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Mondumrundung 2018 SpaceX will Weltraumtouristen zum Mond schicken

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Luftfahrtexperte kritisch, ob 2018 klappen kann

Mehrere Unternehmen haben bereits Touristen ins Weltall gebracht - eine Mondumrundung aber wurde mit Raumfahrt-Laien bisher nicht vorgenommen. Neben SpaceX will auch die russische Raumfahrtbranche Weltraumtouristen den Mond zugänglich machen und sich mit dem lukrativen Geschäft etwas dazuverdienen. Erst vergangene Woche hatte der Raketenbauer Energija angekündigt, ab 2021 oder 2022 touristische Mondumrundungen in Sojus-Kapseln anzubieten. Details würden bereits mit möglichen Kandidaten besprochen.

Die Nasa gratulierte ihrem „Branchenpartner“ SpaceX. Sie arbeite bei dem Vorhaben eng mit SpaceX zusammen, hieß es. Man habe ein Interesse an einer starken US-Weltraumindustrie, um den Rücken für weite Weltraumflüge frei zu haben, die über den Mond hinaus gehen. Die europäischen Weltraumbehörde Esa äußerte sich eher knapp: „Esa begrüßt jegliches Interesse an der Erforschung des Weltalls, auch das von privaten Firmen“.

Der russische Raumfahrtexperte Alexander Schelesnjakow hält die Pläne von SpaceX für machbar, blieb aber zurückhaltend. „Jetzt wird alles versprochen“, meinte der Wissenschaftler von der privaten Russischen Raumfahrtakademie am Dienstag in Moskau. „Aber man sagt, versprechen heißt nicht heiraten. Schauen wir, wie es sich weiter entwickelt.“

Auch ein deutscher Experte hält die Pläne für durchaus realistisch, wenn auch nicht im vorgelegten Zeitrahmen. „Ob es 2018 soweit sein wird, würde ich eher kritisch einschätzen“, sagte Martin Buscher vom Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin. Bei den finanziellen Möglichkeiten von Musk sei ein solcher Flug aber zeitnah möglich. „Wie alle Ziele von Musk ist es sehr hochgegriffen, sehr ambitioniert“, sagte Buscher.

Der Raumfahrttechnik-Experte sieht Schwierigkeiten insbesondere darin, eine Rakete zu konstruieren, die es bis zum Mond schafft. Es gebe zwar Erfahrungen aus dem US-Mondprogramm, seitdem seien aber mehr als 40 Jahre vergangen. SpaceX will laut Mitteilung im Sommer erstmals die besonders starke Rakete „Falcon Heavy“ testen. Auch das Training der Mondflug-Passagiere brauche Zeit, gab Buscher zu bedenken. Laut „New York Times“ soll das Raumschiff vollautomatisch fliegen, die Reisenden bekämen vorher eine spezielle Schulung für Notfälle.

Der Mond ist schon seit einiger Zeit wieder in den Fokus von Raumfahrtagenturen gerückt. Buscher erklärt sich das auch damit, dass die staatlichen Institutionen nicht in der dritten Reihe stehen wollen, wenn private Unternehmen zum Mond drängen. Zudem könnte eine Rolle spielen, dass die Zukunft der ISS nur bis 2024 gesichert ist und man nach neuen großen Projekten sucht.

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