL-Caltech/MSSS
US-Präsident Barack Obama verlässt das Weiße Haus - und auch Curiosity verabschiedet sich. Quelle: Screenshot
Mars: Curiosity untersucht Meteoriten Quelle: NASA, JPL-Caltech, LANL, CNES, IRAP, LPGNantes, CNRS, IAS, MSSS
September 2016Die Kuppen und herausstehenden Felsen aus Schichtgestein am Mount Sharp entstanden wohl aus von Wind abgelagertem Sand. Sie erinnern stark an Wüstenlandschaften auf der Erde, etwa im Grand Canyon oder dem Monument Valley. Quelle: NASA
September 2016Der Rover sendet neue Fotos vom Mars: Im Hintergrund der Aufnahme ist der Rand des Gale-Kraters zu sehen, in dem Curiosity seit 2012 aktiv ist. Geologisch ist die Region besonders interessant, da sie die Untersuchung zahlreicher Gesteinsschichten ermöglicht. Der etwa fünf Kilometer hohe Mount Sharp liegt in der Mitte des Gale-Kraters. Quelle: NASA
Juli 2016Curiosity kann jetzt seine eigenen Ziele für die Laser-Analyse auswählen. Bisher wurden diese von der Erde aus anhand von Fotos ausgewählt. Die Wissenschaftler auf der Erde werden dadurch aber nicht ersetzt: Die neue Funktion soll vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn die Nasa-Forscher anderweitig beschäftigt sind. Curiosity sendet auch nicht ständig Bilder, sondern am Ende seiner Wegstrecken. Bisher könnten wichtige Objekte auf Fahrten daher übersehen worden sein. Quelle: NASA
Curiosity: Mars hatte wahrscheinlich einst eine sauerstoffreiche Atmosphäre Quelle: dpa

Geschichten von kleinen grünen Männchen auf dem Mars finden sich heutzutage vielleicht noch in Science-Fiction-Büchern oder Foren von Verschwörungstheoretikern. Planetenforscher geben sich bei der Suche nach Leben jenseits der Erde mit deutlich weniger sensationsreichen Erkenntnissen zufrieden. So sorgte etwa im September die Nachricht für Aufregung, dass unser Nachbarstern Proxima Centauri von einem Planeten umkreist wird, der der Erde ähnlich ist. Durch seine Lage im Sonnensystem könnte es auf Proxima b, wie der Planet getauft wurde, theoretisch flüssiges Wasser geben.

Doch ob es dort tatsächlich Wasser gibt oder einst gab, wissen die Forscher nicht. Beim Mars sind die Wissenschaftler da inzwischen weiter. Dass der Rote Planet heute frei von Gewässern ist, steht schon länger fest. Doch einst gab es Wasser auf dem Mars. Herrschten auf dem Mars also vielleicht sogar einmal Bedingungen, die Leben in welcher Form auch immer möglich machten? Diese Antwort sollte der Marsrover "Curiosity" der US-Weltraumbehörde Nasa finden.

Vor fünf Jahren startete das mobile Minilabor seine Reise zum Roten Planeten: Am 26. November 2011 schoss die Nasa eine Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Richtung Orbit. Mit an Bord: "Curiosity". Neun Monate später landete der Rover auf dem Mars. Seitdem erkundet er die Oberfläche - bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Fakten zum Mars

Was Curiosity alles kann

Dabei kann er gleich in mehreren Punkten mit Neuerungen gegenüber seinen Vorgängern aufwarten: Aufgrund seines Gewichts ist "Curiosity" der erste Rover, der nicht wie sonst üblich mit Hilfe von Luftkissen auf Mars landete. Stattdessen nutzte die Nasa nach unten gerichtete Düsen und einen Fallschirm, um den 900-Kilo-Koloss sicher auf dem roten Planeten zu landen.

Auch der Antrieb ist seinen Vorgängern überlegen. Statt auf die Kraft der Sonne zu setzen, nutzt der Rover eine Radionuklidbatterie, die theoretisch jahrelang Energie liefern kann. Deshalb stellt die Energieversorgung auch keine Begrenzung für die Missionsdauer da. Im Gegenteil: Ursprünglich auf ein Marsjahr (687 Erdtage) angesetzt, dauert die Mission jetzt schon fast 1600 Tage.

Auf dem Mars wiegen wir nur die Hälfte
Viele Menschen werden sich freuen: Auf dem Mars reduziert sich das Gewicht - wiegt also jemand 75 Kilo auf der Erde, so ist er auf dem Mars mit 28 Kilo ein Fliegengewicht. Quelle: Reuters
Aufgrund seiner Beschaffenheit würde der Saturn auf dem Wasser schwimmen. Er ist ein Gasplanet und besteht zu 96 Prozent aus Wasserstoff, deshalb weist er auch die geringste mittlere Dichte auf. Der Saturn war schon vor der Erfindung des Fernrohrs bekannt, weil er als äußerster Planet mit dem Auge problemlos zu erkennen ist. Quelle:
Die Mondlandung war ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer für die Menschheit: Insgesamt waren Astronauten bislang 300 Stunden auf dem Mond. Quelle: dpa
Der höchste Berg auf der Erde ist zweifelsohne der Mount Everest mit 8848 Metern. Er wird allerdings vom Olympus Mons auf dem Mars überragt, der 26 Kilometer zählt. Quelle: dapd
Angeblich soll es mehr Sterne geben als Sandkörner auf der Erde: Ein australischer Astronom geht davon aus, dass es etwa 70 Tausend Millionen Millionen Millionen Sterne gibt - und da sind nur die "gezählt", die mit modernen Teleskopen erkennbar sind. Quelle: dpa/dpaweb
Bis auf Merkur und Mars haben alle Planeten in unserem Sonnensystem Monde: Mit 67 Monden hat der Jupiter die meisten. Es folgt der Saturn mit 62 Monden. Quelle: REUTERS
Die Entfernung zwischen Mond und Erde beträgt 384.400 km: Das wird allerdings jedes Jahr ein bisschen mehr. Durchschnittlich in 27 Tagen und sieben Stunden umkreist der Mond die Erde. Quelle: dpa

Für seine Hauptaufgabe, das Sammeln und Auswerten von Gesteinsproben, ist der Rover ebenfalls bestens ausgestattet. Mit einer Laserkanone kann Curiosity kleine Proben verdampfen. Das dabei entstehende Gas analysiert er dann mit einem Massenspektrometer auf seine chemische Zusammensetzung. Die eigentliche Bedeutung des Projekts "Curiosity" liegt jedoch nicht in den technischen Neurungen des Rovers. Vielmehr war das Ziel der Mission auch Teil einer neuen Suchstrategie der Nasa.
„Nachdem man zuvor bereits direkt und indirekt Spuren von Wasser nachweisen konnte, ging man dann dazu über, nach Kohlenstoff als Hauptbestandteil von Leben, also organischen Molekülen, zu suchen“, erklärt Ernst Hauber, Planetengeologe vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Nach diesem Prinzip wählte die Nasa dann auch den Landeplatz aus. Im Gale-Krater, der einen Durchmesser von circa 154 Kilometern hat, hatten Wissenschaftler schon zuvor Mineralien gefunden, die auf Wasser hindeuten. Dass die Suche nach organischem Leben letztendlich doch wieder beim Wasser startet, hat einen einfachen Grund: Nur wo es früher einmal Wasser gegeben hat, könnte auch Leben existiert haben.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%